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Ab 2027 gibt es staatlich geförderte ETF-Depots zur Altersvorsorge — die Aktienrente. Hier erfährst du alles dazu.

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Einzelaktien vs. ETF für die Altersvorsorge

Das Ergebnis vorab

  • Aktive Fonds die MSCI World schlagen (15J) 8–12%
  • ETF TERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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    (günstigste) 0,07–0,12% p.a.
  • Typische Einzelaktien-Ordergebühren 0–10 EUR/Trade
  • Break-Even Diversifikation (Einzel) ab ~20 Aktien
  • Im AVD erlaubt? (ETF) Ja

Der direkte Vergleich

KriteriumEinzelaktienETF
RisikoHoch (Totalverlust möglich)Niedrig (breite Streuung)
Rendite-ErwartungVariabel, statistisch oft schlechter als MarktMarktrendite (~7% p.a. MSCI World)
ZeitaufwandHoch (Research, Monitoring)Minimal (Sparplan läuft automatisch)
KostenOrdergebühren + Spread + ZeitTERWas ist TER?Total Expense Ratio — die jährlichen Gesamtkosten eines Fonds/ETFs in Prozent. Günstige ETFs: 0,1-0,3%. Das Standarddepot darf max. 1,0% kosten.
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0,07–0,22% p.a.
Emotionale BelastungHoch (einzelne News betreffen direkt)Niedrig (breite Streuung dämpft)
Steuer-EinfachheitKomplex (Verlustverrechnungstöpfe, FIFO)Einfach (automatisch verwaltet)
DiversifikationManuell aufbauenSofort: 1.500+ Unternehmen per Sparplan
Im AVD erlaubt?Eingeschränkt (anbieterabhängig)Ja, vollständig

Die SPIVA-Daten: Was Wissenschaft und Praxis zeigen

Das S&P SPIVA-Barometer (Standard & Poor's Index versus Active) vergleicht jedes Jahr aktiv gemanagte Fonds mit ihren Vergleichsindizes. Das Ergebnis ist seit Jahrzehnten konsistent:

ZeitraumAktive Fonds die schlechter als Index (Europa)Aktive Fonds (USA)
1 Jahr~60–65%~55–70%
5 Jahre~75–80%~80–85%
10 Jahre~85–88%~85–90%
15 Jahre~88–92%~88–94%

Quelle: S&P SPIVA Europe Scorecard, Jahresdaten. Prozentzahlen variieren je nach Marktphase leicht.

Das bedeutet: Selbst professionelle Fondsmanager mit Bloomberg-Terminals, Research-Teams und Jahrzehnten Erfahrung schaffen es langfristig zu 90% nicht, den Index zu schlagen. Privatanleger liegen im Schnitt noch schlechter.

Das Diversifikationsproblem bei Einzelaktien

Ein einzelnes Unternehmen kann auf null fallen. Wirecard (einst im DAX) — auf null. Lehman Brothers — auf null. Nokia — von 65 EUR auf 2 EUR. Mit einem MSCI WorldWas ist MSCI World?Aktienindex mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Durchschnittliche Rendite seit 1970: ca. 7% pro Jahr. Der Klassiker für ETF-Sparpläne.
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-ETF wäre der Schaden minimal gewesen: Diese Unternehmen machten nie mehr als 1-2% des Index aus.

Für halbwegs sinnvolle Risikostreuung brauchst du bei Einzelaktien mindestens 20-30 Unternehmen in verschiedenen Branchen und Ländern. Das bedeutet: Research für 20-30 Unternehmen, Monitoring deren Quartalszahlen, und Transaktionskosten beim Aufbau.

Kostenvorteil ETF: Was 0,5% Kostenunterschied langfristig bedeutet

Angenommen: 200 EUR/Monat über 30 Jahre, 7% Rendite p.a.:

KostenquoteEndkapital (30 Jahre)Kosten gesamt
0,12% (günstiger ETF)~228.000 EUR~8.000 EUR
0,50% (teurer ETF)~218.000 EUR~18.000 EUR
1,50% (aktiver Fonds)~198.000 EUR~38.000 EUR
2,50% (Versicherungsmantel)~180.000 EUR~56.000 EUR

Allein der Unterschied zwischen günstigem ETF und aktivem Fonds: ~30.000 EUR über 30 Jahre.

Wann können Einzelaktien sinnvoll sein?

Es gibt Szenarien, in denen Einzelaktien eine sinnvolle Ergänzung sind — nicht als Altersvorsorge-Kern, aber als Beimischung:

  • Du kennst eine Branche sehr gut (z.B. Mediziner der in Healthcare-Aktien investiert)
  • Dividenden-Income: Konkrete Dividenden-Ausschüttungen von 3-4 monatlich planbar
  • Conviction Play: Du hast eine begründete These über ein spezifisches Unternehmen — max. 5-10% deines Depots
  • Steuerverluste realisieren: Einzelaktien ermöglichen gezieltes Tax-Loss Harvesting
Wichtig: Im AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
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(AVD) ab 2027 gilt: Einzelaktien sind nur erlaubt, wenn der Anbieter es unterstützt. Die meisten Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital planen, das AVD hauptsächlich als ETF-Sparplan-Produkt anzubieten.

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Häufige Fragen

Sind ETFs wirklich besser als Einzelaktien?

Für die Altersvorsorge: Ja, in der Regel. Das SPIVA-Barometer zeigt, dass über 15 Jahre 88-92% aller aktiv gemanagten Fonds schlechter abschneiden als ihr Vergleichsindex. Privatanleger liegen im Schnitt noch schlechter. Einzelaktien sind nur dann sinnvoll, wenn man bereit ist, deutlich mehr Zeit und Wissen zu investieren als der Durchschnitt.

Kann ich im Altersvorsorgedepot Einzelaktien halten?

Das Altersvorsorgedepot (AVD) erlaubt UCITS-konforme Wertpapiere einschließlich Einzelaktien — sofern der jeweilige Anbieter dies unterstützt. Allerdings: Die staatliche Förderung (540 EUR Grundzulage) gilt unabhängig vom Anlagemix. Für optimale Diversifikation und Steueroptimierung empfehlen Experten ETFs als Kern.

Wie viel Prozent Einzelaktien sind sinnvoll?

Gängige Empfehlung: Max. 10-20% in Einzelaktien, wenn überhaupt. Damit begrenzt du das Konzentrationsrisiko. Wichtig: Mindestens 20 verschiedene Aktien für halbwegs sinnvolle Diversifikation. Unter 10 Einzelaktien bist du extrem abhängig von der Entwicklung weniger Unternehmen.

Was kostet mich Stock-Picking wirklich?

Direkte Kosten: Ordergebühren (0-10 EUR pro Trade je Broker). Indirekte Kosten: Zeit für Research (30-60 Stunden/Jahr für ein ernsthaftes 15-Aktien-Depot), Steueroptimierung, Monitoring. Opportunitätskosten: Wenn du den Markt nicht schlägst (was statistisch für 90% gilt), verlierst du die Marktrendite minus deine Kosten und Zeit.

Welche Aktien haben am wenigsten Risiko?

Sogenannte Dividend Aristocrats (25+ Jahre Dividendenwachstum) und Consumer Staples (Nestlé, Procter & Gamble) gelten als defensiver. Aber auch diese können stark fallen: Bayer verlor 80% nach dem Monsanto-Kauf. Für minimales Risiko: Breit gestreute ETFs bleiben die sicherste Option für langfristige Altersvorsorge.

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