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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Wie groß muss mein Depot sein?

Zielkapital für die Rente berechnen: 4-Prozent-Regel, Trinity-Studie und was das für verschiedene Rentenlücken bedeutet.

Depot Zielgroesse Kapital Rente

Die wichtigste Frage in der Altersvorsorge: Wie viel Kapital brauche ich, damit das Depot bis an mein Lebensende reicht? Die Antwort hängt von der Rentenlücke ab, dem Entnahmezeitraum, und welche Entnahmestrategie man verfolgt. Hier sind die wichtigsten Methoden erklärt.

Die 4-Prozent-Regel: Der Klassiker

Die bekannteste Faustregel stammt aus der Trinity-Studie (1998): Ein Portfolio aus 50 % Aktien und 50 % Anleihen überlebt in historischen US-Szenarien 30 Jahre wenn jährlich maximal 4 % des Startkapitals entnommen werden — und zwar real, also inflationsbereinigt.

Formel: Zielkapital = Jährliche Entnahme / 4 %

Oder vereinfacht: Zielkapital = Monatliche Rentenlücke x 12 / 0,04 = Monatliche Rentenlücke x 300

Monatliche RentenlückeBenötigtes Kapital (4 % Regel)Jährliche Entnahme
500 EUR/Monat150.000 EUR6.000 EUR
800 EUR/Monat240.000 EUR9.600 EUR
1.000 EUR/Monat300.000 EUR12.000 EUR
1.500 EUR/Monat450.000 EUR18.000 EUR
2.000 EUR/Monat600.000 EUR24.000 EUR
3.000 EUR/Monat900.000 EUR36.000 EUR

Grenzen der 4-Prozent-Regel

Die Trinity-Studie wurde für den US-Markt entwickelt und für einen 30-Jahres-Zeitraum. Wer mit 60 in Rente geht und 90 Jahre alt wird, braucht eine 30-jährige Entnahme — das passt. Wer mit 55 aufhört und 95 wird, hat ein 40-Jahres-Problem — da kann die 4-Prozent-Regel zu optimistisch sein.

Modernere Analysen (nach 2010, mit globalerem Aktienmarkt) empfehlen für längere Zeiträume eine 3,5-Prozent-Regel als sicherere Variante.

Einfache Anpassung der Formel für konservativere Planung: Monatliche Lücke x 343 (für 3,5 %) statt x 300.

Kapitalverzehr vs. ewige Entnahme

Es gibt zwei grundlegend verschiedene Ansätze:

Kapitalverzehr (Entnahme mit Zielende): Das Depot soll genau dann leer sein wenn du stirbst — oder zu einem fixen Datum (z.B. 90 Jahre). Du nimmst mehr heraus, brauchst weniger Kapital, lässt aber nichts für Erben übrig.

Ewige Entnahme (nur Rendite): Du entnimmst nur die Rendite, das Kapital bleibt erhalten. Vorteil: Das Depot ist immer verfügbar, du kannst es erben lassen. Nachteil: Du brauchst erheblich mehr Kapital.

StrategieEntnahme vonKapital bleibtFür 1.000 EUR/Monat
4-Prozent-Regel (30 Jahre)Kapital + RenditeNichts (statistisch)ca. 300.000 EUR
Nur Rendite (7 % p.a.)Nur RenditeVollständigca. 172.000 EUR
Nur Rendite (5 % p.a.)Nur RenditeVollständigca. 240.000 EUR
Kapitalverzehr 25 JahreKapital + RenditeNichtsca. 200.000 EUR

Konkretes Rechenbeispiel: Anna, 35 Jahre

Anna (35) hat laut Renteninformation eine erwartete Rente von 1.200 EUR/Monat. Ihr Wunscheinkommen im Alter: 2.200 EUR netto. Rentenlücke: 1.000 EUR/Monat.

Zielkapital nach 4-Prozent-Regel: 1.000 EUR x 300 = 300.000 EUR.

