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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Renteninformation verstehen — den jährlichen Brief richtig lesen

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer bekommt sie Alle Versicherten ab 27 Jahren (mind. 5 Beitragsjahre)
  • Häufigkeit Einmal jährlich per Post
  • 3 Beträge im Brief Erwerbsminderungsrente, aktuelle Rente, Hochrechnung
  • Brutto oder netto Brutto — Steuern und KV fehlen!
  • Inflation berücksichtigt Nein — Kaufkraftverlust fehlt komplett

Was steht in der Renteninformation?

Die Renteninformation ist ein einseitiges Schreiben der Deutschen Rentenversicherung. Du kannst sie inzwischen auch digital über die Online-Services der Deutschen Rentenversicherung einsehen. Es enthält drei zentrale Beträge, die deine Situation widerspiegeln:

Betrag Was er bedeutet Worauf achten
Erwerbsminderungsrente Was du erhältst, wenn du heute voll erwerbsgemindert würdest Wichtige Absicherung — oft erstaunlich niedrig
Bisher erreichte Rente Was du bekommst, wenn du JETZT aufhörst einzuzahlen und mit 67 in Rente gehst Zeigt deinen bisherigen Stand, nicht die Zukunft
Hochrechnung Was du bekommst, wenn du bis 67 weiter so verdienst wie bisher Optimistisches Szenario — Realität weicht oft ab

Zusätzlich enthält der Brief eine zweite Hochrechnung mit jährlichen Rentenanpassungen von 1-2 %. Diese Zahl sieht höher aus, berücksichtigt aber nicht die Inflation.

Die 5 größten Fallstricke

1. Die Beträge sind brutto

Alle Zahlen in der Renteninformation sind Bruttobeträge. Davon werden noch abgezogen:

  • Krankenversicherung: ca. 7,3 % + Zusatzbeitrag (ca. 8,5 % gesamt)
  • Pflegeversicherung: ca. 3,6 %
  • Einkommensteuer (abhängig vom Gesamteinkommen)

Faustregel: Von der Bruttorente bleiben dir nach Sozialabgaben und Steuern etwa 80-85 % netto (abhängig vom EinkommensteuersatzWas ist Einkommensteuersatz?Der persönliche Steuersatz auf dein Einkommen. Steigt progressiv von 14% bis 45%. Im Ruhestand typischerweise 15-30%, da das Einkommen niedriger ist als im Berufsleben.
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und Steuerfreibeträgen).

2. Inflation fehlt komplett

Wenn in deinem Brief steht "voraussichtlich 1.600 EUR" und du noch 30 Jahre bis zur Rente hast, dann haben 1.600 EUR in 30 Jahren bei 2 % Inflation nur noch die Kaufkraft von ca. 880 EUR heute. Die Renteninformation erwähnt das mit keinem Wort.

Achtung: Die Hochrechnung MIT Rentenanpassung (der höhe Betrag im Brief) suggeriert eine schöne Zahl. Aber die Anpassungen gleichen oft nur die Inflation aus — oder bleiben sogar dahinter zurück. Deine reale Kaufkraft steigt dadurch kaum.

3. Die Hochrechnung unterstellt Kontinuität

Die Rentenversicherung rechnet so, als würdest du bis 67 exakt so weiterverdienen wie im letzten Jahr. In der Realität gibt es Gehaltseinbrüche durch Elternzeit, Arbeitslosigkeit, Teilzeit, Branchenwechsel oder Selbständigkeit. Die Hochrechnung ist fast immer zu optimistisch.

4. Frührente wird nicht berücksichtigt

Willst du früher in Rente, fehlen dir Beitragsjahre und du bekommst Abschläge. Die Renteninformation zeigt nur den Fall "Rente mit 67, volle Einzahlung". Dein tatsächlicher Betrag bei Frührente kann 15-30 % niedriger sein.

