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Altersarmut vermeiden — 5 konkrete Maßnahmen für die Rente

Altersarmut in Deutschland — Die Fakten

  • Empfänger von Grundsicherung im Alter ca. 1,2 Mio (2025)
  • Armutsgefährdungsquote ab 65 18,4 %
  • Grundsicherungsniveau (Single) ca. 1.016 EUR/Monat
  • Durchschnittliche Rente Frauen (West) ca. 850 EUR
  • Altersvorsorgedepot — Mindestbeitrag 10 EUR/Monat

Was bedeutet Altersarmut?

Von Altersarmut spricht man, wenn das Einkommen im Ruhestand nicht ausreicht, um den grundlegenden Lebensunterhalt zu decken. In Deutschland liegt die Armutsgefährdungsschwelle für einen Einpersonenhaushalt bei etwa 1.200 EUR netto im Monat (60 Prozent des Medianeinkommens). Wer weniger hat, gilt als armutsgefährdet.

Besonders betroffen sind laut Verbraucherzentrale Frauen, Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose, Selbständige ohne Vorsorge und Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien. Die Grundsicherung im Alter — das soziale Auffangnetz — liegt bei rund 1.016 EUR monatlich inklusive Mietzuschuss. Das reicht für die Grundbedürfnisse, aber nicht für ein selbstbestimmtes Leben.

Wer ist besonders gefährdet?

RisikogruppeWarum gefährdet?Armutsgefährdungsquote
Frauen (Westdeutschland)Teilzeit, Kindererziehung, geringere Löhneca. 21 %
AlleinerziehendeUnterbrochene Erwerbsbiografie, Teilzeitca. 25 %
LangzeitarbeitsloseFehlende Beitragsjahreca. 35 %
SelbständigeKeine Pflichtbeiträge, oft keine Vorsorgeca. 19 %
Geringverdiener (unter 2.500 EUR brutto)Niedrige Rentenansprüche trotz langer Erwerbstätigkeitca. 22 %
Migranten der 1. GenerationWeniger Beitragsjahre in Deutschlandca. 28 %
Statistiken zur Altersarmut in Deutschland

Maßnahme 1: Gesetzliche Rente absichern

Die gesetzliche Rente bleibt die wichtigste Einkommensquelle im Alter. Jedes Beitragsjahr zählt. Deshalb solltest du darauf achten, dass deine Erwerbsbiografie möglichst lückenlos ist. Konkret bedeutet das:

  • Lücken vermeiden: Melde dich bei Arbeitslosigkeit sofort arbeitsuchend. Auch Arbeitslosengeld II zahlt Mindestbeiträge in die Rentenversicherung.
  • Kindererziehungszeiten anrechnen lassen: Pro Kind werden bis zu drei Jahre als Beitragszeit anerkannt. Das muss aktiv beantragt werden.
  • Renteninformation prüfen: Die jährliche Renteninformation zeigt dir, wo du stehst. Fehler und fehlende Zeiten kannst du bei der Deutschen Rentenversicherung klären lassen.
  • Freiwillige Beiträge: Wer nicht PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
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    ist (z.B. Selbständige), kann freiwillige Beiträge zahlen — ab 96,72 EUR/Monat.

Die gesetzliche Rente allein wird in den meisten Fällen nicht reichen. Das Rentenniveau liegt bei 48 Prozent. Aber sie bildet die Basis, auf der alles andere aufbaut. Mehr dazu: Altersvorsorge in Deutschland erklärt.

Maßnahme 2: Altersvorsorgedepot nutzen

Das Altersvorsorgedepot ist ab 2027 das zentrale Instrument der privaten Altersvorsorge. Es kombiniert staatliche Zulagen mit der Renditestärke von ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s. Gerade für Menschen mit geringem Einkommen ist die Förderung attraktiv: Auf die ersten 360 EUR Eigenbeitrag pro Jahr gibt es eine GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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von 50 Prozent. Das sind 180 EUR geschenkt — für nur 30 EUR pro Monat.

Für Familien kommt die KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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von 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind hinzu. Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, die 100 EUR pro Monat einzahlt, erhält bis zu 780 EUR Förderung pro Jahr. Das ist eine Förderquote von 65 Prozent.

Selbst wer nur den Mindestbeitrag von 10 EUR pro Monat aufbringen kann, sollte das tun. Über 30 Jahre hinweg werden daraus — mit Zulagen und Zinseszins bei 6 Prozent Rendite — rund 12.000 bis 15.000 EUR. Kein Vermögen, aber ein Puffer, der den Unterschied ausmachen kann. Alles zum Altersvorsorgedepot.

