×

Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

📚 Was ist das? Einfach erklärt 🧮 Rechner Was bekomme ich? Förderungs-Check Bin ich dabei? 🏢 Anbieter Wer bietet es an? 📈 Demo-Depot Virtuell investieren 🏆 Muster-Depot ETF-Empfehlungen
Kostenlos anmelden
Sprache: DE EN TR AR PL RU UK RO IT FR
Mann mit Smartphone — Schwellenländer-ETFs für die Altersvorsorge
10.05.2026

Auf einen Blick

  • Emerging Markets Anteil Weltwirtschaft ca. 40 Prozent (BIP-Basis)
  • MSCI World Emerging-Markets-Anteil 0 Prozent (nur Industrieländer)
  • MSCI EM 10-Jahres-Rendite (2014–2024) ca. 4,2 Prozent p.a. in EUR
  • MSCI World 10-Jahres-Rendite (2014–2024) ca. 10,8 Prozent p.a. in EUR
  • Empfohlene Beimischung 10–30 Prozent je nach Risikoprofil

Der MSCI Emerging Markets Index umfasst rund 1.400 Unternehmen aus 24 Ländern — darunter China, Indien, Brasilien, Südkorea, Taiwan und Südafrika. Zusammen repräsentieren diese Länder nach Kaufkraftparität mehr als 40 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Im klassischen MSCI World, den die meisten ETF-Sparer als Basis verwenden, sind sie allerdings mit null Prozent vertreten. Der MSCI World enthält ausschließlich Industrieländer.

Für ein Altersvorsorgedepot, das auf 30 oder 40 Jahre ausgerichtet ist, stellt sich damit eine strategische Frage: Reicht der MSCI World — oder sollte Indien und Brasilien auch ein Platz im Portfolio bekommen?

Was die Zahlen der letzten 10 Jahre zeigen

Die Performance-Bilanz der letzten Dekade fällt klar aus: Der MSCI World hat den MSCI Emerging Markets deutlich geschlagen. Wer von 2014 bis 2024 in den MSCI World investiert war, erzielte rund 10,8 Prozent p.a. in Euro — wer auf Schwellenländer gesetzt hat, kam auf ca. 4,2 Prozent p.a. Der Unterschied ist erheblich: Aus 10.000 Euro wurden im MSCI World ca. 27.900 Euro, im MSCI EM nur ca. 15.100 Euro.

Der Hauptgrund: China hat enttäuscht. Der chinesische Aktienmarkt, der zeitweise rund 35 Prozent des MSCI EM ausmachte, ist seit 2021 massiv gefallen — durch Regulierung, Immobilienkrise und geopolitische Spannungen. Indien hingegen hat sich hervorragend entwickelt und ist mittlerweile auf rund 20 Prozent des MSCI EM angewachsen.

Wichtiger Kontext: Die letzten 10 Jahre waren ungewöhnlich gut für US-Technologieaktien — die den MSCI World dominieren (ca. 70% USA-Anteil). Das war kein Normalzustand, sondern ein außergewöhnlicher Lauf. Wer auf längere Sicht denkt, sollte nicht davon ausgehen, dass diese Dominanz für weitere 30 Jahre anhält.

Das Argument für eine Schwellenländer-Beimischung

Das demografische Argument ist stark: Indien wird 2027 die bevölkerungsreichste Nation der Welt sein und hat eine junge, wachsende Mittelschicht. Das nigerianische BIP soll bis 2050 auf über 3 Billionen Dollar wachsen. Die Konsumnachfrage in Südostasien steigt. Diese Wachstumstreiber sind in einem reinen MSCI-World-Portfolio nicht abgebildet.

Zudem bietet eine Beimischung von Schwellenländer-ETFs echter Diversifikation: Die Korrelation zwischen MSCI World und MSCI EM ist nicht perfekt — bei manchen Marktphasen laufen sie unterschiedlich. Das dämpft zwar in guten USA-Jahren die Gesamtrendite, aber es reduziert auch das Risiko, vollständig von einer Marktsituation abhängig zu sein.

Das Argument gegen eine hohe Gewichtung

Schwellenländer-ETFs sind volatiler. Wer in der falschen Phase — etwa kurz vor der Rente — in einem MSCI-EM-Tief steckt, kann das nicht einfach aussitzen wie ein 30-Jähriger. Für Menschen mit einem Anlagehorizont von unter 15 Jahren ist eine hohe Emerging-Markets-Quote deshalb problematisch.

Ein weiterer Punkt: Viele globale Konzerne im MSCI World — Apple, LVMH, Nestlé — machen einen erheblichen Teil ihres Umsatzes in Schwellenländern. Man ist also auch über den MSCI World indirekt in diesen Märkten investiert, ohne das direkte politische Risiko einzelner Länder zu tragen.

Praktische Empfehlung für das Altersvorsorgedepot

Eine pragmatische Strategie für langfristige Altersvorsorge: 70 bis 80 Prozent MSCI World (oder FTSE All-World, der Schwellenländer bereits enthält), 10 bis 20 Prozent MSCI Emerging Markets, 0 bis 10 Prozent MSCI Emerging Markets ex China (falls man China-Risiko reduzieren möchte). Der FTSE All-World ist für viele die einfachere Lösung, da er Industrieländer und Schwellenländer in einem ETF kombiniert.

Wer das Altersvorsorgedepot ab 2027 nutzen möchte, sollte prüfen, welche Anbieter welche ETFs anbieten — und ob Schwellenländer-Varianten im zulässigen Produktkatalog enthalten sind. Mehr dazu in unserer Anbieter-Übersicht.

Wie viel macht der ETF-Mix über 30 Jahre aus?

Simuliere verschiedene ETF-Kombinationen und sieh, wie sich unterschiedliche Renditen auf dein Endkapital auswirken.

Zum ETF-Sparplan-Rechner
Hinweis: Alle Inhalte dienen der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung dar.
Sprache: DE · EN · TR · AR · PL · RU · UK · RO · IT · FR

Das könnte dich auch interessieren

Was ist das Altersvorsorgedepot? 3-Säulen-Modell der Altersvorsorge Wie viel sollte ich einzahlen? Altersvorsorgedepot-Rechner