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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge — einfach erklärt

Key Facts: Abgeltungsteuer

  • Steuersatz: 25 % pauschal auf alle Kapitalerträge
  • Zusätzlich: 5,5 % Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer
  • Gesamt: Bis zu 27,99 % (mit Kirchensteuer 9 %)
  • Freibetrag: 1.000 Euro pro Person / 2.000 Euro für Ehepaare (Sparerpauschbetrag)
  • Im Altersvorsorgedepot: Keine Abgeltungsteuer — stattdessen Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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Das Wichtigste in Kürze:
  • Abgeltungsteuer: 25 % pauschal auf Kapitalerträge, plus 5,5 % Soli -- gesamt 26,375 %
  • Wird automatisch von der Bank einbehalten -- gilt für Zinsen, Dividenden und Kursgewinne
  • Im Altersvorsorgedepot fällt keine Abgeltungsteuer an -- stattdessen nachgelagerte Besteuerung
  • Sparerpauschbetrag: 1.000 EUR pro Person steuerfrei (2.000 EUR für Ehepaare)
Rechenbeispiel: Nina (34) hat ein freies ETF-Depot mit 50.000 EUR Gewinn. Abgeltungsteuer: 50.000 x 0,7 (Teilfreistellung) x 26,375 % = 9.231 EUR Steuer. Im Altersvorsorgedepot: 0 EUR in der Ansparphase. Bei Auszahlung mit 20 % persönlichem Steuersatz spart sie über 3.000 EUR netto.

Was ist die Abgeltungsteuer?

Die AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
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ist eine pauschale Steuer auf Kapitalerträge in Deutschland. Sie wurde 2009 eingeführt und ersetzt seitdem die individülle Besteuerung von Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen. Der Name kommt daher, dass die Steuer alle Ansprüche des Staates auf diese Erträge „abgilt" — mit der Zahlung ist alles erledigt.

Konkret bedeutet das: Wenn du in einem normalen Depot bei deiner Depotbank Aktien, Fonds oder ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s hältst und damit Gewinne erzielst, behält deine Bank automatisch 25 % dieser Gewinne ein und führt sie ans Finanzamt ab. Du musst dich um nichts kümmern — die Steuer wird direkt an der Qülle einbehalten. Die BaFin überwacht dabei, dass alle Banken diese Regelung korrekt umsetzen.

Abgeltungsteuer Berechnung — 26,375% auf Kapitalerträge

Wie hoch ist die Abgeltungsteuer genau?

Der Grundsatz von 25 % ist nur die halbe Wahrheit. Dazu kommen noch der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Hier die genaue Berechnung:

Bestandteil Satz Bei 1.000 Euro Gewinn
Abgeltungsteuer 25,00 % 250,00 Euro
Solidaritätszuschlag (5,5 % auf Abgeltungsteuer) 1,375 % 13,75 Euro
Kirchensteuer 8 % (Bayern/BW) ~1,96 % ~19,60 Euro
Kirchensteuer 9 % (übrige Länder) ~2,20 % ~22,00 Euro
Gesamt ohne Kirche 26,375 % 263,75 Euro
Gesamt mit Kirche (9 %) ~27,99 % ~279,90 Euro

Worauf fällt die Abgeltungsteuer konkret an?

Die Abgeltungsteuer betrifft alle Kapitalerträge, die du in einem normalen (ungeförderten) Depot erzielst. Dazu gehören:

  • Zinsen — auf Tagesgeld, Festgeld, Anleihen
  • Dividenden — Gewinnausschüttungen von Aktiengesellschaften
  • Kursgewinne — Verkauf von Aktien, Fonds oder ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    s mit Gewinn
  • Ausschüttungen — regelmäßige Erträge aus Investmentfonds
  • VorabpauschaleWas ist Vorabpauschale?Jährliche Mini-Steuer auf Fondsgewinne in normalen Depots. Im Altersvorsorgedepot fällt sie NICHT an — ein Vorteil gegenüber dem freien ETF-Depot.
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    — fiktiver Mindestgewinn bei thesaurierenden Fonds

Der Sparerpauschbetrag: 1.000 Euro steuerfrei

Nicht jeder Euro Kapitalertrag wird besteuert. Der Sparerpauschbetrag stellt sicher, dass Kleinanleger einen Teil ihrer Erträge steuerfrei behalten:

Sparerpauschbetrag 2026: 1.000 Euro pro Person, 2.000 Euro bei zusammenveranlagten Ehepaaren. Um ihn zu nutzen, musst du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag einrichten.

Beispiel: Du erzielst im Jahr 800 Euro an Dividenden und Kursgewinnen. Da dieser Betrag unter dem Sparerpauschbetrag liegt, zahlst du keine Abgeltungsteuer. Erst ab dem 1.001. Euro wird die Steuer fällig.

Abgeltungsteuer vs. Altersvorsorgedepot

Hier liegt der entscheidende Vorteil des neuen Altersvorsorgedepots. Während in einem normalen Depot jedes Jahr Abgeltungsteuer auf deine Erträge anfällt, gilt im geförderten Depot das Prinzip der Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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:

Altersvorsorgedepot

  • Keine Abgeltungsteuer während der Ansparphase
  • Voller Zinseszins-Effekt ohne Steuerabzug
  • Besteuerung erst bei Auszahlung im Alter
  • Dann mit persönlichem EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
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    (oft niedriger)

Normales Depot

  • Jährlich 26,375 % Steuer auf alle Erträge
  • Zinseszins-Effekt wird gebremst
  • Sparerpauschbetrag nur 1.000 Euro
  • Steuer fällt sofort an, nicht erst im Alter