Maßnahme 3: Frühzeitig starten

Der wichtigste Faktor bei der Altersvorsorge ist die Zeit. Der Zinseszins-Effekt sorgt dafür, dass früh angelegtes Geld exponentiell wächst. Die folgende Tabelle zeigt den Unterschied:

StartzeitBeitrag/MonatLaufzeitEingezahltEndkapital (6 % p.a.)
Mit 25100 EUR42 Jahre50.400 EURca. 206.000 EUR
Mit 35100 EUR32 Jahre38.400 EURca. 109.000 EUR
Mit 45100 EUR22 Jahre26.400 EURca. 53.000 EUR
Mit 55100 EUR12 Jahre14.400 EURca. 21.500 EUR

Wer mit 25 statt mit 45 beginnt, hat bei gleichem Monatsbeitrag fast das Vierfache am Ende. Der Grund: In den letzten 20 Jahren verdient nicht nur dein Beitrag Zinsen, sondern auch die Zinsen der ersten 20 Jahre — der ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Zinseszins-Effekt in voller Wirkung.

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Wie viel Vermögen kannst du mit dem Altersvorsorgedepot aufbauen? Gib dein Alter, Gehalt und Familienstatus ein.

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Maßnahme 4: Erwerbsbiografie optimieren

Jedes Beitragsjahr und jeder EUR mehr Gehalt wirkt sich auf deine Rente aus. Konkrete Ansätze:

  • Teilzeit reduzieren: Jede Stunde weniger Arbeit bedeutet weniger Rentenpunkte. Wenn möglich, stocke von Teilzeit auf vollzeitnah auf — auch eine Erhöhung von 20 auf 30 Stunden macht einen spürbaren Unterschied.
  • Gehaltsverhandlungen führen: Ein höheres Bruttogehalt erhöht automatisch deine Rentenbeiträge und damit deine spätere Rente.
  • Weiterbildung nutzen: Qualifikation führt zu besserer Bezahlung. Staatliche Förderungen wie das Aufstiegs-BAföG oder Bildungsprämien senken die Kosten.
  • Minijob-Falle vermeiden: Ein 520-EUR-Minijob zahlt nur minimale Rentenbeiträge. Ein sozialversicherungspflichtiger Midi-Job (520–2.000 EUR) ist für die Rente deutlich besser.

Besonders für Frauen, die nach Kindererziehung in Teilzeit arbeiten, ist die Rückkehr zu mehr Arbeitsstunden entscheidend. Die Rentenlücke wächst mit jedem Jahr in Teilzeit.

Maßnahme 5: Kosten kontrollieren

Bei der Altersvorsorge sind Kosten der stille Renditefresser. Der Unterschied zwischen einem ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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mit 0,2 Prozent TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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und einem aktiv gemanagten Fonds mit 1,5 Prozent Kosten ist über 30 Jahre enorm:

ProduktKosten/JahrEndkapital (100 EUR/Monat, 30 Jahre, 7 % brutto)Kostenverlust
ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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(MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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)
0,20 %ca. 113.000 EUR
Aktiver Fonds1,50 %ca. 88.000 EUR-25.000 EUR
Alter Riester-Vertrag2,00 %ca. 80.000 EUR-33.000 EUR

Das Altersvorsorgedepot begrenzt die Kosten für das Standarddepot auf maximal 1,0 Prozent. Wer selbst einen günstigen ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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wählt, kommt auf 0,1 bis 0,3 Prozent. Achte bei der Anbieterwahl auf die Gesamtkosten — Depotgebühr plus TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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des Fonds. Mehr dazu: Kosten und Gebühren im Detail.

Was tun, wenn du spät dran bist?

Auch wer erst mit 50 oder 55 anfängt, kann noch etwas bewirken. Die Förderung des Altersvorsorgedepots wirkt sofort — die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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und der SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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gibt es ab dem ersten Beitragsjahr. Der GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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bestimmt, wie hoch die Steuerersparnis durch den SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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ausfällt. Zusätzlich kannst du ein freies ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Depot ohne Förderbeschränkung besparen. Wer 500 EUR monatlich investiert (150 EUR AVD + 350 EUR frei), baut in 15 Jahren bei 6 Prozent Rendite rund 145.000 EUR auf. Das entspricht einer monatlichen Zusatzrente von etwa 800 EUR über 15 Jahre.

Entscheidend ist: Anfangen. Jeder Monat zählt. Die Anlage AVWas ist Anlage AV?Das Formular in der Steuererklärung für die Altersvorsorge. Hier trägst du deine Beiträge zum Altersvorsorgedepot ein. Wird größtenteils vom Anbieter vorausgefüllt.
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in der Steuererklärung sichert dir den SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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— und die GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
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stellt sicher, dass du das bessere Ergebnis bekommst.

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