Kaufkraft berechnen
- Bei 2 % Inflation halbiert sich die Kaufkraft in 35 Jahren — 300.000 EUR sind dann nur noch 150.000 EUR wert
- Die durchschnittliche Inflation in Deutschland lag in den letzten 50 Jahren bei ca. 2,3 % pro Jahr
- Aktien-ETFs sind der beste Inflationsschutz: 7 % Nominalrendite minus 2 % Inflation = 5 % Realrendite
- Sparrate jaehrlich um die Inflationsrate erhoehen, um realen Sparbeitrag konstant zu halten
Warum Inflation fuer die Altersvorsorge entscheidend ist
Inflation ist der stille Feind jeder Altersvorsorge. Sie reduziert die Kaufkraft deines Geldes Jahr fuer Jahr — ohne dass du es sofort merkst. Wer ein konkretes Ziel hat, sollte daher die Altersvorsorge-Checkliste durchgehen. Wenn du heute 2.000 Euro im Monat brauchst und die Inflation bei 2 Prozent liegt, brauchst du in 30 Jahren rund 3.623 Euro fuer denselben Lebensstandard. Oder andersherum: 2.000 Euro in 30 Jahren haben nur noch die Kaufkraft von rund 1.103 Euro heute.
Dieser Effekt betrifft alles: deine gesetzliche Rente, deine private Vorsorge und dein Sparguthaben. Waehrend die gesetzliche Rente zumindest teilweise an die Lohn- und Preisentwicklung angepasst wird, verliert Geld auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto real an Wert, wenn der Zins unter der Inflationsrate liegt — und das ist seit Jahren der Fall.
Historische Inflation in Deutschland
Die durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland lag in den letzten 50 Jahren bei etwa 2,3 Prozent pro Jahr. Es gab allerdings erhebliche Schwankungen: In den 1970er Jahren stieg die Inflation auf ueber 6 Prozent, in den fruehen 2020er Jahren erreichte sie sogar kurzzeitig 8 Prozent. Die Europaeische Zentralbank (EZB) strebt ein Inflationsziel von 2 Prozent an — das gilt allgemein als preisstabil.
Fuer die langfristige Planung deiner Altersvorsorge ist eine Annahme von 2 bis 2,5 Prozent Inflation realistisch. Konservativere Planer rechnen mit 3 Prozent, um einen Sicherheitspuffer zu haben. Der Rechner oben laesst dir die Wahl der Inflationsrate.
| Kaufkraft von 1.000 € nach | 1 % Inflation | 2 % Inflation | 3 % Inflation | 4 % Inflation |
|---|---|---|---|---|
| 5 Jahre | 951 € | 906 € | 863 € | 822 € |
| 10 Jahre | 905 € | 820 € | 744 € | 676 € |
| 20 Jahre | 820 € | 673 € | 554 € | 456 € |
| 30 Jahre | 742 € | 552 € | 412 € | 308 € |
| 40 Jahre | 672 € | 453 € | 307 € | 208 € |
Wie Inflation deine Rente entwertet
Die gesetzliche Rente wird regelmaessig angepasst — aber nicht vollstaendig an die Inflation. Die Rentenanpassung orientiert sich an der Lohnentwicklung, nicht an der Preisentwicklung. In Jahren, in denen die Loehne langsamer steigen als die Preise, verliert deine Rente real an Wert. Das ist in den letzten Jahrzehnten mehrfach passiert.
Besonders problematisch: In der Ansparphase zeigt dir die Renteninformation Werte in heutigen Euro. Wenn dort steht, du bekommst 1.800 Euro Rente, ist das der Wert in heutiger Kaufkraft. Aber die Lebenshaltungskosten werden in 30 Jahren deutlich hoeher sein. Deine Rentenluecke ist also groesser als du denkst, wenn du die Inflation nicht einrechnest.
Wie du dich gegen Inflation schuetzt
Der beste Schutz gegen Inflation sind Sachwerte — und dazu gehoeren Aktien. Unternehmen koennen steigende Kosten ueber hoehere Preise an Kunden weitergeben. Deshalb steigen Aktienkurse langfristig mit der Inflation oder uebertreffen sie deutlich. Ein breit gestreuter ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren → auf den MSCI World hat historisch 7 Prozent nominale Rendite pro Jahr erzielt — nach Abzug von 2 Prozent Inflation bleiben immer noch 5 Prozent reale Rendite.
