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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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ETF-Depot Gesamtkosten — Alle Kostenfaktoren im Ueberblick

Die TER ist nur die Spitze des Eisbergs. Was ein ETF-Depot wirklich kostet — und wie du alle Kostenschrauben drehst.

ETF Depot Gesamtkosten TER Tracking Difference

Viele Anleger schauen nur auf die TER wenn sie einen ETF auswählen. Das ist wie beim Auto nur auf den Kaufpreis zu schauen und Sprit, Versicherung und Wartung zu ignorieren. Die Gesamtkosten eines ETF-Depots setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen — und wer alle kennt, kann bares Geld sparen.

Kostenfaktor 1: TER (Total Expense Ratio)

Die TER ist die jährliche Verwaltungsgebühr des ETFs als Prozentsatz des Fondsvermögens. Sie wird täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen und erscheint nicht als explizite Buchung auf dem Konto — der Kurs des ETFs ist einfach etwas geringer als er ohne Kosten wäre.

ETF-TypTypische TERBeispiel
MSCI World (breit)0,07 – 0,20%iShares Core MSCI World 0,20%
MSCI ACWI / FTSE All-World0,10 – 0,22%Vanguard FTSE All-World 0,22%
Emerging Markets0,14 – 0,25%iShares Core MSCI EM 0,18%
Faktor-ETFs0,25 – 0,50%MSCI World Quality 0,30%
Aktiv gemanagte Fonds1,00 – 2,50%Typischer DWS-Fonds

Kostenfaktor 2: Tracking Difference — wichtiger als die TER

Die Tracking Difference (TD) misst wie stark ein ETF vom Index abweicht — über ein ganzes Jahr. Sie kann niedriger als die TER sein (wenn der ETF Zusatzerträge durch Wertpapierleihe erzielt) oder höher (bei schlechter Indexnachbildung).

Beispiel: Ein ETF mit TER 0,20% kann eine TD von nur 0,05% haben, wenn er durch Wertpapierleihe 0,15% Zusatzertrag erwirtschaftet. Ein anderer ETF mit TER 0,10% könnte TD von 0,25% haben. Der vermeintlich günstigere ETF ist teurer in der Praxis.

Tracking Difference ist die ehrlichere Kostenzahl. Zu finden auf justETF.com unter "Tracking Difference".

Kostenfaktor 3: Kauf- und Sparplankosten

Je nach Broker und Order-Typ fallen unterschiedliche Handelskosten an:

BrokerSparplankostenEinzelorder-Kosten
Trade RepublicKostenlos (Partnerbroker)1 EUR
Scalable Capital FreeKostenlos (Partnerbroker)0,99 EUR
DKBKostenlosAb 2 EUR + 0,14%
INGKostenlosAb 4,90 EUR
ConsorsbankKostenlos (Aktions-ETFs)3,95 EUR + Börsenplatzgebühr
Filialbank0,5 – 2,5%10 – 30 EUR

Kostenfaktor 4: Bid-Ask-Spread

Beim Kauf eines ETFs gibt es eine Differenz zwischen dem Kaufpreis (Ask) und dem Verkaufspreis (Bid). Diese Spanne ist beim Handeln an der Börse unvermeidbar — und bei ETFs auf liquide Indizes (MSCI World, DAX) sehr klein (0,01-0,05%). Bei exotischeren ETFs kann er 0,2% oder mehr betragen.

Für Sparpläne ist der Spread weniger relevant, da der Broker den ETF direkt über den Primärmarkt kauft.

Kostenfaktor 5: Depotgebuehr

Neo-Broker (Trade Republic, Scalable, Justtrade) erheben keine Depotgebühr. Bei Filialbanken und einigen Direktbanken fallen 0,1-0,5% des Depotwerts pro Jahr an — bei 100.000 EUR Depot bis zu 500 EUR/Jahr. Das ist ein massiver Kostenfaktor der die ETF-TER um ein Vielfaches übersteigen kann.

Total Cost of Ownership: Das Gesamtbild

Beispielrechnung: Anleger A (Trade Republic, iShares MSCI World mit TD 0,05%) vs. Anleger B (Sparkasse, aktiver Fonds mit TER 1,5% + Depotgebühr 0,3% + Ausgabeaufschlag 5%)

KostenartAnleger A (Neobroker + ETF)Anleger B (Filialbank + Fonds)
Fondsverwaltung0,05% (TD)1,50% TER
Depotgebühr0%0,30%
Handelskosten0% (Sparplan)0% (Sparplan)
Gesamt p.a.~0,05%~1,80%
Kostendifferenz auf 30 Jahre (100 EUR/Monat, 7% Rendite)ca. -47.000 EUR

So minimierst du deine Depot-Kosten

  1. Neobroker statt Filialbank — spart Depotgebühr
  2. ETF nach Tracking Difference wählen, nicht nur TER
  3. Sparplan statt manueller Käufe — kein Spread, keine Orderkosten
  4. Freistellungsauftrag stellen — spart bis zu 1.000 EUR/Jahr Steuer
  5. Thesaurierende ETFs bevorzugen (Steuerstundungseffekt)

Fazit: 1,5% Kostendifferenz macht 47.000 Euro Unterschied

Kosten sind die einzige Rendite-Variable die du vollständig kontrollieren kannst. Marktrenditen sind ungewiss, Kosten sind sicher. Ein Unterschied von 1,75% pro Jahr klingt klein, vernichtet aber über 30 Jahre fast die Hälfte des Endvermögens. Deshalb: ETF statt aktiver Fonds, Neobroker statt Filialbank, Tracking Difference statt TER — die wichtigsten Kostenhebel auf einen Blick.

Häufige Fragen

Welche ETFs eignen sich für das Altersvorsorgedepot?

Empfohlen: Breit diversifizierte ETFs auf MSCI World (1.500 Unternehmen), FTSE All-World (3.000+ Unternehmen) oder MSCI ACWI. TER unter 0,30%, UCITS-konform, thesaurierend für maximalen Zinseszins. Kostengünstigste Option: Amundi MSCI World ab TER 0,07%.

Wie viel sollte ich monatlich einzahlen?

Für die volle Grundzulage (540 EUR/Jahr): mind. 150 EUR/Monat einzahlen. Steuerlicher Sonderausgabenabzug bis 1.800 EUR/Jahr = max. 250 EUR/Monat. Mit Kinderzulage: entsprechend höher. Auch 50 EUR/Monat sind besser als nichts.

Was ist der Zinseszins-Effekt?

Renditen werden wieder angelegt und erzielen selbst Renditen. Beispiel: 150 EUR/Monat, 7% p.a. über 35 Jahre = ca. 207.000 EUR. Davon eingezahlt: nur 63.000 EUR. Der Zinseszins macht den Grossteil aus. Je früher starten, desto größer der Effekt.

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