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Inflation und Kaufkraftverlust beim Sparen erklärt

Key Facts: Inflation

  • Definition: Allgemeiner Anstieg des Preisniveaus über die Zeit
  • EZB-Ziel: 2 % pro Jahr (mittelfristig)
  • Deutschland 2022: 6,9 % (Rekord seit 1970er-Jahren)
  • Deutschland 2024/2025: ~2,2 — 2,5 %
  • Kaufkraftverlust bei 2 % in 30 Jahren: ~45 % — aus 100 Euro werden real ~55 Euro
Das Wichtigste in Kürze:
  • Inflation = jährlicher Kaufkraftverlust, gemessen am Verbraucherpreisindex
  • EZB-Ziel: 2 % -- Deutschlands 50-Jahres-Durchschnitt: ca. 2,3 %
  • Bei 2 % Inflation halbiert sich die Kaufkraft in 35 Jahren
  • Aktien-ETFs sind der beste Inflationsschutz: Historisch 5 % Realrendite nach Inflation
Rechenbeispiel: Julia (35) plant 250.000 EUR Altersvorsorge. Bei 2 % Inflation in 32 Jahren: Kaufkraft nur noch ca. 133.000 EUR in heutigen Euro. Um real 250.000 EUR zu haben, braucht Julia nominal ca. 470.000 EUR. Tipp: Sparrate jährlich um 2 % erhöhen.

Was ist Inflation und wie entsteht sie?

Inflation bedeutet, dass Waren und Dienstleistungen über die Zeit teurer werden. Das hat direkten Einfluss auf deine Rendite und die Kaufkraft deiner Altersvorsorge. Was du heute für 100 Euro kaufen kannst, kostet in 10 Jahren bei 2 % Inflation bereits 122 Euro — und in 30 Jahren 181 Euro. Dein Geld verliert also ständig an Kaufkraft, auch wenn der Betrag auf deinem Konto gleich bleibt.

Das Statistische Bundesamt misst die Inflation anhand eines Warenkorbs mit rund 650 Gütern und Dienstleistungen. Der daraus berechnete Verbraucherpreisindex (VPI) zeigt die durchschnittliche Preisentwicklung. Die Rate, mit der dieser Index steigt, ist die Inflationsrate.

Inflation und Kaufkraftverlust — Auswirkung auf dein Erspartes

Wie Inflation dein Erspartes auffrisst

Das eigentliche Problem der Inflation zeigt sich beim Sparen. Wer 50.000 Euro auf dem Girokonto oder Sparbuch liegen lässt, verliert real jedes Jahr Geld — auch wenn nominal nichts verloren geht.

Jahre Kaufkraft bei 2 % Inflation Kaufkraft bei 3 % Inflation Kaufkraft bei 5 % Inflation
Heute 50.000 Euro 50.000 Euro 50.000 Euro
Nach 5 Jahren 45.300 Euro 43.100 Euro 39.200 Euro
Nach 10 Jahren 41.000 Euro 37.200 Euro 30.700 Euro
Nach 20 Jahren 33.600 Euro 27.700 Euro 18.800 Euro
Nach 30 Jahren 27.600 Euro 20.600 Euro 11.500 Euro

Realität: Bei einer durchschnittlichen Inflation von 2 % verlieren 50.000 Euro auf dem Girokonto in 30 Jahren fast die Hälfte ihrer Kaufkraft. Bei 5 % Inflation bleiben real nur noch 11.500 Euro übrig — obwohl nominal immer noch 50.000 Euro auf dem Konto stehen.

Warum Sparbuch und Tagesgeld nicht reichen

Viele Deutsche verlassen sich traditionell auf Sparkonten. Das Problem: Die Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld liegen seit Jahren unterhalb der Inflationsrate. Selbst mit 3 % Tagesgeldzins verlierst du bei 2,5 % Inflation nur knapp. Nach Steuern (AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
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) liegt die Realrendite oft bei null oder sogar im negativen Bereich.

Sparform Zinssatz (Beispiel) Nach Steuern (~26,4 %) Minus Inflation (2,5 %) Realrendite
Girokonto 0,00 % 0,00 % -2,50 % -2,50 %
Tagesgeld 2,50 % 1,84 % -0,66 % -0,66 %
Festgeld (2 Jahre) 3,00 % 2,21 % -0,29 % -0,29 %
Aktien-ETF (historisch) ~7,50 % ~5,52 % +3,02 % +3,02 %
Altersvorsorgedepot (steuerfrei in Ansparphase) ~7,50 % ~7,30 % (nur TER) +4,80 % +4,80 %

Inflation und das Altersvorsorgedepot

Das Altersvorsorgedepot bietet gleich mehrere Schutzschichten gegen Inflation:

