ETF-Depot vererben oder verschenken — Was steuerlich günstiger ist
Ein ETF-Depot mit 200.000 Euro an die Kinder weitergeben: Wann löst das Erbschaftsteuer oder Schenkungsteuer aus? Und warum schenken zu Lebzeiten oft besser ist als vererben.
Das Wichtigste in Kürze
- Freibetrag Kind (pro Elternteil) 400.000 EUR alle 10 Jahre
- Freibetrag Ehepartner 500.000 EUR
- Abgeltungsteuer beim Erbfall Nein — erst beim Verkauf durch Erben
- Freibeträge Schenkung Alle 10 Jahre neu nutzbar
- Kinderdepot befüllen Schenkungsteuer faktisch erst ab 400.000 EUR relevant
Ein gut aufgebautes ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Depot ist Vermögen, das irgendwann weitergegeben wird — durch Tod oder zu Lebzeiten. Beide Wege haben steuerliche Konsequenzen. Das Erbschaftsteuerrecht bietet großzügige Freibeträge. Wer sie versteht und frühzeitig plant, kann sein Depot fast vollständig steuerfrei weitergeben. Das gilt auch für das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → — das ab 2027 startet und ebenfalls vererbbar ist.
Erbschaft- und Schenkungsteuerfreibeträge im Überblick
| Verwandtschaftsgrad | Freibetrag | Steuerklasse | Steuersatz darüber |
|---|---|---|---|
| Ehegatte / eingetragener Partner | 500.000 EUR | I | 7–30 % |
| Kind (von Elternteil) | 400.000 EUR | I | 7–30 % |
| Enkel (wenn Elternteil lebt) | 200.000 EUR | I | 7–30 % |
| Enkel (wenn Elternteil tot) | 400.000 EUR | I | 7–30 % |
| Geschwister, Nichten, Neffen | 20.000 EUR | II | 15–43 % |
| Nicht verwandt | 20.000 EUR | III | 30–50 % |
Schenken vs. Vererben: Der entscheidende Unterschied
Der wichtigste Unterschied: Der Freibetrag bei der Schenkung gilt alle 10 Jahre neu. Das macht die schrittweise Übertragung zu Lebzeiten so mächtig.
Beispiel: Elternteil mit 400.000 EUR ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Depot, zwei Kinder:
| Strategie | Übertragung | Steuer |
|---|---|---|
| Nur vererben | Jedes Kind erbt 200.000 EUR — innerhalb des Freibetrags | 0 EUR |
| Schenken mit 55 + Vererben | Mit 55: je 200.000 EUR schenken (steuerfrei). Mit 65+: nochmals bis 400.000 EUR pro Kind möglich | 0 EUR |
| Schenken mit 45, 55, 65 | Pro Kind über 20 Jahre: 3 × 400.000 EUR = 1,2 Mio. EUR steuerfrei möglich | 0 EUR |
Was passiert beim Erbfall mit dem Depot?
Wenn der Depotinhaber stirbt, geht das Depot auf die Erben über. Dabei passiert kein Steuertrigger bei den ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s — die aufgelaufenen Kursgewinne werden nicht versteuert. Die Erben übernehmen das Depot mit den alten Einstandskursen des Erblassers.
Erst wenn die Erben verkaufen, fällt auf die Kursgewinne (berechnet ab dem ursprünglichen Einkaufskurs des Erblassers) die AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
Mehr erfahren → an. Das ist ein wichtiger Punkt: Erben zahlen Abgeltungsteuer auf den gesamten Gewinn, der über die Haltezeit des Erblassers entstanden ist — nicht nur auf den Wertzuwachs nach dem Erbfall.
Mehr erfahren → (ab 2027) ist nicht frei vererbbar wie ein normales ETF-Depot. Bei Tod vor Renteneintritt werden Zulagen und Steuervorteile anteilig zurückgefordert. Für die freie Nachlassplanung eignet sich das ungebundene ETF-Depot besser. Mehr dazu: Was passiert mit dem Depot bei Tod?
Depot zu Lebzeiten schrittweise übertragen
Strategisch sinnvoll: Das ETF-Depot nicht auf einen Schlag vererben, sondern über Jahrzehnte schrittweise übertragen:
- Alle 10 Jahre Freibeträge ausnutzen (400.000 EUR/Kind/Elternteil)
- Pro Kind und zwei Elternteilen: 800.000 EUR alle 10 Jahre steuerfrei
- Bei Vermögen über dieser Schwelle: frühzeitig mit Steuerberater planen
Das Prinzip nennt sich Schenkungsstaffelung. Sie funktioniert umso besser, je früher man anfängt. Wer mit 45 Jahren beginnt, kann bis 75 vier Zyklen nutzen — mit zwei Elternteilen und zwei Kindern theoretisch über 6 Mio. EUR vollständig steuerfrei übertragen.
Kinderdepot als Schenkung einrichten
Wer einem Kind regelmäßig Geld für ein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Depot gibt, schenkt formal. In der Praxis: Bei Beträgen im üblichen Sparplan-Rahmen (100–500 EUR/Monat) spielt Schenkungsteuer faktisch keine Rolle — der Freibetrag von 400.000 EUR pro Elternteil wird über normale Sparraten nie erreicht. Zum Thema Kinderdepot: Depot für Kinder eröffnen.
Wichtig zu wissen: Was du einem Kind schenkst, gehört dem Kind. Du kannst die Beträge nicht zurückfordern, wenn sich die Lebensumstände ändern. Das ist der Preis der steuerfreien Übertragung.
Altersvorsorge und Vermögensweitergabe planen
Das Altersvorsorgedepot aufbauen und dabei die Erbschaftsstrategie mitdenken — der Rechner zeigt dir dein Endvermögen.
Zum Depot-RechnerWeiterführende Ratgeber
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Weiterführend empfiehlt sich der Ratgeber Depotvollmacht und Notfallmappe — So schuetzt du dein Depot im Erbfall.
Häufige Fragen
Muss ich beim Erben eines ETF-Depots sofort Steuern zahlen?
Nein — beim Erbfall selbst fällt keine Abgeltungsteuer an. Die aufgelaufenen Kursgewinne werden nicht realisiert. Erben übernehmen das Depot mit den originalen Einstandskursen des Erblassers. Erst wenn sie ETF-Anteile verkaufen, wird der gesamte Kursgewinn (ab Kauf durch den Erblasser) versteuert.
Wie oft kann ich Vermögen steuerfrei verschenken?
Freibeträge für Schenkungen gelten alle 10 Jahre neu. Ein Elternteil kann einem Kind alle 10 Jahre bis zu 400.000 EUR steuerfrei schenken. Mit zwei Elternteilen: 800.000 EUR pro Kind pro 10 Jahre. Wer früh und schrittweise schenkt, kann theoretisch beliebig großes Vermögen vollständig steuerfrei übertragen.
Was ist besser: vererben oder schenken zu Lebzeiten?
Für die meisten Familien ist schrittweises Schenken zu Lebzeiten vorteilhafter: Die Freibeträge (400.000 EUR/Kind/Elternteil) können alle 10 Jahre neu genutzt werden. Beim Vererben gilt der Freibetrag nur einmal. Nachteil der Schenkung: Das Vermögen gehört dann dem Beschenkten — du verlierst die Kontrolle darüber.
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