Anbieter-Vergleich Herbst 2026 — Alle Depots im Test
Welcher Anbieter liefert das beste Altersvorsorgedepot? Wir vergleichen Neobroker, Direktbanken und Filialbanken. Stand: 15.09.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Aktuell 8 Anbieter mit veröffentlichten Konditionen
- Gebührenspanne von 0,0 % bis 0,8 % jährlich
- Neobroker bieten die günstigsten Konditionen
- Filialbanken punkten mit persönlicher Beratung
- ETF-Auswahl variiert stark zwischen den Anbietern
Der Markt nimmt Formen an
Im Herbst 2026 wird das Bild immer klarer: Immer mehr Anbieter veröffentlichen ihre konkreten Konditionen für das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren →. Von den großen Neobrokern über etablierte Direktbanken bis hin zu Filialbanken — jeder positioniert sich anders. Für dich als Anleger bedeutet das: Du hast die Wahl. Aber diese Wahl solltest du bewusst treffen, denn die Unterschiede bei Kosten und Leistung sind erheblich.
Wir haben alle bisher bekannten Anbieter unter die Lupe genommen und nach den Kriterien verglichen, die für dein Depot wirklich zählen: Gebühren, ETF-Auswahl, Bedienbarkeit und Zusatzleistungen.
Die Anbieter im Überblick
| Anbieter | Typ | Depotgebühr p.a. | ETFs verfügbar | Sparplan ab |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | Neobroker | 0,0 % | ca. 50 | 1 EUR |
| Scalable Capital | Neobroker | 0,0 % | ca. 60 | 1 EUR |
| ING | Direktbank | 0,2 % | ca. 40 | 25 EUR |
| DKB | Direktbank | 0,15 % | ca. 35 | 25 EUR |
| comdirect | Direktbank | 0,25 % | ca. 45 | 25 EUR |
| Sparkasse | Filialbank | 0,5-0,8 % | ca. 15 | 50 EUR |
Neobroker: Günstig, aber ohne Beratung
Trade Republic und Scalable Capital setzen auf das Modell, das sie groß gemacht hat: maximale Kosteneffizienz bei minimaler persönlicher Betreuung. Beide verzichten auf eine Depotgebühr und bieten Sparplane bereits ab 1 EUR an. Die ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Auswahl ist solide und umfasst alle wichtigen MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →- und FTSE All-World-Varianten. Für erfahrene Anleger ist das die günstigste Option.
Der Nachteil: Du bekommst keine persönliche Beratung. Alles läuft digital über die App. Wenn du Fragen hast, erreichst du den Support per Chat oder E-Mail — Telefonhotlines gibt es nicht oder nur eingeschränkt. Für viele ist das kein Problem, für manche ein Ausschlusskriterium.
Direktbanken: Der Mittelweg
ING, DKB und comdirect positionieren sich als Mittelweg zwischen Kosteneffizienz und Service. Die Depotgebühren liegen zwischen 0,15 und 0,25 Prozent jährlich — das klingt nach wenig, summiert sich aber über Jahrzehnte. Bei einem Depotwert von 100.000 EUR zahlst du bei 0,2 % immerhin 200 EUR pro Jahr. Dafür bekommst du telefonischen Support, eine übersichtliche Online-Banking-Oberfläche und meistens auch eine breitere ETF-Auswahl.
Besonders die ING hat in den letzten Monaten nachgelegt und ihr Angebot deutlich erweitert. Die DKB überzeugt mit einem besonders niedrigen Kostendeckel und einem schlichten, funktionalen Interface. Comdirect bietet zusätzlich ein Analyse-Tool, das dir bei der ETF-Auswahl hilft.
Filialbanken: Teuer, aber mit Beratung
Sparkassen und Volksbanken haben angekündigt, ebenfalls Altersvorsorgedepots anzubieten. Die Konditionen sind erwartungsgemäß teurer: Depotgebühren von 0,5 bis 0,8 Prozent, eine kleinere ETF-Auswahl und höhere Mindest-Sparraten. Der Vorteil ist die persönliche Beratung in der Filiale. Für Menschen, die sich beim Thema Geldanlage unsicher fühlen und einen festen Ansprechpartner wollen, kann das den Aufpreis wert sein.