  • Aktienrendite: Breit gestreute ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
    Mehr erfahren →
    s erzielen historisch 7-8 % pro Jahr — deutlich über der Inflationsrate
  • Steuerfreiheit: Keine AbgeltungsteuerWas ist Abgeltungsteuer?Pauschale Steuer von 26,375% (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Gilt für normale Depots, NICHT für das Altersvorsorgedepot in der Ansparphase.
    Mehr erfahren →
    und keine VorabpauschaleWas ist Vorabpauschale?Jährliche Mini-Steuer auf Fondsgewinne in normalen Depots. Im Altersvorsorgedepot fällt sie NICHT an — ein Vorteil gegenüber dem freien ETF-Depot.
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    in der Ansparphase — die volle Rendite arbeitet für dich
  • Zinseszins: Durch die steuerfreie Wiederanlage wirkt der Zinseszins ungebremst
  • Förderung: GrundzulageWas ist Grundzulage?Staatlicher Zuschuss zum Altersvorsorgedepot: 50% auf die ersten 360 EUR, 25% auf 361-1.800 EUR Eigenbeitrag. Maximal 540 EUR pro Jahr.
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    und SonderausgabenabzugWas ist Sonderausgabenabzug?Beiträge zum Altersvorsorgedepot (bis 1.800 EUR/Jahr) können als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden und reduzieren die Einkommensteuer.
    Mehr erfahren →
    erhöhen deine effektive Rendite zusätzlich

Sachwerte schützen: Aktien sind Beteiligungen an realen Unternehmen. Wenn die Preise steigen, steigen auch die Umsätze und Gewinne der Unternehmen — und damit langfristig die Aktienkurse. Das macht Aktien zu einem natürlichen Inflationsschutz.

Historische Inflation in Deutschland

Die Inflationsrate schwankt von Jahr zu Jahr erheblich. Hier ein Überblick über die letzten Jahrzehnte:

Zeitraum Durchschnittliche Inflation p.a. Bemerkung
1970 — 1980 ~5,0 % Ölkrisen, hohe Inflation weltweit
1980 — 1990 ~2,7 % Stabilisierung, Bundesbank-Politik
1990 — 2000 ~2,3 % Wiedervereinigung, Euro-Einführung
2000 — 2010 ~1,6 % Moderate Phase, Finanzkrise 2008
2010 — 2020 ~1,3 % Niedriginflation, EZB-Nullzinspolitik
2021 — 2025 ~4,5 % Energiekrise, Post-Corona-Inflation

Inflation und Rente: Das doppelte Problem

Für die Altersvorsorge ist Inflation ein doppeltes Problem:

  • In der Ansparphase: Die Kaufkraft deiner Beiträge sinkt, wenn du sie nicht investierst
  • In der Rentenphase: Deine monatliche Rente verliert jedes Jahr an Kaufkraft

Die genaue Auswirkung der Inflation auf dein Depot kannst du mit dem Inflationsrechner berechnen. Beispiel: Wenn du mit 67 Jahren eine monatliche Rente von 2.000 Euro beziehst, hat diese Rente bei 2 % Inflation nach 20 Jahren nur noch eine Kaufkraft von rund 1.340 Euro. Das bedeutet: Du kannst dir im Alter von 87 Jahren mit demselben Betrag ein Drittel weniger leisten als mit 67.

Drei Strategien gegen Inflation

  1. In Sachwerte investieren: Aktien, Immobilien und Rohstoffe bieten historisch einen guten Inflationsschutz — ETFs machen den Zugang einfach und günstig
  2. Steuervorteile nutzen: Im Altersvorsorgedepot wirkt die volle Rendite ohne jährlichen Steuerabzug, was den Inflationsschutz verstärkt
  3. Langfristig denken: Kurzfristige Inflationsspitzen (wie 2022) gleichen sich über Jahrzehnte aus — Panikverkäufe sind der grösste Feind

Inflation zusammengefasst: Der unsichtbare Feind deines Geldes

Inflation ist der unsichtbare Feind deines Ersparten. Bei 2 % jährlicher Preissteigerung verliert dein Geld in 30 Jahren fast die Hälfte seiner Kaufkraft. Sparkonten können das nicht ausgleichen — nur Investitionen in Sachwerte wie Aktien bieten langfristig einen zuverlässigen Inflationsschutz. Das Altersvorsorgedepot mit seinen steuerfreien ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
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-Erträgen ist dafür ein ideales Instrument. Berechne dein persönliches Ergebnis mit dem Depot-Rechner.

Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Das Altersvorsorgedepot befindet sich im Gesetzgebungsprozess — Details können sich noch ändern.

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