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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Depot-Strategie mit 30, 50 und 65 — Was sich ändern sollte

Die Altersvorsorge ist keine Set-and-Forget-Angelegenheit für 40 Jahre. Aktienquote, Entnahmestrategie und Risikoprofil müssen mit dem Lebensalter angepasst werden. Wann was gilt.

Depot Strategie Lebensalter 30 50 65 anpassen

Ein 25-Jähriger und ein 60-Jähriger sollten ihr Depot nicht gleich strukturieren. Der Unterschied liegt nicht in der ETF-Auswahl — globale ETFs sind in beiden Fällen sinnvoll — sondern in der Aktienquote, dem Liquiditätspuffer und der Entnahmestrategie. Das Depot muss mit dem Leben mitwachsen.

Phase 1: Ansparphase (20-45 Jahre)

Mit 20-45 Jahren liegt die Rente 20-45 Jahre in der Zukunft. Crashs werden überstanden weil Zeit für Erholung bleibt. Das erlaubt die höchste Risikobereitschaft:

  • Aktienquote: 90-100% (globale ETFs)
  • Kein Bond-Anteil nötig — historisch schlechter als 100% Aktien über 30+ Jahre
  • Thesaurierende ETFs bevorzugen (Steuerstundung)
  • Sparplan-Automatismus einrichten und nicht täglich anschauen
  • Crashs sind Kaufgelegenheiten — Sparplan nicht pausieren

Phase 2: Mid-Life (45-55 Jahre)

Die Rente ist noch 10-20 Jahre entfernt. Das Depot ist gewachsen — ein Crash trifft jetzt absolut mehr Euro. Zeit für leichte Defensivierung:

  • Aktienquote: 70-90%
  • 10-20% in kurzlaufende Anleihen oder Tagesgeld
  • Rentenansprüche prüfen (DRV-Online Renteninformation lesen)
  • Rentenlücke berechnen und Sparrate ggf. erhöhen
  • BU-Versicherung prüfen (noch laufen?)

Phase 3: Pre-Renten-Phase (55-65 Jahre)

Die entscheidende Phase für Sequence-of-Returns-Risiko. Ein großer Crash kurz vor der Rente kann die Entnahme dauerhaft beeinflussen:

  • Aktienquote: 50-70%
  • 2-3 Jahre Entnahmebedarf in Tagesgeld/kurzläufige Anleihen halten ("Bucket-Strategie")
  • Ausschüttende ETFs für festen Cashflow in der Entnahmephase erwägen
  • Entnahmestrategie konkret planen: Wann entnehme ich wie viel?
  • Steueroptimierung: Sparerpauschbetrag ausschöpfen, ggf. schrittweise Realisierung stiller Reserven

Phase 4: Rentenphase (65+ Jahre)

Das Depot ist kein Sparplan mehr — es ist eine Entnahmemaschine. Gesetzliche Rente läuft, Depot ergänzt:

  • Aktienquote: 40-60% (noch ausreichend Rendite bei mehr Sicherheit)
  • 4%-Regel oder flexibles Entnahme-Schema anwenden
  • 2-3 Jahre Ausgaben als "Puffer" liquide halten (Tagesgeld)
  • Rebalancing einmal jährlich
  • Erbschaftsplanung: Depot-Übertragung an Kinder/Enkel steueroptimiert vorbereiten

Faustregel Aktienquote nach Alter

AlterEmpfohlene AktienquoteTagesgeld/Anleihen
25-35 Jahre95-100%0-5% (nur Notgroschen)
35-45 Jahre85-95%5-15%
45-55 Jahre70-85%15-30%
55-65 Jahre50-70%30-50%
65+ Jahre40-60%40-60%

Fazit: Das Depot wächst mit — die Strategie auch

Das Depot ist kein Denkmal sondern ein lebendiges Instrument. Mit 25 maximal in Aktien, mit 60 defensiver und in der Rentenzunahmephase auf Entnahme umschalten. Die ETF-Produkte bleiben oft die gleichen — MSCI World oder FTSE All-World. Was sich ändert ist die Aktienquote, der Liquiditätspuffer und ob man anspart oder entnimmt. Wer das versteht, hat die wichtigste Lebensplanung der privaten Altersvorsorge verstanden.

Häufige Fragen

Was ist die "100 minus Alter"-Regel und taugt sie noch?

Die Faustregel: Aktienquote = 100 minus Lebensalter. Mit 30 Jahren → 70 % Aktien, mit 60 Jahren → 40 % Aktien. Problem: Diese Regel stammt aus einer Zeit als die Lebenserwartung bei 70 lag. Bei einer Lebenserwartung von 85+ und 20-30 Jahren Rentenphase ist 40 % Aktien mit 60 zu konservativ — das Depot wächst zu langsam. Moderne Variante: "110 minus Alter" oder "120 minus Alter". Oder: Aktienquote bis 10 Jahre vor Rente bei 80–100 %, dann schrittweise reduzieren.

Ab wann sollte ich meine Aktienquote für die Rente reduzieren?

Faustregel: Ab 10 Jahre vor dem geplanten Renteneintritt. Nicht alles auf einmal, sondern schrittweise: jedes Jahr 2–3 % des Depots aus Aktien-ETFs in kurzlaufende Anleihen, Geldmarkt-ETF oder Tagesgeld umschichten. Ziel: Kurz vor der Rente etwa 20–30 % defensiver Puffer. So kann man in den ersten 2–3 Rentenjahren aus dem Puffer entnehmen statt Aktien im Tief zu verkaufen.

Unterscheidet sich die Strategie im Altersvorsorgedepot vom freien Depot?

Ja, mit einem wichtigen Unterschied: Im Altersvorsorgedepot (AVD) fällt während der gesamten Ansparphase keine Abgeltungsteuer auf Umschichtungen an. Rebalancing und Umschichtung von Aktien- zu Anleihen-ETFs ist im AVD steuerfrei — im freien Depot würde jeder Verkauf mit Gewinn sofort Steuern auslösen. Deshalb: Schrittweise Defensivierung lässt sich im AVD effizienter durchführen als im freien Depot.

Wie verändert sich die optimale Strategie in der Entnahmephase?

In der Entnahmephase (ab Renteneintritt) dreht sich die Logik um: Nicht mehr Ansparung, sondern kontrollierte Entnahme. Empfehlung: 3-Topf-Strategie. Topf 1 (1–3 Jahre Lebenshaltung): Tagesgeld/Geldmarkt, sofort verfügbar. Topf 2 (3–7 Jahre): Kurzlaufende Anleihen oder defensiver Mischfonds. Topf 3 (7+ Jahre): Weiterhin Aktien-ETFs die wachsen können. So muss man auch in einem starken Börsencrash keine Aktien verkaufen — man lebt von Topf 1, bis sich Topf 3 erholt hat.

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