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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Rente mit 63 — Früher in Rente gehen

Das Wichtigste in Kürze

  • Abschlagsfrei mit 63 Nur mit 45 Beitragsjahren (besonders langjährig Versicherte)
  • Für Jahrgang 1964+ Abschlagsfrei erst mit 65 (statt 63)
  • Mit Abschlägen ab 63 Bereits ab 35 Beitragsjahren möglich
  • Abschlag 0,3 % pro Monat früher = bis zu 14,4 %
  • Abschläge Gelten lebenslang, kein Ausgleich im Alter

Was bedeutet "Rente mit 63" wirklich?

Der Begriff "Rente mit 63" ist umgangssprachlich und bezieht sich auf die 2014 eingeführte abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte. Wer mindestens 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, konnte ursprünglich mit 63 in Rente — ohne einen Cent Abzug.

Allerdings steigt auch diese Altersgrenze schrittweise an. Für den Jahrgang 1964 und später liegt sie bei 65 Jahren. "Rente mit 63" im wörtlichen Sinne gibt es also nur noch für ältere Jahrgänge.

Die zwei Wege zur Frührente

Weg 1: Abschlagsfrei mit 45 Beitragsjahren

Wer als "besonders langjährig Versicherter" gilt (45 Pflichtbeitragsjahre), kann 2 Jahre vor der Regelaltersgrenze abschlagsfrei in Rente. Was zählt zu den 45 Jahren:

  • Pflichtbeiträge aus Beschäftigung
  • Kindererziehungszeiten (bis zu 10 Jahre pro Kind)
  • Pflegezeiten
  • Zeiten mit Arbeitslosengeld I (nicht ALG II/Bürgergeld!)
  • Freiwillige Beiträge (mindestens 18 Jahre Pflichtbeiträge)
  • Wehr- und Zivildienst
Achtung: Zeiten mit Arbeitslosengeld II (Bürgergeld) zählen nicht zu den 45 Jahren. Auch Schulzeiten und Studium zählen nicht. Das ist einer der häufigsten Irrtümer.

Weg 2: Frührente mit Abschlägen (ab 35 Beitragsjahren)

Wer mindestens 35 Versicherungsjahre hat (langjährig Versicherter), kann ab 63 in Rente gehen — allerdings mit Abschlägen. Pro Monat vor der Regelaltersgrenze werden 0,3 % abgezogen.

Renteneintritt Jahre vor Regelalter Abschlag Bei 1.600 EUR Bruttorente
Mit 67 (regulär) 0 0 % 1.600 EUR
Mit 66 1 -3,6 % 1.542 EUR
Mit 65 2 -7,2 % 1.485 EUR
Mit 64 3 -10,8 % 1.427 EUR
Mit 63 4 -14,4 % 1.370 EUR

Was kosten die Abschläge wirklich?

Die Abschläge wirken auf den ersten Blick moderat. Aber sie gelten lebenslang — auch mit 80, 85 oder 90 Jahren. Über einen durchschnittlichen Rentenbezug von 20 Jahren summieren sich die Verluste:

Szenario Monatlich weniger Verlust nach 20 Jahren Zusätzliche Rente vorab
2 Jahre früher -115 EUR -27.600 EUR +38.400 EUR (2 Jahre x 1.600)
4 Jahre früher -230 EUR -55.200 EUR +76.800 EUR (4 Jahre x 1.600)

Bei 2 Jahren Frührente bekommst du 2 Jahre länger Rente (+38.400 EUR), verlierst aber über 20 Jahre 27.600 EUR durch Abschläge. Der "Break-Even" liegt bei etwa 14 Jahren Rentenbezug. Wer älter als 77 wird, fährt mit der regulären Rente besser.

Gut zu wissen: Du kannst die Abschläge teilweise ausgleichen, indem du zusätzliche Beiträge an die Rentenversicherung zahlst. Das geht ab 50 Jahren. Ob sich das lohnt, hängt von deiner Lebenserwartung und der Alternativanlage ab. Mehr dazu: Freiwillig einzahlen.