Allerdings solltest du wissen: Die Beratung in Filialbanken ist nicht immer unabhängig. Berater erhalten oft Provisionen für bestimmte Produkte. Prüfe deshalb kritisch, ob dir teure Zusatzprodukte empfohlen werden, die du nicht brauchst.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Die Gebühren sind das wichtigste Kriterium. Schon kleine Unterschiede summieren sich über 20 oder 30 Jahre auf fünfstellige Beträge. Rechne dir die jährlichen Gesamtkosten aus — also Depotgebühr plus TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → des ETFs. Ein Depot mit 0,0 % Gebühr und einem ETF mit 0,2 % TER kostet dich insgesamt nur 0,2 % pro Jahr. Ein Filialbankdepot mit 0,8 % Gebühr und einem ETF mit 0,3 % TER kostet dich 1,1 % — mehr als fünfmal so viel.
Zweitwichtigstes Kriterium: die ETF-Auswahl. Alle zertifizierten Depots müssen bestimmte Standards erfüllen, aber die Anzahl und Vielfalt der angebotenen ETFs variiert stark. Achte darauf, dass dein Wunsch-ETF verfügbar ist — im Zweifel ein breit gestreuter Welt-ETF.
Unsere Einschätzung
Für die meisten Anleger sind Neobroker oder Direktbanken die beste Wahl. Wer Kosten minimieren will und digital affin ist, fährt mit Trade Republic oder Scalable Capital am günstigsten. Wer etwas mehr Service möchte, ist bei ING oder DKB gut aufgehoben. Filialbanken empfehlen wir nur, wenn dir die persönliche Beratung wirklich wichtig ist — und du bereit bist, dafür deutlich mehr zu zahlen.
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Häufige Fragen
Welche Anbieter werden das Altersvorsorgedepot ab 2027 anbieten?
Das AVD-Gesetz sieht eine BaFin-Zertifizierung für alle Anbieter vor. Nicht jeder bestehende ETF-Broker wird automatisch AVD-zertifiziert. Erwartet werden: Trade Republic, Scalable Capital, DKB, ING, Consorsbank, comdirect — also die großen Neobroker und Direktbanken. Versicherungsunternehmen können ebenfalls AVD-Produkte anbieten. Der Unterschied zum normalen Depot: Der Anbieter muss die Zulagen-Abwicklung mit der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) übernehmen — das erfordert zusätzliche Infrastruktur.
Worauf kommt es beim AVD-Anbieter besonders an?
5 Kriterien in Reihenfolge: 1. Sparplangebühren: 0 EUR oder unter 1 EUR/Ausführung. 2. ETF-Auswahl: Weltmarkt-ETFs (MSCI World, FTSE All-World) müssen verfügbar sein. 3. Zulagenantragsabwicklung: Dauerzulagenantrag muss einfach gestellt werden können. 4. Steuerreporting: Jährliche Steuerbescheinigung für nachgelagerte Besteuerung im Alter. 5. Sicherheit: BaFin-Zulassung, ETFs als Sondervermögen. Kosten sind das wichtigste Kriterium — 1 % Mehrkosten p.a. über 30 Jahre vernichtet ca. 25 % des Endkapitals.
Kann ich später den AVD-Anbieter wechseln?
Ja. Das AVD-Gesetz sieht Depotübertragungen zwischen zertifizierten Anbietern vor — vergleichbar mit der bestehenden Riester-Wechselmöglichkeit. Die Übertragung ist kostenlos (gesetzlich vorgeschrieben) und steuerlich neutral — keine Versteuerung der aufgelaufenen Gewinne beim Wechsel. Zulagen und Sonderausgabenabzug-Geschichte werden übertragen. Dauer erfahrungsgemäß 2–6 Wochen. Der Wechsel ist also jederzeit möglich, wenn ein anderer Anbieter günstigere Konditionen bietet.
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