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Verbraucherzentrale kritisiert Kostendeckel beim Altersvorsorgedepot

Key Facts: Die wichtigsten Zahlen und Fakten

  • vzbv forderte maximal 0,5% Gesamtkosten pro Jahr
  • Ursprünglicher Gesetzentwurf: 1,5% Kostendeckel
  • Finaler Kompromiss: 1,0% Kostendeckel
  • Kritik auch am Fehlen einer Pflicht zum Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
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  • Lob für Abschaffung der Pflichtgarantie
Das Wichtigste in Kürze:
  • Verbraucherzentrale (vzbv) forderte maximal 0,5 % Gesamtkosten — Kompromiss wurde 1,0 %
  • Bei 250 EUR/Monat über 30 Jahre: Unterschied zwischen 0,2 % und 1,5 % beträgt 70.000 EUR
  • Lob für Abschaffung der Pflichtgarantie und Öffnung für ETFs
  • Weiterhin kritisiert: Abschlussprovisionen erlaubt, kein verpflichtendes Lifecycle-Modell

Was kritisiert die Verbraucherzentrale?

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat sich in einer ausführlichen Stellungnahme zum Gesetzentwurf geäußert. Der Kernpunkt der Kritik: Der Kostendeckel sei zu hoch angesetzt. Bei 1,5% jährlichen Kosten, so die Rechnung des vzbv, würden über eine Laufzeit von 30 Jahren rund 25-30% der Gesamtrendite durch Kosten aufgefressen. Das sei zwar besser als bei der Riester-RenteWas ist Riester-Rente?Staatlich geförderte Altersvorsorge seit 2002. Gescheitert wegen zu hoher Kosten, Garantiepflicht und niedriger Rendite. Wird ab 2027 durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.
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, aber immer noch deutlich mehr als nötig.

Die Verbraucherschützer verweisen auf das schwedische Modell, wo staatlich verwaltete Altersvorsorgefonds mit Kosten von unter 0,1% pro Jahr arbeiten. Auch das geplante deutsche Standarddepot soll deutlich günstiger sein als 1,5%. Warum also, so die Frage, erlaube man privaten Anbietern derart hohe Kosten?

Die konkreten Forderungen

Thema Gesetzentwurf (alt) vzbv-Forderung Finaler Beschluss
Kostendeckel 1,5% p.a. 0,5% p.a. 1,0% p.a.
Abschlusskosten Erlaubt (im Deckel) Komplett verboten Erlaubt (im Deckel)
Bestandsprovisionen Erlaubt (im Deckel) Verboten Erlaubt (im Deckel)
Wechselkosten Nicht geregelt Kostenloser Wechsel Max. 50 EUR Wechselgebühr
Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
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Pflicht
Optional Pflicht für Standardprodukt Optional, aber empfohlen

Auswirkung der Kosten auf die Rendite

Die Verbraucherzentrale hat vorgerechnet, was verschiedene Kostensätze über 30 Jahre bedeuten. Angenommen, du zahlst 250 EUR monatlich ein und erzielst eine Bruttorendite von 7% pro Jahr (historischer Durchschnitt MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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):

Kosten p.a. Endkapital nach 30 Jahren Davon Kosten Kostenanteil
0,2% (günstiger ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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)
278.000 EUR 15.000 EUR 5%
0,5% (vzbv-Forderung) 259.000 EUR 34.000 EUR 12%
1,0% (finaler Deckel) 232.000 EUR 61.000 EUR 21%
1,5% (alter Entwurf) 208.000 EUR 85.000 EUR 29%

Die Zahlen sind eindeutig: Der Unterschied zwischen 0,2% und 1,5% beträgt über 30 Jahre rund 70.000 EUR bei 250 EUR monatlicher Einzahlung. Das ist Geld, das dir im Alter fehlt. Die Senkung von 1,5% auf 1,0% spart im Vergleich immerhin rund 24.000 EUR — ein erheblicher Fortschritt, auch wenn die Verbraucherzentrale weiterhin niedrigere Kosten fordert.

Kostenvergleich beim Altersvorsorgedepot

Was lobt die Verbraucherzentrale?

Positiv bewertet

  • Abschaffung der Pflichtgarantie bei reinen Depots
  • Öffnung für ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    -Sparpläne
  • Erhöhung des Förderbeitrags auf 1.800 EUR
  • Einbeziehung von Selbständigen
  • Einführung des staatlichen Standarddepots

Weiterhin kritisiert

  • Kostendeckel zu hoch (1,0% statt 0,5%)
  • Abschlussprovisionen weiterhin erlaubt
  • Kein verpflichtendes Lifecycle-ModellWas ist Lifecycle-Modell?Automatische Umschichtung: Je näher die Rente rückt, desto mehr wird von Aktien in sichere Anleihen umgeschichtet. Reduziert das Risiko vor der Auszahlung.
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  • Wechselgebühren bis 50 EUR möglich
  • Transparenzpflichten nicht weitgehend genug

Wie hat die Politik reagiert?

Die Kritik der Verbraucherschützer hatte durchaus Wirkung. Im Laufe der parlamentarischen Beratungen wurde der Kostendeckel von 1,5% auf 1,0% gesenkt — ein klares Zugeständnis an die Verbraucherseite. Allerdings ging die Politik nicht so weit wie gefordert. Ein Deckel von 0,5% hätte viele Versicherungsprodukte praktisch vom Markt ausgeschlossen, was politisch nicht gewollt war.

Das Bundesfinanzministerium argumentierte, der Wettbewerb werde die Kosten ohnehin nach unten drücken. Wenn Neobroker und das Standarddepot Produkte zu 0,2-0,3% anbieten, hätten teure Anbieter kaum eine Chance am Markt. Der Kostendeckel sei daher eher eine Obergrenze, die in der Praxis selten ausgereizt werde.

Die Bewertung von Finanztest stützt diese Einschätzung teilweise: Stiftung Warentest sieht den Kostendeckel als akzeptablen Kompromiss, empfiehlt Verbrauchern aber, grundsätzlich Produkte mit möglichst niedrigen Kosten zu wählen.

Was bedeutet das für dich? Nimm an, du bist 32 und heißt Sophie. Du sparst 250 EUR/Monat über 35 Jahre. Bei einem günstigen ETF-Depot (0,2 % Kosten): ca. 350.000 EUR. Beim Kostendeckel-Maximum (1,0 %): ca. 280.000 EUR. Bei der vzbv-Forderung (0,5 %): ca. 315.000 EUR. Sophies Lektion: Nicht der Deckel zählt, sondern die tatsächlichen Kosten. Wähle immer den günstigsten Anbieter, der deine Bedürfnisse erfüllt.

Was bedeutet das für dich?

Die Debatte zeigt, wie wichtig es ist, bei der Auswahl deines Altersvorsorgedepots auf die Kosten zu achten. Der Kostendeckel von 1,0% ist eine Obergrenze, nicht ein Richtwert. Reine ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Depots bei Neobrokern werden voraussichtlich bei 0,2-0,5% liegen. Nutze unseren Anbietervergleich, um die günstigsten Optionen zu finden, und berechne mit dem Rechner, wie sich unterschiedliche Kostensätze auf dein Endergebnis auswirken.

Stand: Mai 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Das pAV-Reformgesetz ist vollständig beschlossen (Bundesrat: 24.04.2026). Das Altersvorsorgedepot startet am 01.01.2027.

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