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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Die Kurzantwort

  • Durchschnittsrente Männer (West) ca. 1.690 EUR brutto (2024)
  • Durchschnittsrente Frauen (West) ca. 1.120 EUR brutto (2024)
  • Benötigt im Alter (Faustregel) 70–80 % des letzten Nettoeinkommens
  • Typische Rentenlücke 600–1.000 EUR pro Monat
  • Rentenniveau aktuell ca. 48 % des Durchschnittslohns

Was bekomme ich wirklich? Die Durchschnittsrenten in Deutschland

Die gesetzliche Rente hängt stark davon ab, wie lange und wie viel du eingezahlt hast. Doch selbst wer ein langes Arbeitsleben mit durchschnittlichem Einkommen hinter sich hat, kommt auf bescheidene Beträge. Die aktuellen Durchschnittswerte (2024, brutto, Altersrenten):

Gruppe Durchschnittsrente brutto Netto (ca.) Anmerkung
Männer — West 1.690 EUR ca. 1.490 EUR Lange Erwerbsbiografie
Männer — Ost 1.490 EUR ca. 1.310 EUR DDR-Zeiten: oft vollständige Erwerbsbiografie
Frauen — West 1.120 EUR ca. 990 EUR Teilzeit und Erziehungszeiten drücken Rentenpunkte
Frauen — Ost 1.280 EUR ca. 1.130 EUR Höhere Erwerbsquote in der DDR wirkt sich positiv aus
Gesamtdurchschnitt ca. 1.390 EUR ca. 1.220 EUR Alle Altersrentenarten zusammen

Zum Vergleich: Die Deutsche Rentenversicherung veröffentlicht jährlich den Rentenspiegel mit aktuellen Werten. Die Zahlen zeigen: Selbst bei einem klassischen Vollzeit-Arbeitsleben kommt man auf Beträge, die in einer normalen deutschen Großstadt kaum ausreichen.

Wie viel brauche ich im Alter wirklich?

Faustregel unter Finanzplanern: Im Alter benötigt man rund 70 bis 80 % des letzten Nettoeinkommens. Manche Ausgaben sinken (keine Fahrtkosten, Berufskleidung, Altersvorsorgebeiträge selbst), andere steigen (Gesundheit, Pflege, Zeit für Hobbys und Reisen).

Für jemanden mit 2.500 EUR Nettoeinkommen wären das rund 1.750 bis 2.000 EUR pro Monat im Alter. Wer dann 1.200 EUR gesetzliche Rente bekommt, hat eine monatliche Lücke von 550 bis 800 EUR — die er selbst schließen muss.

Die Renteninformation lesen — das steht da wirklich drin

Jeder sozialversicherungspflichtig Beschäftigte über 27 erhält einmal jährlich seine Renteninformation per Post. Sie zeigt drei Werte:

  • Aktuelle Rentenanwartschaft — was du heute bekommen würdest, wenn du morgen in Rente gehst
  • Rente mit 67 bei gleichbleibendem Verdienst — die realistischste Prognose
  • Rente bei verminderter Erwerbsfähigkeit — für den Fall einer Erwerbsminderung

Alles Brutto-Werte. Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung sowie Einkommensteuer bleiben oft 10–15 % weniger. Mehr dazu im Ratgeber Renteninformation richtig lesen und verstehen.

Tipp: Rentenbescheid nicht gefunden? Über das Online-Portal der Deutschen Rentenversicherung kannst du dein Rentenkonto einsehen und eine aktuelle Auskunft anfordern.

Die Rentenlücke berechnen — ein konkretes Beispiel

Nehmen wir Monika, 42 Jahre alt, Vollzeit im öffentlichen Dienst, 2.800 EUR netto:

  • Erwarteter Bedarf im Alter: 2.800 × 75 % = 2.100 EUR/Monat
  • Prognostizierte gesetzliche Rente laut Renteninformation: 1.350 EUR netto
  • Monatliche Rentenlücke: 750 EUR

750 EUR Lücke klingen überschaubar. Aber Monika wird voraussichtlich 25 Jahre im Ruhestand verbringen (Rentenalter 67, Lebenserwartung 92). Das macht 225.000 EUR, die sie braucht — in heutigen Kaufkraftpreisen. Inflationsbereinigt ist der Betrag noch höher.

Wie groß deine eigene Lücke ist, zeigt dir der Rentenlückenrechner mit wenigen Eingaben.

Was das Rentenniveau bedeutet — und warum es sinkt

Das Rentenniveau gibt an, welchen Anteil am Durchschnittsverdienst die Standardrente nach 45 Beitragsjahren beträgt. Aktuell liegt es bei rund 48 %. Laut Prognosen könnte es bis 2040 auf 44–46 % sinken, wenn keine Reformen kommen. Das hängt mit dem demografischen Wandel zusammen: immer weniger Einzahler müssen immer mehr Rentner finanzieren. Details dazu im Ratgeber Rentenniveau in Deutschland.

