Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Spread = Differenz zwischen Briefkurs (Kauf) und Geldkurs (Verkauf) Geld-Brief-Spanne
- Typischer Spread bei MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →-ETFs: 0,01 – 0,05 % - Je höher die Liquidität, desto enger der Spread
- Spreads sind bei einem ETF-Sparplan vernachlässigbar klein
- Handeln während der Börsenzeiten (9-17:30 Uhr) liefert die engsten Spreads
Geldkurs und Briefkurs: Die zwei Seiten jedes Handels
An der Börse gibt es immer zwei Kurse. Der Geldkurs (Bid) ist der höchste Preis, den ein Käufer aktüll zu zahlen bereit ist. Der Briefkurs (Ask) ist der niedrigste Preis, zu dem ein Verkäufer verkaufen will. Die Differenz ist der Spread. Wenn du einen ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren → kaufst, zahlst du den Briefkurs. Wenn du verkaufst, erhältst du den Geldkurs. Der Spread ist also eine versteckte Transaktionskosten.
Beispiel: Ein MSCI-World-ETF hat einen Geldkurs von 99,98 EUR und einen Briefkurs von 100,02 EUR. Der Spread beträgt 0,04 EUR oder 0,04 %. Bei einem Kauf von 150 EUR zahlst du also etwa 0,06 EUR Spread — völlig vernachlässigbar.
Der Spread ist keine Gebühr, die an den Broker geht — er fließt an den Market Maker, der den Handel ermöglicht. Market Maker stellen permanent Kauf- und Verkaufskurse und verdienen am Spread. Bei großen ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s wie dem iShares Core MSCI World konkurrieren mehrere Market Maker um die engsten Spreads — das drückt die Kosten für dich als Anleger auf ein Minimum.
Typische Spreads nach Wertpapiertyp
| Wertpapiertyp | Typischer Spread | Beispiel |
|---|---|---|
| Große ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau. Mehr erfahren →s (MSCI World, S&P 500) | 0,01 – 0,05 % | iShares Core MSCI World |
| DAX-Aktien (Large Cap) | 0,02 – 0,10 % | SAP, Siemens, Allianz |
| MDAX-Aktien (Mid Cap) | 0,05 – 0,30 % | Puma, Delivery Hero |
| Small-Cap-Aktien | 0,20 – 1,00 % | Kleine Nebenwerte |
| Anleihen-ETFs | 0,05 – 0,20 % | Staats-/Unternehmensanleihen |
| Exotische ETFs (Themen, Nischen) | 0,10 – 0,50 % | Blockchain-ETF, Cannabis-ETF |
| Derivate (Optionen, Zertifikate) | 0,50 – 5,00 % | Optionsscheine, Knockouts |
Für das Altersvorsorgedepot: Da du überwiegend in große, hochliquide ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s investierst, ist der Spread minimal (0,01-0,05 %). Bei einer monatlichen Sparrate von 150 EUR beträgt die Spread-Belastung weniger als 0,10 EUR pro Monat. Über 37 Jahre summiert sich das auf etwa 44 EUR — verglichen mit einem Endkapital von 385.000 EUR ist das irrelevant.
Wovon hängt der Spread ab?
Drei Faktoren bestimmen die Breite des Spreads:
1. Liquidität: Je mehr Käufer und Verkäufer es gibt, desto enger der Spread. Ein MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →-ETF mit Milliarden an Handelsvolumen hat einen hauchünnen Spread. Ein exotischer Themen-ETF mit wenig Umsatz kann deutlich breitere Spreads aufweisen. Mehr dazu im Ratgeber Was ist Liquidität?
2. Handelszeit: Während der Haupthandelszeiten (Xetra: 9:00-17:30 Uhr) sind die Spreads am engsten, weil die meisten Marktteilnehmer aktiv sind. Außerhalb dieser Zeiten, an Feiertagen oder während der US-Vorbosere weiten sich die Spreads deutlich aus.
3. Marktlage: In ruhigen Bullenmärkten sind Spreads eng. In Krisenzeiten (Bärenmarkt, Flash-Crash) können sich Spreads vervielfachen, weil Market Maker das Risiko erhöhen. Während des Corona-Crashs im März 2020 verdreifachten sich die Spreads bei manchen ETFs vorübergehend.
