bAV-Check im Sommer — Lohnt sich dein Betriebsrenten-Vertrag noch?
Millionen Deutsche haben eine betriebliche Altersvorsorge. Doch mit dem neuen AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → stellt sich die Frage: Ist die bAV noch zeitgemäß? Stand: 21.07.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Verbreitung bAV in Deutschland ca. 54 % der Beschäftigten
- Durchschnittliche Garantie-Rendite (Altverträge) 1,25–2,75 %
- Garantie-Rendite Neuverträge 0,25 %
- Erwartete Rendite Altersvorsorgedepot 6–8 % p.a.
- bAV-Auszahlung: Krankenversicherung voller Beitrag
Warum du deine bAV jetzt prüfen solltest
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) galt lange als solide Säule der Altersvorsorge. Doch in Zeiten niedriger Garantiezinsen und hoher Kosten hat sich das Bild verändert. Viele Verträge — insbesondere Direktversicherungen und Pensionskassen — liefern nach Abzug aller Kosten und Abgaben nur magere Renditen. Mit dem Start des Altersvorsorgedepots ab 2027 gibt es erstmals eine ernsthafte Alternative, die höhere Renditechancen bei voller staatlicher Förderung bietet.
Der Sommer ist ein guter Zeitpunkt für den Check: Hol deinen letzten bAV-Standmitteilung hervor und vergleiche sie mit dem, was das AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → bieten kann. Grundlagen zur bAV hier.
Die versteckten Kosten der bAV
| Kostenart | bAV (typisch) | Altersvorsorgedepot (ETF) |
|---|---|---|
| Abschlusskosten | 2,5–4 % der Beitragssumme | 0 EUR |
| Verwaltungskosten jährlich | 0,5–1,5 % | 0,12–0,20 % (TER) |
| Depotgebühren | Entfällt | 0 EUR (bei Neobrokern) |
| KV-Beitrag bei Auszahlung | Voller Beitrag (ca. 18,6 %) | Kein KV-Beitrag |
| Steuern bei Auszahlung | Volle Einkommensteuer | Nachgelagerte Besteuerung |
Der KV-Beitrag — die böse Überraschung
Was viele Arbeitnehmer nicht wissen: Bei der Auszahlung einer bAV fällt der volle Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag an — Arbeitgeber- UND Arbeitnehmeranteil. Das sind aktuell rund 18,6 Prozent. Bei einer monatlichen Betriebsrente von 500 Euro gehen also über 90 Euro allein für die Krankenversicherung ab. Beim Altersvorsorgedepot fällt dieser Beitrag nicht an — ein erheblicher Vorteil, der oft übersehen wird.
Wann sich die bAV trotzdem lohnt
Die bAV ist nicht pauschal schlecht. Sie lohnt sich vor allem dann, wenn dein Arbeitgeber einen großzügigen Zuschuss zahlt — zum Beispiel 50 Prozent oder mehr auf deinen Eigenbeitrag. In diesem Fall ist die Rendite allein durch den Arbeitgeberzuschuss höher als alles, was du am Kapitalmarkt erreichen kannst. Auch Altverträge mit einem Garantiezins von 2,75 Prozent oder höher können sinnvoll sein — solche Verträge sind heute nicht mehr erhältbar und sollten in der Regel behalten werden.
Prüfe also konkret: Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss? Wie hoch ist der Garantiezins? Und wie hoch sind die Kosten? Wenn der Zuschuss unter 15 Prozent liegt und der Garantiezins bei 0,25 Prozent, ist das Altersvorsorgedepot in den meisten Fällen die bessere Wahl. Mehr zu den Nachteilen der bAV.
bAV und Altersvorsorgedepot kombinieren
Du musst dich nicht zwingend zwischen bAV und Altersvorsorgedepot entscheiden. Beide lassen sich kombinieren. Eine sinnvolle Strategie: Die bAV mitnehmen, wenn der Arbeitgeber ordentlich bezuschusst — und das Altersvorsorgedepot zusätzlich für den eigenen Vermögensbeitrag nutzen. So profitierst du sowohl vom Arbeitgeberzuschuss als auch von der staatlichen Zulage und dem Sonderausgabenabzug.
Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben rund 54 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine bAV. Viele davon könnten von einer Kombination mit dem Altersvorsorgedepot profitieren. Direktvergleich: bAV oder Altersvorsorgedepot?
Checkliste: bAV-Vertrag prüfen
Nimm dir 30 Minuten und gehe diese Punkte durch: Wie hoch ist dein monatlicher Eigenbeitrag? Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss (in Euro und Prozent)? Wie hoch ist der Garantiezins deines Vertrags? Was steht in der letzten Standmitteilung als prognostizierte Rente? Und wie hoch sind die jährlichen Kosten (findest du im Produktinformationsblatt)? Mit diesen Zahlen kannst du eine fundierte Entscheidung treffen — und das ist mehr, als die meisten Arbeitnehmer tun.
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Grundlagen, Durchführungswege und Förderung der bAV.
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Kosten, KV-Beitrag und warum die bAV nicht immer die beste Wahl ist.
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Der direkte Vergleich — mit Rechenbeispiel.
Häufige Fragen
Altersvorsorgedepot vs. Riester-Rente - was ist besser?
Altersvorsorgedepot: günstigere ETF-Kosten, höhere Rendite-Chance, flexibler. Riester: Beitragsgarantie, Kapital wird verrentertet. Für Kapitalmarkt-affine Anleger: Altersvorsorgedepot meist attraktiver. Riester lohnt noch für: hohe Kinderzulagen, wenig ETF-Erfahrung.
Kann ich Riester in ein Altersvorsorgedepot umwandeln?
Ja — das pAV-Reformgesetz (Bundesrat einstimmig 24.04.2026) regelt die Übertragung: Riester-Guthaben kann steuerneutral in ein Altersvorsorgedepot übertragen werden. Zulagen und Erträge bleiben erhalten. Die alte 100%-Beitragsgarantie entfällt beim Wechsel, aber du kannst im neuen Depot eine Garantievariante (0/80/100 %) wählen. Alle Details: /ratgeber/was-passiert-mit-riester/
Altersvorsorgedepot vs. betriebliche Altersvorsorge (bAV)?
bAV: Entgeltumwandlung, Arbeitgeberzuschuss (25% Pflicht), steuerfreie Einzahlung. Altersvorsorgedepot: staatliche Zulage, selbst verwaltbar, bei Arbeitgeberwechsel einfacher. Empfehlung: beide nutzen, wenn Arbeitgeber bAV-Zuschuss gibt.
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