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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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ETF-Sparplan Fehler vermeiden beim Altersvorsorgedepot

Das Wichtigste in Kürze

  • Häufigster Fehler Sparplan in Panik stoppen
  • Teuerster Fehler Zu hohe Fondskosten (TER)
  • Vermeidbarer Fehler Zu viele ETFs kaufen
  • Optimale Anzahl ETFs für Einsteiger 1–2
  • Mindest-Anlagehorizont 15+ Jahre

Fehler 1: Den Sparplan bei fallenden Kursen stoppen

Der größte Fehler, den Anfänger machen, ist zugleich der emotionalste: Bei sinkenden Kursen den Sparplan pausieren oder ganz kündigen. Dabei ist genau das Gegenteil richtig — bei niedrigen Kursen kaufst du mit der gleichen Sparrate mehr Anteile. Das ist der Cost-Average-EffektWas ist Cost-Average-Effekt?Durchschnittskosteneffekt bei regelmäßigem Investieren: Bei hohen Kursen kaufst du weniger Anteile, bei niedrigen mehr. Über die Zeit ergibt sich ein günstiger Durchschnittspreis. in Reinform. Wer 2020 im Corona-Crash seinen Sparplan gestoppt hat, hat die anschließende Erholung verpasst.

Merke dir: Dein Altersvorsorgedepot ist auf Jahrzehnte angelegt. Kurzfristige Rücksetzer sind normal, historisch betrachtet sogar nützlich. Hier findest du weitere typische Fehler und wie du sie vermeidest.

Fehler 2: Zu hohe Fondskosten ignorieren

Die TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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(Total Expense Ratio) ist die jährliche Gebühr, die ein ETF erhebt. Bei einem MSCI-World-ETF liegt sie typischerweise zwischen 0,12 und 0,50 Prozent. Der Unterschied klingt klein, summiert sich aber über 30 Jahre auf tausende Euro. Ein ETF mit 0,50 Prozent TER kostet dich bei 100.000 Euro Depotvolumen 500 Euro pro Jahr — ein günstiger ETF mit 0,12 Prozent nur 120 Euro.

TER Kosten nach 10 Jahren (bei 50.000 EUR) Kosten nach 30 Jahren (bei 150.000 EUR) Differenz zum günstigsten
0,12 % ca. 600 EUR ca. 5.400 EUR Referenz
0,20 % ca. 1.000 EUR ca. 9.000 EUR +3.600 EUR
0,35 % ca. 1.750 EUR ca. 15.750 EUR +10.350 EUR
0,50 % ca. 2.500 EUR ca. 22.500 EUR +17.100 EUR

Fehler 3: Zu viele ETFs kaufen

Anfänger neigen dazu, sich fünf, sechs oder sogar zehn verschiedene ETFs ins Depot zu legen — für jede Region, jede Branche, jeden Trend einen eigenen. Das Problem: Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch mehr Diversifikation. Ein einziger MSCI-World-ETF enthält bereits über 1.500 Unternehmen aus 23 Ländern. Wer dazu noch einen Emerging-Markets-ETF nimmt, deckt rund 85 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung ab.

Jeder zusätzliche ETF erhöht die Komplexität, macht RebalancingWas ist Rebalancing?Regelmäßige Umschichtung der Anlagen, um die ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen. Im Altersvorsorgedepot steuerfrei möglich.
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nötig und führt oft zu Überschneidungen. Für Einsteiger gilt: Ein bis zwei ETFs reichen völlig aus. Mehr zu typischen Anlagefehlern.

Fehler 4: Market Timing versuchen

Viele Anfänger wollen den perfekten Einstiegszeitpunkt abwarten. Sie lesen Nachrichten, analysieren Charts und warten auf den nächsten Crash. Das Problem: Niemand kann den Markt zuverlässig timen. Studien zeigen, dass Anleger, die regelmäßig investieren, in über 90 Prozent aller 20-Jahres-Zeiträume besser abschneiden als Market-Timer. Dein Sparplan nimmt dir diese Entscheidung ab — lass ihn einfach laufen.

Fehler 5: Zu niedrige Sparrate wählen

25 Euro im Monat sind besser als nichts — aber sie reichen nicht, um die volle staatliche Zulage zu erhalten. Beim Altersvorsorgedepot musst du einen bestimmten Mindesteigenbeitrag einzahlen, um die Grundzulage von 540 Euro pro Jahr zu bekommen. Prüfe mit dem Sparraten-Rechner, welche Rate für dich optimal ist. Oft reichen schon 50 bis 100 Euro mehr im Monat, um die volle Förderung mitzunehmen.

