Nach Jahren mit Nullzinsen bieten Tages- und Festgeldkonten wieder nennenswerte Zinsen. 2023-2024 zahlten die besten Anbieter 3,5-4,5% p.a. — so viel wie seit 2008 nicht mehr. 2025-2026 sind die Zinsen leicht zurückgegangen, aber immer noch weit über Null. Für Anleger stellt sich die Frage: Was ist besser für mein nicht langfristig angelegtes Geld?
Zinsen 2026: Wo stehen Tagesgeld und Festgeld?
| Produkt | Zinsen (beste Anbieter, 2026) | Einlagensicherung |
|---|---|---|
| Tagesgeld (beste dt. Banken) | 2,5-3,0% p.a. | 100.000 EUR (EDIS) |
| Tagesgeld (EU-Banken via Zinsplattformen) | bis 3,5% p.a. | 100.000 EUR (jeweilige Einlagensicherung) |
| Festgeld 1 Jahr | 3,0-3,5% p.a. | 100.000 EUR |
| Festgeld 2 Jahre | 2,8-3,2% p.a. | 100.000 EUR |
| Festgeld 5 Jahre | 2,5-3,0% p.a. | 100.000 EUR |
Die entscheidenden Unterschiede
Tagesgeld:
- Täglich verfügbar, keine Kündigungsfrist
- Zinsen können jederzeit gesenkt werden (variable Verzinsung)
- Ideal für Notgroschen und kurzfristige Rücklagen
- Kein Verlustrisiko
Festgeld:
- Geld für festgelegte Laufzeit gebunden (1 Monat bis 5 Jahre)
- Fixer Zinssatz über die gesamte Laufzeit — auch wenn Marktzinsen fallen
- Kein vorzeitiger Zugriff möglich (oder nur mit Strafzinsen)
- Kein Verlustrisiko
Wann Tagesgeld, wann Festgeld?
| Zweck | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Notgroschen (3 Monatsausgaben) | Tagesgeld | Sofortige Verfügbarkeit nötig |
| Kurzfristige Rücklage (Auto, Urlaub) | Tagesgeld | Zeitpunkt unbekannt, Flexibilität wichtig |
| Geld das definitiv 1 Jahr nicht gebraucht wird | Festgeld 1 Jahr | Höhere Zinsen, kein Risiko wenn Zinsen fallen |
| Langfristige Altersvorsorge (10+ Jahre) | Weder noch → ETF | Realrendite nach Inflation meist negativ |
Das Inflationsproblem: Reale Rendite oft negativ
Bei 3% Tagesgeld und 2,5% Inflation: Reale Rendite = 0,5%. Das ist kaum Kaufkrafterhalt. Wer für die Rente in 20-30 Jahren spart, verliert mit Tagesgeld oder Festgeld real fast alles. Nur Aktien-ETFs liefern historisch 4-6% Realrendite nach Inflation.
Deshalb: Tagesgeld und Festgeld sind für den sicheren Teil des Vermögens (Notgroschen, kurzfristige Ziele). Die Altersvorsorge gehört in ETFs.
Zinsplattformen: Zugang zu europäischen Banken
Plattformen wie Weltsparen, Savedo oder Raisin bieten Zugang zu Banken aus ganz Europa mit oft höheren Zinsen als deutsche Banken. Die Einlagensicherung des jeweiligen Landes gilt (bis 100.000 EUR). Bei EU-Banken ist die Sicherheit hoch — trotzdem: Nur EU-Länder mit solider Einlagensicherung nutzen (Deutschland, Niederlande, Frankreich, Österreich bevorzugen).
Fazit: Tagesgeld für Sicherheit, ETF für Altersvorsorge
Tagesgeld und Festgeld haben einen festen Platz im Finanzplan — aber nicht als Altersvorsorge-Instrument. Der Notgroschen gehört auf Tagesgeld, Geld das definitiv 1-2 Jahre nicht gebraucht wird kann auf Festgeld. Alles andere, was langfristig angespart wird, gehört in globale ETFs — nur dort gibt es nach Inflation echte Rendite.