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Space ETF — So investiert man in die Raumfahrtindustrie

Satelliten, Raketen, Weltraum-Internet, Mondmissionen: Die kommerzielle Raumfahrt boomt. Welche ETFs deutschen Anlegern Zugang verschaffen — und warum SpaceX darin noch fehlt.

Space ETF Raumfahrt investieren ETF

Die Raumfahrtindustrie erlebt gerade ihre privatwirtschaftliche Revolution. Was jahrzehntelang Regierungsmonopol war, wird heute von Unternehmen wie SpaceX, Blue Origin und Rocket Lab dominiert. Morgan Stanley schätzt, dass der globale Raumfahrtmarkt bis 2040 auf über 1 Billion USD wachsen wird — von aktuell rund 350 Milliarden USD. Für Privatanleger gibt es inzwischen mehrere ETF-Möglichkeiten, an diesem Wachstum zu partizipieren.

Was Space-ETFs enthalten

Raumfahrt-ETFs investieren in den gesamten Ökosystem der Weltraumwirtschaft:

  • Satellitenkommunikation: Intelsat, SES, Viasat, Globalstar
  • Raketenhersteller & Startplattformen: Rocket Lab (RKLB), Virgin Galactic, Aerojet Rocketdyne
  • Raumfahrt-Infrastruktur: Maxar Technologies (Satellitenbau), DigitalGlobe
  • Luft- & Raumfahrt-Konzerne: Boeing, Lockheed Martin, Northrop Grumman, L3Harris
  • Space-Datenanalyse: Planet Labs, Satellogic
  • Terrestrische Enabler: NVIDIA (KI für Satellitendaten), Amazon (AWS für Space-Kunden)

Die wichtigsten Space-ETFs für DE-Anleger

ETFISINTERTitelFokus
Procure Space UCITS ETF (UFO)IE000A2QNPJ40,75%ca. 35Reiner Space-Fokus: nur Unternehmen mit 50%+ Umsatz aus Raumfahrt
ARK Space Exploration & Innovation UCITS ETFIE000N7FQOO00,75%ca. 40Cathie Woods Raumfahrt-ETF: inkl. SpaceX-Privatplatzierung via ARKX
iShares U.S. Aerospace & Defense UCITS ETFIE00B43RQ7500,35%ca. 35Breiter: inkl. Rüstung (Lockheed, Northrop) — nicht reiner Space
SPDR S&P Aerospace & Defense UCITS ETFIE00BYTRR8630,35%ca. 35S&P-basiert, Mix aus Space und Defense

Warum SpaceX nicht in diesen ETFs ist

SpaceX ist das wertvollste Raumfahrtunternehmen der Welt — aber es ist nicht börsennotiert. Das Unternehmen ist privat, und Elon Musk hat mehrfach erklärt, SpaceX selbst nicht an die Börse zu bringen. Starlink (die Satelliten-Internet-Tochter) soll irgendwann einen eigenständigen IPO bekommen — aber kein konkretes Datum ist bekannt.

Ausnahme: Der ARK Space Exploration UCITS ETF hält über seine US-Mutterfonds eine kleine SpaceX-Privatplatzierung. Diese macht aber nur einen kleinen Prozentsatz des Portfolios aus und ist nicht direkt handelbar.

Mehr dazu: SpaceX IPO — Wann und wie Anleger investieren können

Procure Space vs. ARK Space — Der wichtige Unterschied

MerkmalProcure Space (UFO)ARK Space Exploration
Indexbasiert / aktivPassiv (S-Network Space Index)Aktiv (Cathie Wood's Team)
Kriterium für AufnahmeMin. 50% Umsatz aus RaumfahrtAktive Auswahl durch ARK
SpaceX-ExposureNeinIndirekt (klein)
Top-PositionIridium Communications, Viasat, MaxarTesla, Trimble, Kratos Defense
VolatilitätSehr hochSehr hoch
TER0,75%0,75%

Wichtig: Der ARK Space ETF enthält überraschend viel Tesla (ca. 10%) — weil ARK Tesla als Enabler für Raumfahrt-Technologien sieht (Batterien, Produktion). Wer reine Raumfahrt ohne Tesla-Exposure will, ist mit dem Procure Space ETF besser bedient.