Fehler 6: Ausschüttenden statt thesaurierenden ETF wählen

Beim Altersvorsorgedepot solltest du einen thesaurierenden ETF wählen — also einen, der Dividenden automatisch reinvestiert. Bei einem ausschüttenden ETF landen die Dividenden auf deinem Verrechnungskonto und müssen manuell wieder angelegt werden. Das kostet Zeit und mindert den Zinseszinseffekt. Die meisten großen ETF-Anbieter bieten beide Varianten an — achte auf das Kürzel "Acc" (Accumulating) statt "Dist" (Distributing).

Fehler 7: Den Anbieter nicht vergleichen

Nicht jeder Depotanbieter bietet die gleichen Konditionen. Die Unterschiede bei Depotgebühren, Sparplan-Kosten und ETF-Auswahl können erheblich sein. Manche Anbieter verlangen 1,50 Euro pro Sparplanausführung, andere bieten kostenlose Sparpläne an. Bei 12 Ausführungen pro Jahr und 30 Jahren Laufzeit summiert sich das auf über 500 Euro. Vergleiche die Anbieter gründlich — unser Anfänger-Guide hilft dir dabei.

Laut einer Erhebung der BaFin unterschätzen viele Privatanleger die langfristigen Auswirkungen von Kosten auf ihre Rendite. Schon kleine Gebührenunterschiede können über Jahrzehnte einen fünfstelligen Betrag ausmachen.

Zusammenfassung: Die 7 Fehler auf einen Blick

Halte es einfach: Ein bis zwei günstige ETFs, regelmäßig einzahlen, nicht in Panik geraten, Kosten im Blick behalten und den Anbieter vergleichen. Wenn du diese sieben Fehler vermeidest, bist du den meisten Anfängern weit voraus — und dein Altersvorsorgedepot wird sich langfristig auszahlen.

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Häufige Fragen

Was ist der häufigste Fehler nach dem Sparplan-Start?

Zu häufig ins Depot schauen und in Stresssituationen reagieren. Wer täglich Kurse verfolgt, ist versucht bei -15 % zu verkaufen — und verpasst die Erholung. Studien von Vanguard und DALBAR zeigen: Der durchschnittliche Privatanleger erzielt um 2–4 % p.a. weniger als der Markt selbst — weil er zum falschen Zeitpunkt kauft und verkauft. Lösung: Dauerauftrag einrichten, Depot-App vom Startbildschirm entfernen, Blick maximal einmal im Monat.

Was ist ETF-Hopping und warum ist es schädlich?

ETF-Hopping: Den ETF wechseln sobald ein anderer in der jüngsten Vergangenheit besser gelaufen ist. Problem 1: Vergangene Outperformance sagt nichts über zukünftige aus. Problem 2: Jeder Wechsel im freien Depot löst Steuern aus (Abgeltungsteuer auf realisierte Gewinne). Problem 3: Man kauft immer den "gestrigen Gewinner" und verkauft den "gestrigen Verlierer" — kauft hoch, verkauft niedrig. Im Altersvorsorgedepot: Umschichten steuerfrei möglich, aber trotzdem gilt: Konsistenz schlägt Wechselstrategie.

Kann ein zu hoher Sparplan-Betrag ein Fehler sein?

Ja — wenn er die finanzielle Flexibilität untergräbt. Wer 300 EUR/Monat spart aber keinen Notgroschen hat, muss im ersten Notfall (Autoreparatur, defekte Waschmaschine) seinen ETF-Sparplan aussetzen oder ETF-Anteile verkaufen. Faustregel: Erst Notgroschen (3–6 Monatsausgaben auf Tagesgeld), dann Sparplan-Betrag so wählen dass er nach allen Fixkosten und einem Puffer noch übrig bleibt. Lieber 100 EUR stabil als 300 EUR die nach 6 Monaten pausieren.

Welche Fehler passieren besonders im Altersvorsorgedepot?

1. Förderantrag vergessen: Das AVD muss jährlich beim BZSt angemeldet werden — wer das vergisst, bekommt keine Grundzulage (540 EUR) und keine Kinderzulage. 2. Zu konservativer ETF-Wahl: Im AVD mit 20+ Jahren Laufzeit einen Anleihen-ETF oder Geldmarkt-ETF zu wählen kostet Rendite. 3. Frühzeitige Entnahme: Entnahmen vor dem 62. Lebensjahr sind förderschädlich — die gesamten erhaltenen Zulagen werden zurückgefordert. 4. Falschen Eigenanteil berechnen: Der Mindestbeitrag für die volle Zulage berechnet sich aus dem Vorjahres-Bruttoeinkommen, nicht aus aktuellem Gehalt.

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