Altersvorsorgedepot UND Eigenheim — Geht beides?
Du willst ein Haus kaufen UND fürs Alter sparen? Kein Widerspruch — wenn du es richtig planst. Hier ist die Strategie.
Das Wichtigste in Kürze
- Beides gleichzeitig Ja, mit der richtigen Aufteilung
- Empfohlene Aufteilung Kredit-Tilgung + mind. 100 EUR/Monat Depot
- Depot-Entnahme für Immobilie Grundsätzlich förderschädlich
- Wohnriester-Nachfolger Im AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → möglich - Sondertilgung vs. Depot Abhängig vom Zinsniveau
Das Dilemma: Immobilie oder Depot?
Viele junge Familien stehen vor der Frage: Soll das Geld in die Immobilienfinanzierung oder ins AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren →? Die ehrliche Antwort: Beides ist wichtig. Eine Immobilie ist Wohnraum und Altersvorsorge zugleich — aber sie allein reicht meist nicht. Wer im Alter keine Miete zahlt, braucht trotzdem Geld für Reparaturen, Nebenkosten und Lebenshaltung.
Die gute Nachricht: Du musst dich nicht entscheiden. Mit der richtigen Strategie kannst du Kredit tilgen UND dein Depot besparen — auch wenn die Beträge anfangs klein sind.
Wann der Immobilienkredit Vorrang hat
| Kreditzins | Erwartete Depot-Rendite | Empfehlung |
|---|---|---|
| Unter 2 % | 6 % (Pur-Variante) | Depot bevorzugen, Kredit nur Mindesttilgung |
| 2-4 % | 6 % | Beides parallel — Kredit normal tilgen + Depot besparen |
| Über 4 % | 6 % | Kredit schneller tilgen, Depot mit Minimum besparen |
Die Kombi-Strategie
Die optimale Strategie hängt von deinem Kreditzins ab. Grundsätzlich gilt: Tilge deinen Kredit mit der vereinbarten Rate und zahle mindestens den Mindesteigenbeitrag ins Depot, um die Zulagen zu sichern. Die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → von 540 EUR und die KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren → von 300 EUR pro Kind sind geschenktes Geld — die solltest du auf keinen Fall verschenken.
Kredit regulär tilgen
Halte deine vereinbarte Tilgungsrate ein. Das ist Pflicht und Grundlage deiner Finanzierung.
Depot-Minimum sichern
Zahle mindestens so viel ins Depot, dass du die volle Zulage erhältst. Bei niedrigem Einkommen können das nur 5-10 EUR/Monat sein.
Überschüsse klug verteilen
Wenn am Monatsende Geld übrig ist: Bei hohem Kreditzins (>4 %) in Sondertilgung, bei niedrigem Zins (<2 %) ins Depot. Lies dazu Aktienrente oder Eigenheim.
Kann ich Depot-Guthaben für die Immobilie nutzen?
Im Prinzip ja — aber mit Einschränkungen. Das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → sieht eine Entnahmemöglichkeit für selbstgenutztes Wohneigentum vor (ähnlich dem alten Wohn-Riester). Du kannst Guthaben entnehmen, musst es aber bis zur Rente über ein Wohnförderkonto zurückführen.
Die Details werden in den Durchführungsverordnungen geregelt. Grundsätzlich ist die Entnahme für Wohneigentum keine förderschädliche Verwendung — aber sie reduziert dein Depot-Guthaben und damit deine Altersvorsorge. Prüfe genau, ob sich das lohnt. Mehr unter Depot vs. Immobilie.
Häufige Fehler bei Eigenheim + Altersvorsorge
Diese Fehler vermeiden
- Alles in die Immobilie stecken — und null Finanzpolster haben
- Depot komplett pausieren während der Kreditlaufzeit
- Sondertilgung bei 1,5 % Zins statt Depot-Einzahlung bei 6 % Rendite
- Wohnriester-Entnahme ohne Rückzahlungsplan
- Notgroschen für Sondertilgung auflösen
Stand: Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Immobilienfinanzierung ist komplex — im Zweifel unabhängige Beratung nutzen.
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Häufige Fragen
Wie kombiniert man AVD und Eigenheim-Finanzierung?
Eigenheim und AVD sind komplementär, nicht konkurrierend. Strategie: 1) AVD-Sockelbeitrag (60 EUR/Jahr für volle Grundzulage) aufrechterhalten, auch wenn Hypothek hoch ist. 2) Sondertilgungen erst nach vollständigem AVD-Beitrag. 3) Je nach Zinsniveau: Bei Hypothekenzins über 4 % p.a. ist Sondertilgung sicherer als ETF-Sparplan. Bei unter 3 % p.a.: ETF-Sparplan bringt statistisch mehr. Die Grundzulage (540 EUR/Jahr) ist eine garantierte Rendite — die sollte nicht aufgegeben werden.
Was ist die Wohnriester-Regelung und gilt sie für das AVD?
Wohnriester erlaubt, Riester-Kapital für selbstgenutztes Eigenheim zu entnehmen. Für das AVD: Eine analoge Wohnentnahme-Regelung ist im Gesetz vorgesehen (§ 92a EStG wird auf AVD ausgeweitet). Das entnommene Kapital wird im Wohnförderkonto erfasst und im Rentenalter nachversteuert. Details folgen mit den Durchführungsverordnungen. Wer jetzt ein AVD eröffnet: Kann später (ab 2027) das Kapital ggf. für selbstgenutztes Wohneigentum einsetzen.
Eigenheim oder ETF-Depot — was bringt mehr Rendite?
Historisch: Aktien (MSCI World) ca. 7–8 % p.a. real. Immobilien (Eigentumswohnungen DE) ca. 3–5 % p.a. inklusive Mietwertvorteil. Aber: Immobilien haben Hebeleffekt (80 % Fremdkapital), was die Eigenkapitalrendite stark hebelt. Bei 20 % Eigenkapital und 3 % Immobilienrendite: Eigenkapitalrendite ca. 10–15 % (bei Zinsen unter Rendite). Das macht Eigenheime bei günstigen Zinsen konkurrenzfähig. Bei hohen Zinsen (über 4 %): ETF-Depot ohne Hebelrisiko ist sicherer.
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