Zulagenstelle wird digital — Automatischer Antrag ab 2027
Schluss mit Papierkram: Die zentrale Zulagenstelle soll ab 2027 vollständig digital arbeiten. Für Sparer bedeutet das weniger Aufwand und weniger verschenkte Zulagen. Stand: 11.08.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Digitalisierung der Zulagenstelle ab 1. Januar 2027
- Dauerzulagenantrag wird Standard Ja
- Automatische Datenprüfung Ja (via Arbeitgeber-Meldung)
- Verschenkte Riester-Zulagen pro Jahr ca. 1,5 Mrd. EUR
- Bearbeitungszeit (Ziel) unter 4 Wochen
Warum die Digitalisierung überfällig ist
Die zentrale Zulagenstelle für Altersvermögenszulagen (ZfA) in Brandenburgan der Havel ist seit 2002 für die Verwaltung der Riester-Zulagen zuständig. In dieser Zeit hat sich gezeigt: Der Antragsprozess ist für viele Sparer zu kompliziert. Rund 30 Prozent aller berechtigten Riester-Sparer haben ihre Zulage nie beantragt — insgesamt wurden über die Jahre geschätzt 15 Milliarden Euro an Zulagen verschenkt. Das soll sich mit dem AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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Die Bundesregierung hat angekündigt, die Zulagenstelle zum Start des Altersvorsorgedepots am 1. Januar 2027 vollständig zu digitalisieren. Das bedeutet: automatische Datenprüfung, vereinfachter Antrag und deutlich kürzere Bearbeitungszeiten. Wie der Zulagenantrag bisher funktioniert.
Was sich konkret ändert
| Merkmal | Bisher (Riester) | Neu (Altersvorsorgedepot) |
|---|---|---|
| Antragstellung | Jährlich, oft per Papier | Dauerzulagenantrag digital (einmalig) |
| Datenprüfung | Manüll, mit Verzögerung | Automatisch über Arbeitgeber-Meldung |
| Bearbeitungszeit | 6–12 Monate | Ziel: unter 4 Wochen |
| Rückforderung bei Fehler | Oft erst nach Jahren bemerkt | Echtzeit-Prüfung geplant |
| Schnittstelle zu Anbietern | Teilweise analog | Vollständig digital (API) |
Der Dauerzulagenantrag wird Standard
Das wichtigste Instrument gegen verschenkte Zulagen: der Dauerzulagenantrag. Statt jedes Jahr erneut einen Antrag stellen zu müssen, erteilst du deinem Depotanbieter einmalig die Vollmacht, die Zulage für dich zu beantragen. Das geschieht bei der Depoteröffnung — ein einziger Klick, einmal für immer. Der Anbieter übermittelt deine Daten automatisch an die Zulagenstelle, die prüft und zahlt aus. Du musst dich um nichts kümmern.
Für das Altersvorsorgedepot ist der Dauerzulagenantrag ab 2027 der empfohlene Standard. Einige Experten fordern sogar, ihn verpflichtend zu machen — damit wirklich niemand mehr seine Zulage verschenkt. Zulagen und Steuervorteile im Detail.
Automatische Datenprüfung: Weniger Fehler, schnellere Auszahlung
Bisher lief die Datenprüfung zwischen Zulagenstelle, Arbeitgeber und Anbieter teilweise analog und mit erheblichen Verzögerungen. Ab 2027 sollen alle Daten digital übermittelt werden: Der Arbeitgeber meldet das Bruttoeinkommen elektronisch, der Anbieter übermittelt den Eigenbeitrag, und die Zulagenstelle prüft automatisch, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Das Ziel: Die Zulage soll innerhalb von vier Wochen auf dem Depot-Konto landen — statt wie bisher nach sechs bis zwölf Monaten.
Was das für dich bedeutet
In der Praxis ändert sich für dich als Sparer vor allem eines: weniger Aufwand. Du eröffnest dein Depot, richtest den Dauerzulagenantrag ein, und ab dann läuft alles automatisch. Keine Formulare, keine Fristen, kein Nachfragen. Die Zulage landet jedes Jahr zuverlässig in deinem Depot und wird sofort investiert — das maximiert den Zinseszinseffekt, weil das Geld schneller am Markt arbeiten kann.
Außerdem sinkt das Risiko, Zulagen wegen Formfehlern zurückzahlen zu müssen. Die Echtzeit-Prüfung erkennt Probleme frühzeitig — zum Beispiel, wenn du den Job wechselst oder in Elternzeit gehst. So kannst du rechtzeitig reagieren und deine Förderung sichern. Altersvorsorgedepot beantragen — so geht's.
Offene Fragen
Noch nicht alle Details sind geklärt. Insbesondere die Frage, wie die Zulagenstelle mit Sonderfällen umgeht — zum Beispiel bei Jobwechsel mitten im Jahr, bei Eheschliessung oder bei Elternzeit — ist noch offen. Auch die technische Umsetzung der API-Schnittstelle zwischen Anbietern und Zulagenstelle muss bis Ende 2026 fertiggestellt werden. Die Branche zeigt sich optimistisch, dass der Zeitplan haltbar ist.
Laut Bundesfinanzministerium ist die Digitalisierung der Zulagenstelle ein zentraler Baustein der Reform. Ziel sei es, "dass kein Förderberechtigter seine Zulage nur deshalb verliert, weil der Antragsprozess zu umständlich ist".
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