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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen

Wann es sich lohnt und wann nicht - mit echten Renditeberechnungen.

Freiwillige Rentenversicherung

Wer Lücken in der gesetzlichen Rentenversicherung hat - durch Selbstständigkeit, Elternzeit, Studium oder Auslandsjahre - kann freiwillig Beiträge nachzahlen. Aber lohnt sich das? Oder ist ein ETF-Sparplan die bessere Alternative?

Wer kann freiwillig einzahlen?

Freiwillige Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung können zahlen:

  • Deutsche Staatsangehörige und EU-Bürger ab 16 Jahren
  • Selbstständige die nicht pflichtversichert sind
  • Menschen in Elternzeit (über die Kindererziehungszeiten hinaus)
  • Menschen die im Ausland leben aber deutschen Rentenanspruch aufbauen wollen
  • Menschen die bereits Rente beziehen und noch arbeiten (unter bestimmten Bedingungen)

Pflichtversicherte Arbeitnehmer können in der Regel NICHT zusätzlich freiwillig einzahlen - für sie gibt es andere Instrumente (bAV, Riester, AVD).

Wie viel kann man freiwillig einzahlen?

Freiwillige Beiträge können zwischen dem Mindestbeitrag (100,07 Euro/Monat in 2026) und dem Höchstbeitrag (1.311,30 Euro/Monat) frei gewählt werden. Man muss nicht jeden Monat einzahlen - freiwillige Beiträge sind flexibel.

Der Höchstbeitrag ergibt den maximalen Rentenanspruch: 2,0 Entgeltpunkte pro Jahr (Beitragsbemessungsgrenze).

Was kostet ein Entgeltpunkt?

Das ist die entscheidende Frage für die Renditeberechnung. Ein Entgeltpunkt entspricht einem Jahr Beitragszahlung auf Durchschnittslohnniveau.

In 2026: Beitragssatz 18,6 % auf den Durchschnittslohn (45.358 Euro). Das sind 45.358 x 18,6 % = 8.437 Euro Gesamtbeitrag pro Jahr (Arbeitnehmer + Arbeitgeber). Der Arbeitnehmer-Anteil: 4.218 Euro - aber bei freiwilliger Einzahlung zählt der volle Betrag: 8.437 Euro für 1 Entgeltpunkt.

1 Entgeltpunkt = 42 Euro/Monat = 504 Euro/Jahr Rente.

Renditeberechnung: 8.437 Euro einzahlen für 504 Euro/Jahr Rente bedeutet: Break-Even nach 16,7 Jahren Rente. Wer mit 67 in Rente geht und 84 wird: genau der Break-Even-Punkt. Wer älter wird: gewinnt. Wer jünger stirbt: verliert.

Vergleich: Freiwillige GRV vs. ETF-Sparplan

KriteriumFreiwillige GRVETF-Sparplan
Rendite (langfristig)2-3 % real (abhd. von Lebenserwartung)5-7 % real (historisch)
SicherheitStaatliche Garantie, angepasst an LohnentwicklungMarktrisiko, kein staatlicher Schutz
VererbbarkeitHinterbliebenenrente (eingeschränkt)Vollständige Vererbbarkeit
FlexibilitätGeld weg bis zur RenteJederzeit verfügbar
Steuer in der AnsparphaseBeiträge als Sonderausgaben absetzbarNur Sparerpauschbetrag
Steuern in der EntnahmephaseRente als Einkommen versteuertAbgeltungssteuer 25% auf Gewinne

Renditemäßig ist der ETF-Sparplan klar besser - historisch fast doppelt so hoch real. Aber die GRV bietet Schutz den ein ETF nicht hat: Lebenslange Rente unabhängig vom Kapital, Erwerbsminderungsschutz, Hinterbliebenenversorgung.

Wann ist freiwillige Einzahlung sinnvoll?

Ja, erwägen wenn:

  • Du weniger als 5 Jahre Beitragszeiten hast und die Wartezeit für EM-Rente erreichen willst (wichtige Absicherung)
  • Du sehr risikoscheu bist und keine Aktien möchtest - die GRV ist das sicherste mögliche Altersvorsorge-Instrument
  • Du hohes Einkommen hast und die Steuerersparnis (Sonderausgabenabzug) maximieren willst - kombiniert mit Rürup oft effektiv
  • Du sehr alt wirst in deiner Familie - bei Lebenserwartung 90+ ist die GRV-Rendite besser

Lieber ETF-Sparplan wenn:

  • Du bereits ausreichend GRV-Ansprüche hast und nur die Lücke schließen willst
  • Du flexiblen Zugang zum Kapital benötigen könntest (Notfall, Selbstständigkeit)
  • Du die höchste Rendite willst und Marktrisiko tragen kannst
  • Du das Geld vererben möchtest

Lücken schließen durch Nachzahlung

Wer Beitragsjahre nachkaufen möchte um Ansprüche zu erwerben (z.B. für frühzeitige Rente ohne Abzüge): Das ist ebenfalls möglich. Die Deutsche Rentenversicherung berechnet den Preis individuell - je nach Alter und Rentenzugang.

Nachzahlung für Schul- und Studienzeiten: Möglich bis zum 45. Lebensjahr, aber kostenintensiv. Meistens rentiert sich ein ETF-Sparplan mehr.

Fazit: ETF schlägt GRV in der Rendite - aber GRV bietet mehr Sicherheit

Freiwillige Einzahlungen in die GRV sind kein optimales Rendite-Instrument - aber ein solides Sicherheitsnetz. Für die meisten Privatanleger ist der ETF-Sparplan (oder das AVD ab 2027) die bessere Wahl. Freiwillige GRV-Beiträge sind sinnvoll als Ergänzung wenn spezifische Schutzlücken geschlossen werden sollen.

Häufige Fragen

Altersvorsorgedepot vs. Riester-Rente - was ist besser?

Altersvorsorgedepot: günstigere ETF-Kosten, höhere Rendite-Chance, flexibler. Riester: Beitragsgarantie, Kapital wird verrentertet. Für Kapitalmarkt-affine Anleger: Altersvorsorgedepot meist attraktiver. Riester lohnt noch für: hohe Kinderzulagen, wenig ETF-Erfahrung.

Kann ich Riester in ein Altersvorsorgedepot umwandeln?

Ja — das pAV-Reformgesetz (Bundesrat einstimmig 24.04.2026) regelt die Übertragung: Riester-Guthaben kann steuerneutral in ein Altersvorsorgedepot übertragen werden. Zulagen und Erträge bleiben erhalten. Die alte 100%-Beitragsgarantie entfällt beim Wechsel, aber du kannst im neuen Depot eine Garantievariante (0/80/100 %) wählen. Alle Details: /ratgeber/was-passiert-mit-riester/

Altersvorsorgedepot vs. betriebliche Altersvorsorge (bAV)?

bAV: Entgeltumwandlung, Arbeitgeberzuschuss (25% Pflicht), steuerfreie Einzahlung. Altersvorsorgedepot: staatliche Zulage, selbst verwaltbar, bei Arbeitgeberwechsel einfacher. Empfehlung: beide nutzen, wenn Arbeitgeber bAV-Zuschuss gibt.

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