Rechenbeispiel: Der Steuervorteil über 30 Jahre

Wie gross der Unterschied wird, zeigt folgendes Beispiel. Angenommen, du sparst 30 Jahre lang 200 Euro monatlich bei 7 % Rendite:

Kriterium Normales Depot Altersvorsorgedepot
Monatliche Sparrate 200 Euro 200 Euro
Laufzeit 30 Jahre 30 Jahre
Bruttorendite 7 % p.a. 7 % p.a.
Rendite nach Steuern (Ansparphase) ~5,15 % p.a. 7 % p.a. (steuerfrei)
Endkapital (vor finaler Steuer) ~168.000 Euro ~227.000 Euro
Steuervorteil Ansparphase ~59.000 Euro mehr Kapital

Wichtig: Beim Altersvorsorgedepot fallen bei der Auszahlung Steuern an (Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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). Der tatsächliche Vorteil hängt von deinem GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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im Alter ab. In den meisten Fällen ist er aber deutlich niedriger als die Abgeltungsteuer.

Günstigerprüfung: Wann lohnt sich was?

In bestimmten Fällen kann es auch im normalen Depot günstiger sein, den persönlichen EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
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statt der Abgeltungsteuer anzuwenden. Das Finanzamt prüft dies im Rahmen der GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
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automatisch:

  • Dein GrenzsteuersatzWas ist Grenzsteuersatz?Der Steuersatz, der auf den letzten verdienten Euro anfällt. Liegt je nach Einkommen zwischen 14% und 45%. Entscheidend für die Berechnung der Steuerersparnis.
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    liegt unter 25 % — dann zahlst du weniger als die Abgeltungsteuer
  • Das ist typisch für Geringverdiener, Studierende oder Rentner mit niedrigem Einkommen
  • Du musst dafür die Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben (Anlage AVWas ist Anlage AV?Das Formular in der Steuererklärung für die Altersvorsorge. Hier trägst du deine Beiträge zum Altersvorsorgedepot ein. Wird größtenteils vom Anbieter vorausgefüllt.
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    )

Abgeltungsteuer bei ETFs: Teilfreistellung

Seit 2018 gibt es für ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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s mit mindestens 51 % Aktienanteil eine sogenannte Teilfreistellung von 30 %. Das bedeutet: Nur 70 % deiner Erträge werden besteuert. Effektiv sinkt die Abgeltungsteuer damit von 26,375 % auf rund 18,46 %.

Diese Teilfreistellung gilt im normalen Depot. Im Altersvorsorgedepot ist sie nicht relevant, da dort ohnehin keine Abgeltungsteuer anfällt.

Wann musst du dich selbst kümmern?

In den meisten Fällen wird die Abgeltungsteuer automatisch von deiner Bank einbehalten. Es gibt aber Situationen, in denen du selbst aktiv werden musst:

  • Kein Freistellungsauftrag: Ohne Freistellungsauftrag wird auch auf die ersten 1.000 Euro Steuer einbehalten — du kannst sie über die Steuererklärung zurückholen
  • Ausländische Depots: Banken im Ausland behalten keine deutsche Abgeltungsteuer ein — du musst die Erträge selbst in der Steuererklärung angeben
  • Günstigerprüfung: Wenn du denkst, dass dein persönlicher Steuersatz unter 25 % liegt, beantrage die Günstigerprüfung
  • Verlustverrechnung: Verluste aus dem einen Depot können mit Gewinnen aus einem anderen Depot verrechnet werden — das geht nur über die Steuererklärung

Historischer Kontext: Vor 2009

Vor Einführung der Abgeltungsteuer wurden Kapitalerträge mit dem persönlichen EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
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besteuert — bei Besserverdienern also mit bis zu 45 %. Kursgewinne waren nach einer Haltefrist von 12 Monaten komplett steuerfrei. Die Abgeltungsteuer war damals für Gutverdiener eine Entlastung, für Geringverdiener hingegen eine Verschlechterung. Wer den Einfluss der Steuer auf die langfristige Rendite berechnen möchte, kann unseren Steuerrechner nutzen.

Abgeltungsteuer zusammengefasst: Das Wichtigste

Die Abgeltungsteuer ist die pauschale 25-Prozent-Steuer auf Kapitalerträge in Deutschland. Sie wird automatisch von der Bank einbehalten und betrifft Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Im Altersvorsorgedepot fällt sie nicht an — dort gilt die Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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, was einen erheblichen Renditevorteil durch den ungebremsten Zinseszins-Effekt ergibt. Wie gross der Vorteil in deinem Fall ist, zeigt der Depot-Rechner.

Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsprozess — Details können sich noch ändern.

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Zulagen und Steuervorteile

Alle staatlichen Förderungen im Überblick — GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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, KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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und mehr.

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Häufige Fragen

Wie wird das Altersvorsorgedepot besteuert?

In der Ansparphase: keine Abgeltungsteuer auf Kursgewinne oder Dividenden (Steuerstundung). Bei Entnahme im Rentenalter: Besteuerung mit dem persönlichen Einkommensteuersatz. Da Rentner meist niedrigere Steuerquote haben, ist das vorteilhaft.

Was ist der Sonderausgabenabzug beim Altersvorsorgedepot?

Einzahlungen ins Altersvorsorgedepot können als Sonderausgaben abgezogen werden - bis 1.800 EUR/Jahr (geplant). Bei 35% Steuersatz: bis zu 1.050 EUR Steuerersparnis pro Jahr. Zusammen mit Zulage die doppelte Förderung.

Was ist die Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs?

Thesaurierende ETFs unterliegen jährlich einer kleinen Steuer auf fiktive Ausschüttungen (Vorabpauschale). Im Altersvorsorgedepot faellt diese in der Ansparphase nicht an - ein weiterer Steuervorteil gegenüber dem normalen Depot.

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