Spread vs. andere Kosten: Was wirklich zählt
| Kostenfaktor | Jährliche Belastung (150 EUR/Monat) | Über 37 Jahre |
|---|---|---|
| Spread (0,03 %) | ~0,54 EUR | ~20 EUR |
| TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten. Mehr erfahren → (0,15 %) | ~2,70 EUR (steigt mit Depotwert) | ~8.000 EUR |
| Depotgebühr (0,3 %) | ~5,40 EUR (steigt mit Depotwert) | ~16.000 EUR |
| AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase. Mehr erfahren → (im normalen Depot) | variabel | ~75.000 EUR |
Der Spread ist mit Abstand der kleinste Kostenfaktor. Die TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → und die Depotgebühr sind um ein Vielfaches relevanter — und die Steuern schlagen am stärksten zu Buche. Im Altersvorsorgedepot entfällt die AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
Mehr erfahren → in der Ansparphase komplett, was den mit Abstand größten Kostenvorteil darstellt.
Tipp: Lass deinen ETF-Sparplan während der Xetra-Handelszeiten ausführen (9:00-17:30 Uhr). Manche Broker führen Sparpläne um 15:30 Uhr aus, wenn die US-Börse öffnet und die Liquidität am höchsten ist. Dadurch bekommst du den engsten Spread und den fairsten Kurs. Auf der finanzen.net ETF-Seite kannst du Handelsvolumen und Spreads für einzelne ETFs nachschlagen.
Spread beim Altersvorsorgedepot: Fazit
Für Anleger im Altersvorsorgedepot ist der Spread kein relevanter Kostenfaktor — vorausgesetzt, du investierst in große, liquide ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →s wie den MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
Mehr erfahren →. Wichtiger ist die TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → des ETFs und die Depotgebühr des Anbieters. Der gesetzliche Kostendeckel von 0,5 % p.a. sorgt dafür, dass die Gesamtkosten im Altersvorsorgedepot niedrig bleiben. Fokussiere dich also auf die Wahl eines günstigen Anbieters und eines günstigen ETFs — nicht auf den Spread. Aktülle Spreads und Handelsdaten kannst du auf der Deutschen Börse einsehen. ETF-Detaildaten mit Handelsvolumen findest du auf justETF.
Praxis-Beispiel: Spread-Kosten bei verschiedenen Sparraten
Wie viel kostet der Spread dich konkret? Hier ein Vergleich für einen typischen MSCI-World-ETF mit 0,03 % Spread:
| Sparrate/Monat | Spread pro Kauf | Spread pro Jahr | Spread über 30 Jahre | In % des Endkapitals |
|---|---|---|---|---|
| 50 EUR | 0,015 EUR | 0,18 EUR | 5,40 EUR | 0,009 % |
| 150 EUR | 0,045 EUR | 0,54 EUR | 16,20 EUR | 0,009 % |
| 300 EUR | 0,090 EUR | 1,08 EUR | 32,40 EUR | 0,009 % |
| 500 EUR | 0,150 EUR | 1,80 EUR | 54,00 EUR | 0,009 % |
Selbst bei 500 EUR monatlicher Sparrate zahlst du über 30 Jahre nur 54 EUR Spread. Zum Vergleich: Die TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
Mehr erfahren → eines günstigen ETFs kostet im selben Zeitraum mehrere Tausend Euro. Der Spread ist also der kleinste aller Kostenfaktoren — aber es schadet nicht, ihn zu kennen.
Häufige Missverständnisse zum Spread
- "Breiter Spread = schlechter ETF" — Nicht unbedingt. Ein ETF auf Schwellenländer-Small-Caps hat naturgemäß breitere Spreads als ein MSCI-World-ETF, weil die enthaltenen Aktien weniger liquide sind. Das macht den ETF nicht schlecht — nur die Handelskosten sind höher.
- "Spread fällt nur beim Kauf an" — Falsch. Du zahlst den Spread sowohl beim Kauf (Briefkurs) als auch beim Verkauf (Geldkurs). Bei einem Sparplan mit langer Haltedauer ist der Verkaufs-Spread aber nur einmal relevant — ganz am Ende.
- "Beim Sparplan kann ich den Spread vermeiden" — Nein, der Spread ist immer da. Aber du kannst ihn minimieren, indem du liquide ETFs wählst und auf Ausführung während der Handelszeiten achtest.
- "Spread und Ordergebühr sind dasselbe" — Nein. Die Ordergebühr geht an den Broker, der Spread geht an den Market Maker. Beides sind Transaktionskosten, aber aus unterschiedlichen Qüllen.
Weiterführende Ratgeber
Was ist Liquidität?
Warum liquide ETFs engere Spreads haben.
Was ist die TER?
Die jährlichen Fondskosten — wichtiger als der Spread.
Kosten und Gebühren
Alle Kosten des Altersvorsorgedepots im Detail.
ETF-Sparplan
Automatisch investieren — Spread inklusive.
Marktkapitalisierung
Warum Large Caps engere Spreads haben als Small Caps.
Was sind Derivate?
Wo Spreads richtig teuer werden — und warum sie im AVD nicht zugelassen sind.