Frau berechnet im Homeoffice ihre Rentenlücke und Vorsorgeoptionen

Wege, die Rentenlücke zu schließen

Die Lücke ist kein Schicksal. Es gibt konkrete Wege, sie ganz oder teilweise zu schließen:

1. ETF-Sparplan oder Altersvorsorgedepot

Ein monatlicher ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Sparplan auf einen breiten Index wie den MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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ist die effizienteste Methode, langfristig Vermögen aufzubauen. Wer 25 Jahre lang 300 EUR pro Monat anlegt und dabei 6 % Rendite erzielt, hat am Ende rund 208.000 EUR.

Ab 2027 kommt das staatlich geförderte AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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hinzu. Es kombiniert ETF-Investitionen mit staatlicher Zulage und Steuervorteilen — besonders attraktiv für Pflichtversicherte. Rechne direkt durch, was das für dich bringt: Zum Rechner.

2. Freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rente

Wer weniger als 5 Jahre bis zur Rente hat und die Rente aufstocken möchte, kann freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Das ist besonders sinnvoll, wenn man dadurch die Wartezeit für eine Rente ohne Abschläge erfüllt.

3. Nebeneinkünfte im Ruhestand

Seit 2023 gibt es keine Hinzuverdienstgrenzen mehr für Rentner. Wer im Ruhestand teilweise weiterarbeitet, kann sein Einkommen unbegrenzt aufstocken — ohne die Rente zu gefährden.

4. Eigene Immobilie als Absicherung

Wer im Alter mietfrei wohnt, reduziert seinen monatlichen Bedarf deutlich. Eine abbezahlte Wohnung verringert die Rentenlücke effektiv — auch wenn sie im Rechenmodell nicht als Kapital erscheint.

Alle zehn Wege im Detail: Rente aufbessern: 10 Wege im Vergleich. Wer einen umfassenden Überblick über alles sucht, was es zu bedenken gibt, findet ihn in der Ruhestandsplanung-Checkliste. Wie hoch der monatliche Bedarf im Alter wirklich ist, zeigt Wie viel Geld brauche ich im Alter? — mit konkreten Ausgabentabellen nach Haushaltstyp.

Berechne deine Rentenlücke jetzt

Unser Rechner zeigt dir, wie viel du monatlich sparen musst, um deine Lücke zu schließen — realistisch und ohne Finanzberater-Jargon.

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Häufige Fragen

Reicht die gesetzliche Rente wirklich aus?

Für die meisten: Nein. Das GRV-Rentenniveau liegt heute bei ca. 48 % des letzten Bruttolohns (Standardrentner mit 45 Beitragsjahren auf Durchschnittseinkommen). Aber: 45 Beitragsjahre hat kaum jemand (Ausbildung, Studium, Elternzeit, Teilzeit). Reales Szenario: Wer 35 Jahre mit 80 % des Durchschnittslohns arbeitet: ca. 28 Entgeltpunkte × 40,79 = 1.142 EUR/Monat Brutto. Davon gehen Kranken- und Pflegeversicherung ab: ca. 950 EUR netto. Armutsgefährdungsgrenze 2024: 1.310 EUR/Monat. Lücke: 360 EUR/Monat. Das AVD muss mindestens 168 EUR/Monat Rente ersetzen → benötigtes Kapital: ca. 50.400 EUR.

Wie berechnet man seine persönliche Rentenlücke?

Vier Schritte: 1) GRV-Projektion: Jährliche Renteninformation lesen oder online simulieren (rentenversicherung.de). Zeigt erwartete Rente bei konstantem Einkommensverlauf. 2) Lebenshaltungskosten im Alter schätzen: Weniger Mobilität, kein Berufskleidung, keine Arbeitsmittel — oft 80 % des Vorruhestandsbedarfs. 3) Lücke = Bedarf − GRV-Projektion − ggf. bAV. 4) Benötigtes Kapital: Lücke × 12 / 0,04 (4 %-Regel). Beispiel: 400 EUR Lücke → 120.000 EUR Kapital. 120 EUR/Monat AVD-Sparplan über 30 Jahre (7 % p.a.) → ca. 122.000 EUR. Lücke geschlossen.

Wie viele Jahre muss man einzahlen, damit die GRV-Rente 'reicht'?

Rechenbeispiel für würdige Rente über Grundsicherung (1.310 EUR/Monat): Benötigte Entgeltpunkte: 1.310 / 40,79 = 32,1 Punkte. Mit Durchschnittseinkommen: 32 Beitragsjahre. Mit 80 % Durchschnitt: 40 Beitragsjahre. Mit 60 % Durchschnitt (Teilzeit): 54 Beitragsjahre — unrealistisch. Fazit: Wer in Teilzeit arbeitet, im Niedriglohn, oder Lücken hat, kommt mit GRV alleine nicht auf ein würdiges Niveau. Das AVD schließt diese Lücke für alle, die nicht 35+ Jahre Vollzeit auf Durchschnittseinkommen arbeiten. Das ist die Mehrheit der deutschen Erwerbsbevölkerung.

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