Selbständige Frauen und Altersvorsorge — Gender Pension Gap

Key-Facts: Selbständige Frauen und Rente

  • Gender Pension Gap Deutschland 36,9 %
  • Durchschnittliche Rente Frauen (selbständig) ca. 1.400 EUR brutto
  • Durchschnittliche Rente Männer (selbständig) ca. 2.300 EUR brutto
  • Selbständige Frauen ohne Vorsorge ca. 55 %
  • KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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    pro Kind bis 300 EUR/Jahr

Warum trifft es selbständige Frauen doppelt?

Der Gender Pension Gap hat bei Angestellten schon gravierende Auswirkungen. Bei selbständigen Frauen potenziert er sich aus mehreren Gründen:

Faktor 1: Niedrigere Einkommen. Selbständige Frauen verdienen im Durchschnitt 1.400 EUR brutto gegenüber 2.300 EUR bei Männern. Das sind 900 EUR weniger — jeden Monat. Über 30 Jahre bedeutet das eine massive Rentenlücke, besonders ohne gesetzliche Rente als Auffangnetz.

Faktor 2: Keine automatische Rentenversicherung. Während angestellte Frauen zumindest über den Arbeitgeber in die gesetzliche Rente einzahlen (und dort Erziehungszeiten angerechnet bekommen), haben selbständige Frauen oft gar keine Basis. Kein PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
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-Status, keine Rentenpunkte, kein Arbeitgeberzuschuss.

Faktor 3: Kindererziehung und Auszeiten. Selbständige Frauen nehmen seltener eine formale Elternzeit, aber reduzieren faktisch ihre Arbeitszeit und ihr Einkommen. Anders als bei Angestellten gibt es keine Mutterschutzfristen mit Lohnfortzahlung. Der Wiedereinstieg nach einer Babypause als Selbständige ist oft mit erneutem Kundenaufbau verbunden.

Die Zahlen im Vergleich

Merkmal Selbst. Frauen Selbst. Männer Angest. Frauen
Durchschnittliches Einkommen ca. 1.400 EUR ca. 2.300 EUR ca. 1.800 EUR
Ohne Altersvorsorge ca. 55 % ca. 20 % 0 % (Pflicht)
Rente unter 700 EUR ca. 45 % ca. 25 % ca. 20 %
Gesetzliche Rente Oft keine Oft keine Ja (automatisch)
Erziehungszeiten anrechenbar Nur bei GRV-Mitgliedschaft Selten relevant Ja (automatisch)

Die KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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als besonderer Hebel

Das Altersvorsorgedepot bietet einen Vorteil, der besonders für Mütter relevant ist: Die Kinderzulage. Für jedes Kind, das ab 2008 geboren wurde, gibt es bis zu 300 EUR pro Jahr zusätzlich zur GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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von 540 EUR. Eine selbständige Mutter mit zwei Kindern erhält also bis zu 1.140 EUR staatliche Förderung jährlich — ohne einen Cent eigenen Beitrag dafür aufwenden zu müssen (abgesehen vom Mindesteigenbeitrag).

Rechenbeispiel: Lisa ist selbständige Grafikdesignerin, 32 Jahre, zwei Kinder. Einkommen: 24.000 EUR/Jahr. Sie zahlt 100 EUR/Monat ins Altersvorsorgedepot (ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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, MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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). Dazu kommen 540 EUR Grundzulage + 600 EUR Kinderzulage = 1.140 EUR Zulagen. Ihr Eigenbeitrag: 1.200 EUR/Jahr. Die staatliche Förderung verdoppelt ihren Beitrag fast. Die GünstigerprüfungWas ist Günstigerprüfung?Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für dich vorteilhafter ist. Du bekommst immer das bessere Ergebnis.
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ergibt bei ihrem EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
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: Zulagen sind vorteilhafter als der SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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.

Auswege: Was selbständige Frauen jetzt tun können

1. Altersvorsorgedepot eröffnen — auch mit kleinen Beträgen. Der Zinseszinseffekt und die Zulagen wirken über Jahrzehnte. Schon 50 EUR/Monat plus Grundzulage und Kinderzulagen bringen nach 30 Jahren ein relevantes Polster. Der Depot-Rechner zeigt dir das konkret.

2. KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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ausschöpfen.
Viele Frauen wissen nicht, dass die Kinderzulage auch für Selbständige gilt — sofern sie förderberechtigt sind. Über die KSK oder ein Versorgungswerk entsteht die Pflichtversicherung, die den Zugang öffnet.

3. Schwankendes Einkommen einplanen. Flexible Beiträge sind bei Selbständigkeit und Familienplanung entscheidend. Das Depot kann pausiert werden, ohne den Vertrag zu verlieren.

4. Insolvenzschutz nutzen. Das Depot ist pfändungsgeschützt — bei einer Scheidung oder Geschäftsaufgabe bleibt es erhalten. Ein normales ETF-Depot wäre angreifbar.

5. Nicht auf den Partner verlassen. Rund 40 % der Ehen werden geschieden. Wer als selbständige Frau die Altersvorsorge dem Partner überlässt, steht im Trennungsfall ohne Absicherung da. Das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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ist ein persönliches Depot — es gehört dir allein.

Sondersituation: Selbständige Mütter in der KSK

Künstlerinnen und Publizistinnen in der KSK sind PflichtversichertWas ist Pflichtversichert?Wer Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt — die Grundvoraussetzung für die Förderung beim Altersvorsorgedepot.
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und damit automatisch förderberechtigt für das Altersvorsorgedepot. Die Kombination aus KSK-Rente + Depot + Kinderzulage ist besonders attraktiv. Allerdings reichen die 9,3 % KSK-Rentenbeitrag auf die oft niedrigen Kreativ-Einkommen nicht für eine auskömmliche Rente — das Depot schließt diese Lücke.

Für Gründerinnen gilt: Auch in der Startphase lohnt sich der Minimalbeitrag. Die Nachgelagerte BesteuerungWas ist Nachgelagerte Besteuerung?Steuerprinzip bei der Altersvorsorge: In der Ansparphase steuerfrei, erst bei der Auszahlung im Ruhestand wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.
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im Alter ist bei niedrigerem EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
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besonders vorteilhaft — und bei vielen Frauen ist der Steuersatz in der Rente deutlich niedriger als im Berufsleben.

Vorteile

  • Kinderzulage: bis 300 EUR pro Kind und Jahr
  • Grundzulage: bis 540 EUR pro Jahr
  • Eigenes Depot — unabhängig vom Partner
  • Pfändungsschutz bei Scheidung und Insolvenz
  • Flexible Beiträge für Familien- und Einkommensphasen

Nachteile / Risiken

  • Niedrigeres Einkommen = weniger Spielraum für Beiträge
  • Erziehungszeiten nur bei GRV-Mitgliedschaft anrechenbar
  • FörderschädlichWas ist Förderschädlich?Wenn du das Geld vor dem Rentenalter entnimmst, musst du alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Die Kursgewinne darfst du behalten.
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    e Entnahme: Zulagen zurückzahlen
  • Marktrisiko bei ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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    -Anlage
  • Förderberechtigung bei fehlender Pflichtversicherung prüfen

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