5. Keine Aussage über die Rentenlücke

Der Brief sagt dir nicht, wie viel du im Alter tatsächlich brauchst. Er zeigt nur, was das System dir zahlt. Die Rentenlücke — der Unterschied zwischen Rente und gewünschtem Lebensstandard — musst du selbst berechnen. Ob deine Rente wirklich ausreicht, zeigt dir der Ratgeber Reicht meine Rente?

So liest du den Brief richtig — Schritt für Schritt

  1. Hochrechnung nehmen — Den höchsten Betrag (Hochrechnung ohne Anpassung) als Ausgangswert.
  2. ca. 12 % abziehen — Für Kranken- und Pflegeversicherung. Ergibt den Nettobetrag vor Steuern.
  3. Steuern schätzen — Bei einer Bruttorente von 1.600 EUR zahlst du als Rentner ca. 5-10 % Steuern (abhängig von weiteren Einkünften und Freibeträgen).
  4. Inflation berücksichtigen — Den Nettobetrag mit einem Inflationsrechner auf die heutige Kaufkraft umrechnen. Faustregel: Bei 2 % Inflation halbiert sich die Kaufkraft in 35 Jahren.
  5. Rentenlücke berechnen — Differenz zwischen deinem heutigen Netto und der kaufkraftbereinigten Nettorente = deine Rentenlücke pro Monat.

Beispielrechnung: Was der Brief wirklich sagt

Schritt Betrag
Hochrechnung im Brief1.650 EUR brutto
Nach KV + PV (-12 %)1.452 EUR
Nach Steuern (ca. -8 %)1.336 EUR netto
Kaufkraft heute (25 Jahre, 2 % Inflation)ca. 815 EUR
Heutiges Nettoeinkommen2.800 EUR
Rentenlücke (real)ca. 1.985 EUR/Monat

Was bedeutet das für dein Altersvorsorgedepot?

Die Renteninformation ist dein Startpunkt für die private Vorsorgeplanung. Nimm die Zahlen, rechne sie wie oben beschrieben auf die Realität herunter — und schließe die Lücke mit dem Altersvorsorgedepot.

Die staatliche Förderung macht das Altersvorsorgedepot besonders effizient: GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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(bis 540 EUR/Jahr), KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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(bis 300 EUR pro Kind) und der SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
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entfällt in der Ansparphase.

Nutze den Depot-Rechner, um zu berechnen, wie viel du monatlich einzahlen musst, um deine persönliche Rentenlücke zu schließen.

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Häufige Fragen

Was bedeutet die "bisher erreichte Rente" in der Renteninformation?

Die "bisher erreichte Rente" zeigt dir, was du bekommst, wenn du ab heute keinen weiteren Euro in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst und mit 67 in Rente gehst. Es ist dein aktueller Stand — nicht deine erwartete Rente. Je mehr Beitragsjahre noch vor dir liegen, desto weiter liegt dieser Betrag unter deiner tatsächlichen späteren Rente.

Warum ist die Hochrechnung in der Renteninformation unzuverlässig?

Die Hochrechnung unterstellt, dass du bis 67 genau so viel verdienst wie im letzten Jahr — ohne Unterbrechungen, Gehaltseinbrüche oder Lebensveränderungen. Elternzeit, Teilzeit, Jobwechsel mit Einkommensrückgang oder Selbständigkeit werden nicht berücksichtigt. Die reale Rente fällt fast immer niedriger aus als die Hochrechnung suggeriert.

Wie berechne ich meine Rentenlücke aus der Renteninformation?

Nimm die Hochrechnung ohne Rentenanpassung, ziehe ca. 12 % für Kranken- und Pflegeversicherung ab, dann ca. 5-10 % Steuern, und rechne die verbleibende Summe auf die heutige Kaufkraft um (bei 2 % Inflation: Betrag ÷ 1,02^Jahre). Die Differenz zu deinem aktuellen Nettoeinkommen ist deine monatliche Rentenlücke.

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