Schlecht schuetzen dagegen: Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld (bei Zinsen unter der Inflationsrate), Bargeld, Anleihen mit festem Zinssatz und klassische Lebensversicherungen mit niedrigem Garantiezins. Alle diese Anlagen verlieren real an Wert, wenn die Zinsen unter der Inflation liegen — und das ist seit ueber einem Jahrzehnt der Fall.
Inflation bei der Sparplanung beruecksichtigen
Es gibt zwei Wege, Inflation in der Altersvorsorge zu beruecksichtigen. Erstens: Du rechnest mit Realrendite statt Nominalrendite. Welche ETFs langfristig die beste Realrendite liefern, haengt von der Streuung ab. Wenn du 6 Prozent nominale Rendite erwartest und 2 Prozent Inflation annimmst, rechnest du mit 4 Prozent Realrendite. Dein Endkapital ist dann in heutiger Kaufkraft angegeben — ehrlicher, aber optisch niedriger.
Zweitens: Du erhoehst deine Sparrate jaehrlich um die Inflationsrate. Wenn du heute 200 Euro sparst, sparst du naechstes Jahr 204 Euro, uebernaechstes Jahr 208 Euro usw. So bleibt dein realer Sparbeitrag konstant und dein Endkapital gleicht die Inflation aus. Viele Sparplaene bieten eine automatische jaehrliche Erhoehung der Sparrate an — nutze diese Option.
Guter Inflationsschutz
- Breit gestreute Aktien-ETFs (langfristig ueber Inflation)
- Immobilien (Mieten steigen mit Inflation)
- Inflationsindexierte Anleihen
- Rohstoffe (Gold als Beimischung)
- Altersvorsorgedepot mit Aktienquote
Schlechter Inflationsschutz
- Sparbuch und Tagesgeld (unter Inflation)
- Bargeld (verliert stetig an Wert)
- Klassische Lebensversicherung
- Festverzinsliche Anleihen (bei steigender Inflation)
- Riester mit 100 % Garantie (niedrige Rendite)
Realrendite: Die ehrliche Rendite
Die Realrendite ist die Rendite nach Abzug der Inflation. Sie zeigt, wie viel dein Geld tatsaechlich an Kaufkraft gewinnt. Bei einer nominalen Rendite von 6 Prozent und 2 Prozent Inflation betraegt die Realrendite etwa 3,9 Prozent (nicht einfach 4 Prozent, da die Berechnung multiplikativ ist: 1,06 / 1,02 - 1 = 3,92 %).
Fuer die Altersvorsorge ist die Realrendite die entscheidende Kennzahl. Ein Sparbuch mit 1 Prozent Zins bei 2 Prozent Inflation hat eine negative Realrendite von minus 1 Prozent — dein Geld verliert real an Wert, obwohl die nominale Zahl waechst. Ein ETF mit 6 Prozent nominaler Rendite hat dagegen eine Realrendite von fast 4 Prozent — dein Vermoegen waechst auch in realer Kaufkraft.
Haeufige Fragen zur Inflation
Wird die Inflation in Zukunft hoeher oder niedriger sein? Das kann niemand mit Sicherheit sagen. Die EZB strebt 2 Prozent an, aber wie die Jahre 2021-2023 gezeigt haben, kann Inflation schnell steigen. Fuer langfristige Planung sind 2 bis 2,5 Prozent eine solide Annahme.
Schuetzt das Altersvorsorgedepot vor Inflation? Ja, wenn du die Pur-Variante oder die 80-Prozent-Variante waehlst — der Garantie-Vergleich zeigt die Unterschiede. Aktien-ETFs haben historisch deutlich ueber der Inflation rentiert. Die 100-Prozent-Garantie-Variante schuetzt dagegen nur eingeschraenkt, da der hohe Anleihenanteil bei steigender Inflation an Wert verlieren kann.
Soll ich die Inflation beim Rentenluecke-Rechner beruecksichtigen? Ja, unbedingt. Wenn du deine Wunschrente in heutigen Euro angibst und den Rentenluecke-Rechner nutzt, solltest du entweder mit Realrendite rechnen oder die Wunschrente um die Inflation erhoehen. Andernfalls unterschaetzt du deine Luecke systematisch. Berechne zuerst mit dem Brutto-Netto-Rente-Rechner, was dir tatsaechlich bleibt, und ermittle dann die noetige Sparrate.
Stand: Maerz 2026. Alle Angaben ohne Gewaehr. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsprozess — Details koennen sich noch aendern.
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