Anbieter-Kosten im Detail — Depot-Gebühren transparent verglichen
Was kostet das Altersvorsorgedepot wirklich? Wir rechnen alle Kosten durch — sichtbare und versteckte. Stand: 08.10.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Gesetzlicher Kostendeckel: maximal 1,0 % Gesamtkosten pro Jahr
- Günstigste Anbieter: Gesamtkosten unter 0,25 %
- Teuerste Anbieter: Gesamtkosten bis 1,0 %
- Kostenunterschied über 30 Jahre: bis zu 20.000 EUR
- Drei Kostenebenen: Depotgebühr + TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → + Transaktionskosten
Warum Kosten der wichtigste Faktor sind
Bei der Altersvorsorge über Jahrzehnte ist kein anderer Faktor so entscheidend wie die Kosten. Der Grund ist der ZinseszinseffektWas ist Zinseszinseffekt?Erträge werden reinvestiert und erwirtschaften selbst wieder Erträge. Über Jahrzehnte entsteht exponentielles Wachstum. Im Altersvorsorgedepot steuerfrei — das beschleunigt den Effekt enorm.
Mehr erfahren → — er wirkt nicht nur auf deine Rendite, sondern auch auf deine Kosten. Jeder Euro, den du an Gebühren zahlst, fehlt nicht nur einmal, sondern multipliziert sich über die gesamte Laufzeit. Ein scheinbar kleiner Unterschied von 0,5 Prozentpunkten pro Jahr kann über 30 Jahre leicht 15.000 bis 20.000 EUR ausmachen.
Die drei Kostenebenen
Die Gesamtkosten deines AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren →s setzen sich aus drei Ebenen zusammen. Erstens die Depotgebühr: Das ist die jährliche Gebühr, die der Anbieter für die Führung deines Depots verlangt. Zweitens die ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Kosten (TER): Das sind die laufenden Kosten des Fonds selbst, die automatisch vom Fondswert abgezogen werden. Drittens die Transaktionskosten: Gebühren für die Ausführung deines Sparplans.
| Anbieter | Depotgebühr | Sparplan-Kosten | Typische ETF-TER | Gesamtkosten ca. |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | 0,00 % | 0,00 EUR | 0,20 % | 0,20 % |
| Scalable Capital | 0,00 % | 0,00 EUR | 0,20 % | 0,20 % |
| DKB | 0,15 % | 0,00 EUR | 0,20 % | 0,35 % |
| ING | 0,20 % | 0,00 EUR | 0,20 % | 0,40 % |
| comdirect | 0,25 % | 0,00 EUR | 0,20 % | 0,45 % |
| Sparkasse | 0,60 % | 1,50 EUR | 0,30 % | 0,95 % |
Rechenbeispiel: 150 EUR/Monat über 30 Jahre
Bei einer monatlichen Sparrate von 150 EUR, einer Marktrendite von 7 % und verschiedenen Kostenszenarien ergibt sich folgendes Bild: Beim günstigsten Anbieter (0,20 % Gesamtkosten) hast du nach 30 Jahren rund 169.000 EUR. Bei einem mittelpreisigen Anbieter (0,45 % Gesamtkosten) sind es 161.000 EUR. Beim teuersten Anbieter (0,95 % Gesamtkosten) nur 149.000 EUR. Die Differenz zwischen günstigstem und teuerstem: 20.000 EUR — rein durch Kosten.
Versteckte Kosten erkennen
Neben den offensichtlichen Gebühren gibt es versteckte Kosten, die oft übersehen werden. Erstens der Spread: Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei Neobrokern, die nur über einen Handelsplatz abwickeln, kann der Spread etwas höher sein. Zweitens die Tracking Difference: Die Abweichung des ETFs von seinem Index — manche ETFs sind günstiger als ihre TER vermuten lässt, andere teurer. Drittens Wechselgebühren: Wenn du den Anbieter wechselst, können Transferkosten anfallen.
Der Kostendeckel: Dein Schutz
Der Gesetzgeber hat einen Kostendeckel von 1,0 Prozent pro Jahr festgelegt. Kein Anbieter darf mehr verlangen — inklusive aller Gebühren. Das schützt dich vor überteuerten Produkten, wie sie bei der alten Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
Mehr erfahren → üblich waren (dort lagen die Kosten oft bei 2 bis 3 Prozent). Trotzdem: Nur weil 1,0 Prozent erlaubt sind, heißt das nicht, dass du so viel zahlen solltest. Die günstigsten Anbieter liegen bei einem Fünftel des Deckels.
Unsere Empfehlung
Wähle einen Anbieter mit Gesamtkosten unter 0,4 Prozent. Das sind aktuell die Neobroker (Trade Republic, Scalable Capital) und die günstigsten Direktbanken (DKB). Kombiniere das mit einem kostengünstigen Welt-ETF mit einer TER unter 0,25 Prozent. So zahlst du unter 0,25 Prozent Gesamtkosten — und behaltst den maximalen Anteil deiner Rendite für dich.
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Häufige Fragen
Welche Kosten fallen beim Altersvorsorgedepot an?
Zwei Kostenebenen: 1) Depot-/Verwaltungskosten des Anbieters: Neobroker (Trade Republic, Scalable, Finanzen.net zero) = 0 EUR/Jahr Depotgebühr. Direktbanken: 0–25 EUR/Jahr. Filialbanken: 50–150 EUR/Jahr. 2) ETF-Kosten (TER): MSCI World ETF ab 0,10 % p.a., FTSE All-World ab 0,15 % p.a. Aktiv gemanagte Fonds: 1,5–2,5 % p.a. Auf 100.000 EUR Depot: 0,15 % = 150 EUR/Jahr vs. 2 % = 2.000 EUR/Jahr — ein Unterschied von 1.850 EUR p.a.
Welcher AVD-Anbieter hat die niedrigsten Kosten?
Neobroker sind strukturell am günstigsten: Trade Republic (0 EUR Depotgebühr, 1 EUR Ordergebühr, ETF-Auswahl für Sparplan), Scalable Capital (0 EUR Depotgebühr im Free-Tier, breite ETF-Auswahl), Finanzen.net zero (0 EUR Depotgebühr, 0 EUR Ordergebühr). Direktbanken (ING, DKB, comdirect): günstiger als Filialbanken, teurer als Neobroker. Filialbanken: höchste Kosten, geringster Mehrwert für Selbstentscheider. Wer ETF-Sparplan einrichten kann: Neobroker ist erste Wahl.
Lohnt sich ein teurerer Anbieter für bessere Beratung beim AVD?
In den meisten Fällen nein. AVD-Strategie ist einfach: globaler ETF, Sparplan einrichten, 30–40 Jahre laufen lassen. Dafür braucht man keine Beratung, die 1–2 % p.a. kostet. Der Kostenunterschied zwischen Neobroker (0,15 % TER) und teurer Filialbank (2 % Gesamtkosten) macht auf 100.000 EUR Depot und 7 % Marktrendite über 30 Jahre: ca. 250.000 EUR Endkapital-Unterschied. Das ist mehr als jede Beratung je wert ist.
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