Key-Facts: Notgroschen
- Faustregel Minimum 3 Monats-Nettoeinkommen
- Empfehlung mit Familie/Immobilie 6 Monats-Nettoeinkommen
- Anteil Deutsche ohne jegliche Rücklage 28 %
- Durchschnittlicher Notgroschen (Sparkassen-Studie) 8.200 EUR
- Empfohlene Anlage Tagesgeldkonto (sofort verfügbar)
Warum erst Notgroschen, dann Depot?
Ein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Sparplan oder ein Altersvorsorgedepot ist eine langfristige Anlage. Wenn du ohne Rücklage in eine finanzielle Notlage gerätst — kaputte Waschmaschine, Autoreparatur, kurzfristige Arbeitslosigkeit — und dein Depot anzapfen musst, kann das teuer werden. Im schlimmsten Fall verkaufst du ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Anteile mit Verlust, oder die Entnahme ist förderschädlich und du musst Zulagen zurückzahlen.
Deshalb die Reihenfolge: Erst Notgroschen aufbauen, dann langfristig investieren. Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt diesen Ansatz. Allerdings musst du nicht warten, bis der Notgroschen komplett ist — parallel starten ist möglich und sinnvoll.
Notgroschen nach Lebensphase
| Lebensphase | Typisches Netto | Empfohlener Notgroschen | Betrag | Begründung |
|---|---|---|---|---|
| Student/Azubi (18-22) | 800-1.200 EUR | 2-3 Monate | 1.600-3.600 EUR | Geringe Fixkosten, oft Rückhalt durch Eltern |
| Berufseinsteiger (23-27) | 1.600-2.200 EUR | 3 Monate | 4.800-6.600 EUR | Erste eigene Wohnung, wenig Verpflichtungen |
| Single, etabliert (28-35) | 2.200-3.000 EUR | 3-4 Monate | 6.600-12.000 EUR | Höhere Fixkosten, ggf. Auto |
| Paar ohne Kinder (28-40) | 4.000-5.500 EUR | 3 Monate | 12.000-16.500 EUR | Zwei Einkommen als Puffer, gemeinsame Kosten |
| Familie mit Kindern (30-50) | 3.500-5.000 EUR | 6 Monate | 21.000-30.000 EUR | Hohe Verantwortung, oft nur ein Vollverdiener |
| Alleinverdiener/Alleinerzieher | 2.000-3.500 EUR | 6 Monate | 12.000-21.000 EUR | Kein zweites Einkommen als Absicherung |
| Eigentümer mit Kredit (30-55) | 3.000-4.500 EUR | 6 Monate | 18.000-27.000 EUR | Kreditrate muss auch bei Einkommensausfall bedient werden |
| Selbständig/Freelancer | variabel | 6-9 Monate | variabel | Kein Arbeitslosengeld, schwankende Einnahmen |
| Kurz vor Rente (60-67) | 2.500-3.500 EUR | 3-6 Monate | 7.500-21.000 EUR | Überbrückung bis erste Rentenzahlung + Gesundheitskosten |
Mehr erfahren →-Depot, nicht ins Altersvorsorgedepot. Er muss jederzeit ohne Verluste und Wartezeit verfügbar sein. Aktuell (2026) gibt es auf Tagesgeld ca. 2,5-3,0 % Zinsen.
Parallel aufbauen: Notgroschen + Depot
Du musst nicht warten, bis der Notgroschen voll ist, bevor du mit dem Altersvorsorgedepot startest. Eine sinnvolle Strategie ist der Parallel-Aufbau:
- Phase 1: Notgroschen-Fokus (0-6 Monate) 70 % der Sparrate auf Tagesgeld, 30 % in den ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Sparplan. So sicherst du dir sofort die GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
Mehr erfahren → — schon ab 120 EUR/Jahr Mindestbeitrag. - Phase 2: Ausgleich (6-18 Monate) 50/50-Aufteilung, bis der Notgroschen die Mindestschwelle (3 Monatsgehälter) erreicht.
- Phase 3: Depot-Fokus (ab 18 Monate) Notgroschen steht, jetzt 80-100 % der Sparrate ins Altersvorsorgedepot. Den Notgroschen nur noch bei Inflation oder Gehaltserhöhung aufstocken.
Typische Notfälle und ihre Kosten
| Notfall | Typische Kosten | Ohne Notgroschen |
|---|---|---|
| Waschmaschine defekt | 400-800 EUR | Dispokredit (12-15 % Zinsen) |
| Autoreparatur | 500-3.000 EUR | Ratenkredit oder Depot-Verkauf |
| Zahnarzt (Eigenanteil) | 300-2.500 EUR | Ratenzahlung, oft mit Aufschlag |
| Umzug (ungeplant) | 1.500-5.000 EUR | Mietkaution-Kredit |
| Arbeitslosigkeit (3 Monate) | 5.000-10.000 EUR | Depot auflösen, ggf. förderschädlich |
Mehr erfahren →, KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren →) und Steuervorteile zurückzahlen. Das macht die Entnahme doppelt teuer. Mehr dazu: Förderschädliche Verwendung.
Notgroschen-Rechnung: Beispiel Familie mit 2 Kindern
Nettoeinkommen Haushalt: 4.200 EUR. Fixkosten: 2.800 EUR (Miete 1.200 EUR, Versicherungen 350 EUR, Auto 400 EUR, Kita 450 EUR, Strom/Internet 200 EUR, Lebensmittel 600 EUR). Bei 6 Monaten Puffer: 6 x 2.800 EUR = 16.800 EUR.
Dazu kommt ein Puffer für Unvorhergesehenes: ca. 3.000-5.000 EUR. Gesamtempfehlung: 20.000-22.000 EUR auf dem Tagesgeldkonto. Klingt viel, aber bei einer Sparquote von 15 % (630 EUR/Monat) ist der Notgroschen in 2,5-3 Jahren aufgebaut — parallel zum Depot. Finanztip empfiehlt ebenfalls den parallelen Aufbau von Notgroschen und Altersvorsorge.
Wann ist der Notgroschen "fertig"?
Nie komplett — er wächst mit deinem Lebensstandard. Drei Anlässe zum Aufstocken:
- Gehaltserhöhung Dein Netto steigt um 200 EUR? Dann sollte auch der Notgroschen um 600-1.200 EUR wachsen (3-6 Monate der Differenz).
- Familienzuwachs Vom Paar zur Familie: Notgroschen von 3 auf 6 Monate erhöhen, weil ein Einkommen ggf. wegfällt (Elternzeit).
- Immobilienkauf Mit laufender Hypothek brauchst du mindestens 6 Monatsraten als Sicherheit — zusätzlich zum normalen Notgroschen.
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