Key-Facts: iShares Global Infrastructure UCITS ETF
- ISIN IE00B1FZS467
- TER 0,40 % p.a.
- Fondsvolumen ~2 Mrd. EUR
- Replikation Physisch (Sampling)
- Ausschüttung Ausschüttend (quartalsweise)
- Auflagedatum 08.03.2007
- Vertragsgebundene, oft staatlich regulierte Einnahmen — wenig Konjunkturrisiko
- Hohe Markteintrittsbarrieren: Niemand baut mal eben eine zweite Autobahn daneben
- Inflationsklauseln: Viele Infrastrukturverträge indexieren Gebühren an die Inflation
- Langfristige Laufzeiten: Konzessionen über 20–50 Jahre sichern stabile Cashflows
Die vier Infrastruktur-Säulen im ETF
Infrastruktur ist breiter als viele denken. Im iShares Global Infrastructure ETF stecken vier Hauptbereiche:
1. Transport-Infrastruktur (ca. 35 %): Autobahn-Betreiber (Transurban in Australien, Atlantia in Europa, Vinci in Frankreich), Häfen (Hamburger Hafen, Hutchison Ports), Flughäfen (Fraport, Sydney Airport) und Eisenbahninfrastruktur. Diese Unternehmen kassieren Mautgebühren, die oft an die Inflation angepasst werden.
2. Versorger / Utilities (ca. 30 %): Strom- und Gas-Netzbetreiber wie National Grid (UK), Enagas (Spanien), Snam (Italien). Regulierte Monopole mit garantierten Renditen auf das investierte Kapital.
3. Energie-Infrastruktur (ca. 25 %): Pipeline-Unternehmen wie Enbridge (Kanada), Williams Companies (USA). Öl und Gas fließen durch ihre Rohre — sie kassieren unabhängig vom Öl- oder Gaspreis eine Durchleitungsgebühr.
4. Kommunikations-Infrastruktur (ca. 10 %): Mobilfunkmastenbetreiber wie American Tower, Crown Castle. Die Masten stehen da — Mobilfunkanbieter zahlen Miete unabhängig vom Datenvolumen.
Performance-Überblick Infrastruktur-ETF
| Zeitraum | Infrastruktur-ETF p.a. | MSCI World p.a. | Kommentar |
|---|---|---|---|
| 1 Jahr (2025) | ca. +10 % | ca. +12 % | Solide, defensiv |
| 3 Jahre | ca. +4 % p.a. | ca. +9 % p.a. | Zinsanstieg trifft Versorger |
| 5 Jahre | ca. +6 % p.a. | ca. +11 % p.a. | Deutlich dahinter |
| 10 Jahre | ca. +7 % p.a. | ca. +10 % p.a. | Stetige Rendite, weniger Volatilität |
Reshoring und die Infrastruktur-Renaissance
Seit 2022 erlebt die Infrastrukturbranche einen politischen Rückenwind, den sie seit Jahrzehnten nicht hatte: Der US Infrastructure Investment and Jobs Act (1,2 Billionen USD), der EU Green Deal (über 1 Billion EUR) und Asiens Investitionen in Energiesicherheit sorgen für einen globalen Infrastruktur-Boom. Häfen müssen erweitert werden, Stromnetze für Elektromobilität ausgebaut, Rechenzentren brauchen neue Energieanschlüsse.
Für Infrastruktur-ETF-Anleger bedeutet das: Langfristig steigen die Investitionen in die Unternehmen, die diese Infrastruktur bauen und betreiben. Das sollte langfristig die Bewertungen stützen.
Für dein Altersvorsorgedepot?
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Mehr erfahren →s: Die Ausschüttungsrendite ist vergleichsweise hoch, die Volatilität niedrig, und die Cashflows sind langfristig stabil und inflationsindexiert. Als Beimischung (5–10 %) in der letzten Dekade vor der Rente sinnvoll.
Vorteile
- Inflationsgeschützte Einnahmen durch Indexklauseln
- Regulierte Monopole mit verlässlichen Cashflows
- Niedriger als breite Aktienindizes in der Volatilität
- Quartalsweise Ausschüttungen für regelmäßigen Cashflow
- Politischer Rückenwind durch globale Infrastruktur-Programme
Nachteile
- Zinssensitiv — leidet in Hochzinsphasen überproportional
- Langfristig deutlich unter MSCI World-Renditen
- TER 0,40 % — teurer als globale ETFs
- Ausschüttend — in der Ansparphase suboptimal
- Pipeline-Anteil: Erdgas birgt Klimaübergangsrisiken
Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
Immobilien-REIT-ETF
Ähnlich defensiv und ausschüttend — Immobilien statt physischer Infrastruktur.
Wasser-ETF
Wasserinfrastruktur — spezialisierter und noch defensiver.
Dividenden-ETF
Viele Infrastruktur-Unternehmen sind Dividendenzahler — breiter diversifiziert.
Staatsanleihen-ETF
Noch defensiver — für die letzte Phase vor der Rente.