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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Koalitionsvertrag 2025 — Altersvorsorge und Altersvorsorgedepot
10.04.2026

Auf einen Blick

  • Altersvorsorgedepot Fest im Koalitionsvertrag verankert
  • Geplanter Start 2026 (Pilotphase) / 2027 (voller Rollout)
  • Frühstart-Rente 10 EUR/Monat staatlich für jedes Kind ab Geburt
  • Rentenniveau gesichert bis 48 Prozent bis 2031
  • Kostendeckel Max. 1 Prozent Gesamtkosten pro Jahr

Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD, der im April 2025 unterzeichnet wurde, findet sich auf den Seiten 68 bis 74 ein eigenes Kapitel zur Altersvorsorge. Es ist konkreter als viele erwartet hatten — und es enthält einige Details, die für alle relevant sind, die heute zwischen 25 und 55 Jahren alt sind.

Das zentrale Vorhaben ist das Altersvorsorgedepot: ein staatlich gefördertes ETF-Depot, das die Riester-Rente ablösen soll. Die Förderung kommt nicht mehr als Steuervorteil über komplizierte Zulage-Anträge, sondern direkt als staatlicher Zuschuss in das Depot. Die Koalitionspartner haben sich auf einen Kostendeckel von maximal 1 Prozent Gesamtkosten pro Jahr geeinigt — ein Wert, den viele Riester-Produkte nie erreicht haben.

Was neu ist gegenüber Riester

Das Altersvorsorgedepot ist kein Riester 2.0. Die Unterschiede sind strukturell. Bei Riester mussten Anbieter eine Beitragsgarantie einhalten — das heißt, zum Rentenbeginn muss mindestens so viel im Topf sein, wie eingezahlt wurde. Diese Garantie klingt gut, ist aber teuer: Um sie zu erfüllen, mussten Versicherungen große Teile des Kapitals in sichere, niedrigverzinste Anleihen stecken statt in Aktien. Ergebnis: magere Renditen trotz langer Laufzeit.

Das Altersvorsorgedepot verzichtet bewusst auf die Beitragsgarantie. Stattdessen gibt es Altersvorsorge-Fonds, die je nach Lebensalter automatisch umschichten: In jungen Jahren mehr Aktien, kurz vor der Rente mehr Anleihen (sogenanntes Life-Cycle-Modell). Das entspricht dem, was informierte Anleger ohnehin selbst tun würden — nur automatisiert.

Wichtiger Unterschied: Die staatliche Förderung beim Altersvorsorgedepot fließt direkt als Zulage ins Depot — ähnlich wie bei Riester, aber ohne den bürokratischen Aufwand. Für Geringverdiener mit Kindern ist die Förderquote besonders attraktiv: Die staatliche Zulage kann einen erheblichen Teil der eigenen Beiträge ausmachen.

Die Frühstart-Rente: Was die Koalition plant

Ein besonderes Element im Koalitionsvertrag ist die Frühstart-Rente: Ab Geburt soll jedes Kind in Deutschland 10 Euro pro Monat vom Staat in ein Altersvorsorgedepot erhalten — automatisch, ohne Antrag, bis zum 18. Geburtstag. Das sind 2.160 Euro eingezahltes Staatskapital über 18 Jahre. Bei einer historischen ETF-Rendite von 7 Prozent p.a. wächst dieser Betrag bis zum 18. Geburtstag auf ca. 4.300 Euro. Lässt man das Depot dann bis 67 weiterlaufen, ohne weitere Einzahlungen, entstehen daraus rund 110.000 Euro.

Die Frühstart-Rente ist politisch geschickt: Sie schafft von Anfang an eine breite Basis an Depot-Inhabern — und sie könnte dazu beitragen, dass Aktieninvestitionen in Deutschland selbstverständlicher werden, als sie es bisher sind. In Schweden hat ein ähnliches Modell (das Premium-Pension-System) über Jahrzehnte dazu geführt, dass die Bevölkerung ein natürlicheres Verhältnis zum Kapitalmarkt entwickelt hat.

Rentenniveau bis 2031 gesichert — und danach?

Die Koalition hat das Rentenniveau bei 48 Prozent bis 2031 festgeschrieben. Das bedeutet: Die gesetzliche Rente soll mindestens 48 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens aller Arbeitnehmer betragen. Zum Vergleich: 1970 lag das Rentenniveau noch bei über 55 Prozent. Der Rückgang ist das Ergebnis von Rentenreformen, die den Anstieg der Beiträge dämpfen sollten.

Was nach 2031 passiert, steht nicht im Koalitionsvertrag. Die Demografie spricht dafür, dass das Rentenniveau ohne weitere Reformen sinken wird — es sei denn, das Generationenkapital (der staatliche Aktienfonds aus dem Rentenpaket II) liefert ausreichend Erträge, um die Lücke zu schließen. Die nüchterne Einschätzung: Das wird nicht reichen. Das Altersvorsorgedepot soll genau diese Lücke für die private Seite schließen.

Zeitplan und nächste Schritte

Der Koalitionsvertrag sieht eine Pilotphase des Altersvorsorgedepots für 2026 vor, mit einem vollständigen Rollout ab 2027. Bis dahin müssen noch wesentliche Fragen geklärt werden: Welche Anbieter sind zugelassen? Wie wird die Zulage technisch ausgezahlt? Wie funktioniert der Anbieterwechsel? Der Bundesrat hat im April 2026 die Rahmenbedingungen für das Gesetz abgestimmt — die nächsten Monate werden zeigen, wie viel von den Koalitionsplänen tatsächlich umgesetzt wird.

Was bedeutet das für deine Altersvorsorge?

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