Vorsorge für Kinder starten — Depot, ETF oder Sparbuch?
Die beste Zeit, für dein Kind vorzusorgen, war bei der Geburt. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. Aber welches Produkt ist das richtige? Stand: 14.08.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Sparbuch-Rendite aktuell ca. 0,5–1,0 %
- ETF-Rendite langfristig ca. 7 % p.a.
- 50 EUR/Monat über 18 Jahre (ETF, 7 %) ca. 21.500 EUR
- Kinderzulage Altersvorsorgedepot 300 EUR/Kind/Jahr
- Eigenes Depot für Kinder Junior-Depot möglich
Sparbuch, ETF oder Altersvorsorgedepot — was ist was?
Drei Wege, um für dein Kind zu sparen — und sie unterscheiden sich massiv. Das Sparbuch ist sicher, aber bringt nach Inflation fast keine Rendite. Ein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Sparplan im Junior-Depot investiert breit gestreut am Aktienmarkt und liefert langfristig deutlich mehr. Das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → der Eltern sichert die KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren → von 300 Euro pro Kind und Jahr — läuft aber auf den Namen der Eltern, nicht des Kindes.
Die richtige Wahl hängt vom Ziel ab: Willst du Geld ansparen, das dein Kind zum 18. Geburtstag bekommt (z.B. für Führerschein oder Studium)? Dann ist ein Junior-Depot mit ETF-Sparplan die beste Option. Willst du deine eigene Altersvorsorge optimieren und die Kinderzulage mitnehmen? Dann ist das Altersvorsorgedepot der Eltern der richtige Weg. Beides gleichzeitig ist natürlich die Königsklasse. Detaillierter Ratgeber Altersvorsorge für Kinder.
Der große Vergleich
| Kriterium | Sparbuch | Junior-ETF-Depot | Altersvorsorgedepot (Eltern) |
|---|---|---|---|
| Erwartete Rendite | 0,5–1,0 % | ca. 7 % p.a. | ca. 7 % p.a. + Zulagen |
| Staatliche Förderung | Keine | Keine | 300 EUR Kinderzulage/Jahr |
| Verfügbarkeit | Jederzeit | Jederzeit (ab 18 für Kind) | Ab 65 (Elternteil) |
| Risiko | Kein Verlustrisiko | Kursschwankungen | Kursschwankungen |
| 50 EUR/Monat nach 18 Jahren | ca. 11.000 EUR | ca. 21.500 EUR | ca. 21.500 EUR + 5.400 EUR Zulagen |
Die Kinderzulage im Altersvorsorgedepot
Im Altersvorsorgedepot der Eltern gibt es für jedes kindergeldberechtigte Kind 300 Euro KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren → pro Jahr. Bei zwei Kindern sind das 600 Euro jährlich — zusätzlich zur Grundzulage von 540 Euro. Diese Zulagen fließen direkt in den ETF-Sparplan und arbeiten dort über Jahrzehnte für dich. Bei einem Kind und 20 Jahren Kindergeldberechtigung summiert sich die Kinderzulage allein auf 6.000 Euro — die bei sieben Prozent Rendite bis zur Rente auf über 23.000 Euro anwachsen.
Wichtig: Die Kinderzulage wird standardmäßig auf das Depot der Mutter gezahlt. Wenn es steuerlich günstiger ist, kann sie auf den Vater übertragen werden. Auch Großeltern können vorsorgen.
Junior-Depot: Geld direkt für das Kind anlegen
Wenn du möchtest, dass dein Kind zum 18. Geburtstag über das Geld verfügen kann, ist ein Junior-Depot die bessere Wahl. Hier läuft das Depot auf den Namen des Kindes. Du als Elternteil verwaltest es bis zur Volljährigkeit. Der Nachteil: Es gibt keine staatliche Förderung. Der Vorteil: Dein Kind hat ab 18 Zugriff auf das Geld — für Studium, Auslandsjahr, Führerschein oder als Startkapital für ein eigenes Altersvorsorgedepot.
Ein guter Mittelweg: Führe das Altersvorsorgedepot auf deinen Namen (mit Kinderzulage) und parallel ein kleines Junior-Depot für das Kind. So profitierst du von der Förderung und dein Kind hat zum 18. Geburtstag ein eigenes Startvermögen. Mehr zur Kinderzulage.
Großeltern: Das sinnvollste Geschenk
Großeltern können nicht direkt in das Altersvorsorgedepot des Enkelkindes einzahlen — aber sie können ein Junior-Depot bestücken oder den Eltern Geld für deren Depot-Einzahlung schenken. Eine Einmalzahlung von 1.000 Euro zur Geburt wächst bei sieben Prozent Rendite bis zum 67. Lebensjahr des Kindes auf rund 30.000 Euro. Das ist ein Geschenk, das wirkt.
Laut einer Erhebung des Bundesbank-Panels zur Haushaltsfinanzierung sparen rund 40 Prozent der Eltern regelmäßig für ihre Kinder — aber die meisten nutzen dafür Sparbücher oder Tagesgeldkonten. Ein Umstieg auf einen ETF-Sparplan könnte das angesparte Vermögen über 18 Jahre fast verdoppeln.
Fazit: ETF schlägt Sparbuch, Förderung schlägt alles
Das Sparbuch hat ausgedient — zumindest als langfristiges Sparinstrument für Kinder. Ein ETF-Sparplan liefert bei 18 Jahren Laufzeit historisch betrachtet ein Vielfaches der Sparbuch-Rendite. Und das Altersvorsorgedepot der Eltern kombiniert ETF-Rendite mit staatlicher Förderung. Im Idealfall nutzt du beides: Kinderzulage im Eltern-Depot und Junior-ETF-Depot für das Kind.
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Häufige Fragen
Kann ein Ehepaar das Altersvorsorgedepot doppelt nutzen?
Ja - jeder Ehepartner kann ein eigenes Altersvorsorgedepot eröffnen. Doppelte Grundzulage (2x 540 EUR = 1.080 EUR/Jahr), doppelter Förderhochstbetrag (2x 1.800 EUR = 3.600 EUR/Jahr). Für Ehepaare besonders attraktiv - die Kinderzulage (300 EUR/Kind/Jahr) wird zusätzlich gewährt.
Wie hoch ist die Kinderzulage beim Altersvorsorgedepot?
Geplant: 300 EUR/Jahr pro Kind (mit Kindergeldberechtigung). Bei 2 Kindern: 600 EUR Kinderzulage + 540 EUR Grundzulage = 1.140 EUR jährliche staatliche Förderung pro Person. Zusätzlich Sonderausgabenabzug bis 1.800 EUR/Jahr.
Altersvorsorgedepot während der Elternzeit - sinnvoll?
Ja - auch in der Elternzeit Einzahlungen möglichst weiterführen. Zulage gibt es unabhängig von Erwerbsarbeit. Selbst 50 EUR/Monat halten die Förderung aufrecht und stärken den Zinseszins. Sparplan nicht pausieren.
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