Anna hat 32 Jahre bis zum Rentenalter 67. Welche monatliche Sparrate braucht sie?

Mit 7 % durchschnittlicher Jahresrendite (Weltweit diversifizierter ETF): ca. 230 EUR/Monat.

Mit 6 % Rendite: ca. 290 EUR/Monat.

Mit 5 % Rendite: ca. 370 EUR/Monat.

Den genauen Betrag berechnet der Vorsorgerechner — mit deiner spezifischen Rentenlücke und Sparrate.

Sicherheitspuffer: Das Depot nicht zu eng planen

Die 4-Prozent-Regel ist ein statistisches Modell — kein Versprechen. In schlechten Börsenphasen zu Beginn des Ruhestands (Sequence-of-Returns-Risk) kann auch ein gut aufgestelltes Depot unter Druck geraten.

Sinnvolle Sicherheitspuffer:

  • 10-15 % mehr Kapital als die Formel ergibt als Puffer einplanen
  • 1-2 Jahre Liquiditätspuffer in Tagesgeld/kurzlaufenden Anleihen halten
  • Flexible Entnahme: In schlechten Börsenjahren weniger entnehmen (Urlaub verschieben, Ausgaben reduzieren)
  • Staatliche Rente als Basisabsicherung: Das Depot muss nicht die gesamte Rentenlücke abdecken — nur den Teil der darüber hinausgeht

Steuern in der Entnahme berücksichtigen

Kapitalertragsteuer (Abgeltungssteuer 25 % + Soli) faellt auf realisierte Gewinne an. Wer ein ETF-Depot mit erheblichem Kursgewinn hat, zahlt beim Verkauf Steuern auf den Gewinnanteil.

Faustregel: Bei einem langjährig gut gewachsenen Depot kann die Steuerlast auf Entnahmen 8-15 % der Entnahme betragen. Wer 1.000 EUR netto entnehmen will, muss brutto ggf. 1.100-1.150 EUR entnehmen und die Steuerlast im Zielkapital entsprechend hochrechnen.

Der Sparerpauschbetrag (1.000 EUR/Jahr) ist steuerfreie Entnahme — optimal nutzen.

Fazit: Zielkapital als Orientierung, nicht als Fixpunkt

300.000 EUR für 1.000 EUR monatliche Rentenlücke ist eine gute Daumenpeilung. Aber die genaue Summe hängt von Renditeerwartung, Entnahmezeitraum, Inflationsschutz-Strategie und Steuerlast ab. Wichtiger als die exakte Zielzahl: möglichst früh anfangen, konsequent sparen, und das Depot bis zum Ruhestand laufen lassen.

Häufige Fragen

Was bringt ein Sparplan von 150 EUR im Monat?

150 EUR/Monat mit 7% p.a. über 35 Jahre ergibt ca. 207,000 EUR Endkapital. Davon eingezahlt: nur 63,000 EUR. Der Rest kommt durch Zinseszins und staatliche Förderung. Rechner: aktienrenterechner.de/rechner/

Reichen 150 EUR im Monat für die Altersvorsorge?

150 EUR/Monat ergeben über 35 Jahre (7% p.a.) ca. 207,000 EUR. Ob das reicht hängt von der <a href="/ratgeber/rentenluecke-berechnen-schliessen/">Rentenlücke</a> ab. Faustformel: 500.000 EUR Depot = 1.500-2.000 EUR/Monat entnehmbar (4%-Regel). Mehr einzahlen wenn möglich.

Bekomme ich auch mit kleinen Beträgen staatliche Förderung?

Ja - die <?= g('Grundzulage') ?> (540 EUR/Jahr) gibt es unabhängig vom eingezahlten Betrag, solange der Mindestbetrag erreicht wird. Auch 50-100 EUR/Monat sind wertvoll: Zinseszins + Förderung machen langfristig viel aus.

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