Performance und Risiken

Space-ETFs sind extreme Themen-Investments. Procure Space (US-Version, seit 2019) hatte:

  • 2020: +15% (Raumfahrt-Boom durch Corona-Digitalisierung)
  • 2021: -12% (Zinsängste trafen Wachstumswerte)
  • 2022: -25% (Zinserhöhungen, Rüstungsanteil pufferte)
  • 2023: +28% (KI-Boom, Satelliten-Daten als KI-Infrastruktur)
  • 2024: +15% (Starship-Erfolge, Rüstungsausgaben)

Langfristig bleibt die Branche von wenigen großen Entwicklungen abhängig: Starlink-Erfolg, Mondmissionen (Artemis-Programm), kommerzielle Raumstationen nach der ISS. Das Timing dieser Entwicklungen ist nicht vorhersehbar.

Alternativen: Aerospace & Defense ETFs

Für Anleger die Raumfahrt mit weniger Volatilität wollen: Aerospace-&-Defense-ETFs investieren in dieselben Großkonzerne (Lockheed Martin, Northrop Grumman, Boeing, Airbus) haben aber diversifizierte Einnahmequellen aus Rüstung, Luftfahrt und Raumfahrt. Die TER ist mit 0,35% niedriger, und die Volatilität deutlich geringer.

Fazit: Space-ETF als kleine Überzeugungsposition

Wer an die langfristige Kommerzialisierung des Weltraums glaubt, kann 3–5% des Portfolios in einen Space-ETF investieren. Die Branche ist real und wächst stark — aber die ETFs sind teuer (0,75% TER), volatil und oft durch Defense-Anteile "verwässert". SpaceX selbst ist noch nicht investierbar. Wer auf den SpaceX-IPO wartet, muss vermutlich noch Jahre Geduld aufbringen — oder über den ARK-Fonds mit minimaler Indirektbeteiligung vorlieb nehmen.

Häufige Fragen

Warum ist SpaceX nicht in Space-ETFs enthalten?

SpaceX ist nicht börsennotiert — es ist ein privates Unternehmen (Eigentümer: Elon Musk, ca. 42 % Anteil). ETFs können nur börsennotierte Aktien halten. Das bedeutet: Das wertvollste Raumfahrtunternehmen der Welt (Bewertung zuletzt über 200 Mrd. USD) fehlt in allen Space-ETFs. Stattdessen: Rocket Lab, Virgin Galactic (klein, verlustreich), Airbus, Boeing, Lockheed Martin (diversifiziert, nicht reine Space-Plays). Das ist ein fundamentales Problem aller Space-ETFs.

Was enthalten Space-ETFs tatsächlich?

Procure Space ETF (UFO): ~30 Unternehmen, 80 % Umsatz aus Raumfahrt. Viele davon: Satellitenkommunikation (Intelsat, SES), GPS-Technologie, Rüstungsunternehmen mit Raumfahrtsparte. ARK Space Exploration (ARKX): breiter definiert — enthält auch Drohnen, autonome Fahrzeuge (Tesla war zeitweise enthalten). iShares Aerospace & Defense: Überlappung mit Rüstung (Lockheed Martin, Northrop Grumman). Wer in "reine Raumfahrt" investieren will, wird enttäuscht — die verfügbaren Unternehmen sind stark diversifiziert.

War Space-ETF ein rentables Investment nach dem Hype 2021?

Nein — Procure Space ETF (UFO) verlor von 2021 bis 2023 über 50 % seines Wertes. ARK Space Exploration noch mehr. Gründe: Zinserhöhungen 2022–2023 trafen kapitalintensive Raumfahrt-Startups hart, Virgin Galactic war zeitweise mit über 20 % im UFO gewichtet und verlor fast alles. Das Thema Raumfahrt ist real (Starlink, Erdbeobachtung, Militärsatelliten), aber die verfügbaren börsengelisteten Unternehmen sind oft spekulative Smallcaps.

Wie viel Space-ETF ist im Portfolio sinnvoll?

Als Spekulationsanteil: maximal 5 % des Gesamtportfolios. Nicht mehr. Space-ETFs sind hochvolatil, stark von einzelnen Unternehmen abhängig und haben höhere TERs (0,75–1,0 %). Das ist kein Altersvorsorge-Investment — es ist eine Wette auf einen Trend. Wer an Raumfahrt glaubt: Besser in einen breiteren Technologie-ETF investieren oder direkt in einzelne Large-Cap-Unternehmen mit Raumfahrtsparte (Boeing, Airbus, Northrop) als ETF-Direktanlage.

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