Das Wichtigste in Kuerze
- Aktuell 8 Anbieter mit veroeffentlichten Konditionen
- Gebuehrenspanne von 0,0 % bis 0,8 % jaehrlich
- Neobroker bieten die guenstigsten Konditionen
- Filialbanken punkten mit persoenlicher Beratung
- ETF-Auswahl variiert stark zwischen den Anbietern
Der Markt nimmt Formen an
Im Herbst 2026 wird das Bild immer klarer: Immer mehr Anbieter veroeffentlichen ihre konkreten Konditionen fuer das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren →. Von den grossen Neobrokern ueber etablierte Direktbanken bis hin zu Filialbanken — jeder positioniert sich anders. Fuer dich als Anleger bedeutet das: Du hast die Wahl. Aber diese Wahl solltest du bewusst treffen, denn die Unterschiede bei Kosten und Leistung sind erheblich.
Wir haben alle bisher bekannten Anbieter unter die Lupe genommen und nach den Kriterien verglichen, die fuer dein Depot wirklich zaehlen: Gebuehren, ETF-Auswahl, Bedienbarkeit und Zusatzleistungen.
Die Anbieter im Ueberblick
| Anbieter | Typ | Depotgebuehr p.a. | ETFs verfuegbar | Sparplan ab |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | Neobroker | 0,0 % | ca. 50 | 1 EUR |
| Scalable Capital | Neobroker | 0,0 % | ca. 60 | 1 EUR |
| ING | Direktbank | 0,2 % | ca. 40 | 25 EUR |
| DKB | Direktbank | 0,15 % | ca. 35 | 25 EUR |
| comdirect | Direktbank | 0,25 % | ca. 45 | 25 EUR |
| Sparkasse | Filialbank | 0,5-0,8 % | ca. 15 | 50 EUR |
Neobroker: Guenstig, aber ohne Beratung
Trade Republic und Scalable Capital setzen auf das Modell, das sie gross gemacht hat: maximale Kosteneffizienz bei minimaler persoenlicher Betreuung. Beide verzichten auf eine Depotgebuehr und bieten Sparplane bereits ab 1 EUR an. Die ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Auswahl ist solide und umfasst alle wichtigen MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →- und FTSE All-World-Varianten. Fuer erfahrene Anleger ist das die guenstigste Option.
Der Nachteil: Du bekommst keine persoenliche Beratung. Alles laeuft digital ueber die App. Wenn du Fragen hast, erreichst du den Support per Chat oder E-Mail — Telefonhotlines gibt es nicht oder nur eingeschraenkt. Fuer viele ist das kein Problem, fuer manche ein Ausschlusskriterium.
Direktbanken: Der Mittelweg
ING, DKB und comdirect positionieren sich als Mittelweg zwischen Kosteneffizienz und Service. Die Depotgebuehren liegen zwischen 0,15 und 0,25 Prozent jaehrlich — das klingt nach wenig, summiert sich aber ueber Jahrzehnte. Bei einem Depotwert von 100.000 EUR zahlst du bei 0,2 % immerhin 200 EUR pro Jahr. Dafuer bekommst du telefonischen Support, eine uebersichtliche Online-Banking-Oberflaeche und meistens auch eine breitere ETF-Auswahl.
Besonders die ING hat in den letzten Monaten nachgelegt und ihr Angebot deutlich erweitert. Die DKB ueberzeugt mit einem besonders niedrigen Kostendeckel und einem schlichten, funktionalen Interface. Comdirect bietet zusaetzlich ein Analyse-Tool, das dir bei der ETF-Auswahl hilft.
Filialbanken: Teuer, aber mit Beratung
Sparkassen und Volksbanken haben angekuendigt, ebenfalls Altersvorsorgedepots anzubieten. Die Konditionen sind erwartungsgemaess teurer: Depotgebuehren von 0,5 bis 0,8 Prozent, eine kleinere ETF-Auswahl und hoehere Mindest-Sparraten. Der Vorteil ist die persoenliche Beratung in der Filiale. Fuer Menschen, die sich beim Thema Geldanlage unsicher fuehlen und einen festen Ansprechpartner wollen, kann das den Aufpreis wert sein.
Allerdings solltest du wissen: Die Beratung in Filialbanken ist nicht immer unabhaengig. Berater erhalten oft Provisionen fuer bestimmte Produkte. Pruefe deshalb kritisch, ob dir teure Zusatzprodukte empfohlen werden, die du nicht brauchst.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Die Gebuehren sind das wichtigste Kriterium. Schon kleine Unterschiede summieren sich ueber 20 oder 30 Jahre auf fuenfstellige Betraege. Rechne dir die jaehrlichen Gesamtkosten aus — also Depotgebuehr plus TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → des ETFs. Ein Depot mit 0,0 % Gebuehr und einem ETF mit 0,2 % TER kostet dich insgesamt nur 0,2 % pro Jahr. Ein Filialbankdepot mit 0,8 % Gebuehr und einem ETF mit 0,3 % TER kostet dich 1,1 % — mehr als fuenfmal so viel.
Zweitwichtigstes Kriterium: die ETF-Auswahl. Alle zertifizierten Depots muessen bestimmte Standards erfuellen, aber die Anzahl und Vielfalt der angebotenen ETFs variiert stark. Achte darauf, dass dein Wunsch-ETF verfuegbar ist — im Zweifel ein breit gestreuter Welt-ETF.
Unsere Einschaetzung
Fuer die meisten Anleger sind Neobroker oder Direktbanken die beste Wahl. Wer Kosten minimieren will und digital affin ist, faehrt mit Trade Republic oder Scalable Capital am guenstigsten. Wer etwas mehr Service moechte, ist bei ING oder DKB gut aufgehoben. Filialbanken empfehlen wir nur, wenn dir die persoenliche Beratung wirklich wichtig ist — und du bereit bist, dafuer deutlich mehr zu zahlen.
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