Rente mit 63 und weiterarbeiten — geht das?

Ja. Seit 2023 gibt es keine Hinzuverdienstgrenzen mehr bei der Altersrente. Du kannst also mit 63 Rente beziehen und gleichzeitig weiterarbeiten — in Voll- oder Teilzeit. Der Verdienst wird nicht auf die Rente angerechnet. Du zahlst aber weiter Rentenversicherungsbeiträge und sammelst zusätzliche Rentenpunkte.

Was bedeutet das für dein Altersvorsorgedepot?

Wer früher in Rente will, braucht ein größeres finanzielles Polster. Die Abschläge bei der gesetzlichen Rente machen die Lücke noch größer. Genau hier kommt das Altersvorsorgedepot ins Spiel: Es kann die Abschläge ausgleichen oder sogar übersteigen.

Nehmen wir an, du willst mit 63 in Rente und hast 230 EUR weniger gesetzliche Rente (14,4 % Abschlag). Um das auszugleichen, brauchst du ein Depot von rund 70.000-80.000 EUR (bei 4 % Entnahmerate). Mit ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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Häufige Fragen

Kann man wirklich mit 63 in Rente gehen?

Ja — unter Bedingungen. Altersrente für besonders langjährig Versicherte (§ 38 SGB VI): Renteneintritt mit 63 möglich, wenn 45 Jahre Wartezeit erfüllt. Was zählt zu den 45 Jahren: Pflichtbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehungszeiten (3 Jahre/Kind), Pflege-Beitragszeiten, Zeiten des Bezugs von ALG I (nicht Bürgergeld). Was nicht zählt: Die letzten 2 Jahre vor Rentenbeginn, wenn durch künstliche Maßnahmen Arbeitslosigkeit herbeigeführt wurde. Für Geburtsjahrgänge ab 1964: Keine Abschläge bei 45-jähriger Wartezeit.

Welche Abschläge entstehen bei Rente mit 63 ohne 45 Beitragsjahre?

Altersrente für langjährig Versicherte (35 Jahre Wartezeit): Rentenbeginn ab 63 möglich, aber mit Abschlägen. Abzug: 0,3 % pro Monat vor dem regulären Rentenalter (67). Maximaler Abzug bei 48 Monaten vor 67: 14,4 %. Beispiel: Rente wäre bei 67 Jahren: 1.200 EUR. Rente ab 63: 1.200 × (1 - 0,144) = 1.027 EUR/Monat. Dauerhaft lebenslang. Ausgleich durch Einmalzahlung: § 187a SGB VI erlaubt Ausgleichszahlung, um Abschläge zu eliminieren. Lohnt sich oft bei guter Gesundheit und langen Rentenerwartungen. Das AVD schließt die Einkommenslücke bis zum vollen GRV-Bezug.

Wie plant man den Übergang in die Rente mit 63 mit dem AVD?

Übergangsplan mit AVD: 1) Phase 63–67: GRV mit Abschlägen + AVD-Entnahme beginnen. AVD kompensiert die Abschlag-Lücke (bis 14,4 %). 2) Ab 67: GRV ohne Abschlag + reduzierte AVD-Entnahme (da GRV-Lücke kleiner). 3) AVD-Strategie: Ab 60 schrittweise Gleitpfad in defensivere Allokation (30 % Anleihen). 4) Steuerliche Optimierung: AVD-Entnahme in Jahren mit niedrigem anderen Einkommen erhöhen. Konkrete Rechnung: Bei 1.200 EUR GRV mit 63 (statt 1.400 EUR mit 67): 200 EUR Monatslücke × 12 × 4 Jahre = 9.600 EUR + Zinseszins. AVD braucht ca. 50.000 EUR Puffer für diese Phase.

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