Die Kurzantwort
- Wichtigster erster Schritt Risikolebensversicherung + BU
- Notgroschen Familie 4–6 Monatsgehälter
- KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
Mehr erfahren → AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz.
Mehr erfahren → 300 EUR/Kind/Jahr - Häufigster Fehler nur für Kinder sparen, eigene Rente vergessen
- Junior-Depot startet sinnvoll ab Geburt
Was Familien finanziell wirklich brauchen
Wenn ein Kind kommt, entstehen neue Verantwortlichkeiten. Nicht nur emotionale, sondern ganz konkrete finanzielle. Wer eine Familie absichern möchte, denkt nicht nur an die eigene Rente, sondern auch daran, was passiert, wenn ein Elternteil plötzlich ausfällt — durch Krankheit, Berufsunfähigkeit oder Tod.
Die Vorsorge für Familien lässt sich in fünf Bereiche einteilen: Absicherung gegen den schlimmsten Fall (Risikoleben, BU), Liquiditätspuffer (Notgroschen), Vermögensaufbau für Kinder (Junior-Depot), eigene Altersvorsorge der Eltern und rechtliche Absicherung (Vorsorgevollmacht, Sorgerechtsverfügung). Diese Reihenfolge ist bewusst gewählt — sie folgt der Logik: erst das Fundament, dann das Dach.
Die richtige Prioritäten-Reihenfolge
1. Risikolebensversicherung: Das Fundament
Wer Kinder hat und ein Familieneinkommen trägt, muss eine Risikolebensversicherung haben. Das ist keine Option, sondern Pflicht. Wenn der Hauptverdiener stirbt, bricht für die Familie finanziell alles zusammen — Miete, Schule, Alltag. Eine Risikolebensversicherung über 300.000–500.000 EUR kostet für einen gesunden 35-Jährigen oft weniger als 20–30 EUR pro Monat. Das ist der günstigste Schutz, den es gibt.
2. Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)
Eine Berufsunfähigkeit trifft statistisch jeden vierten Arbeitnehmer vor dem Rentenalter. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente liegt im Schnitt bei 700–900 EUR — zu wenig für eine Familie. Eine BU schließt diese Lücke. Je jünger und gesünder beim Abschluss, desto günstiger. Wer jetzt gesund ist und es aufschiebt, riskiert, dass Vorerkrankungen den Abschluss später erschweren oder unmöglich machen.
3. Notgroschen für die Familie
Mit Kindern sollte der Notgroschen eher bei vier bis sechs Monatsgehältern liegen, nicht nur bei drei. Weil unerwartete Ausgaben häufiger und größer werden: Reparaturen, medizinische Kosten, kurzfristiger Betreuungsbedarf. Der Notgroschen liegt auf dem Tagesgeldkonto — nicht im Depot.
4. Eigene Altersvorsorge der Eltern
Dieser Punkt wird von Eltern am häufigsten vernachlässigt — oder bewusst hintenangestellt, weil man "erstmal für die Kinder" spart. Das ist verständlich, aber finanziell problematisch. Die eigene Altersvorsorge hat die längste Laufzeit und profitiert am stärksten vom Zinseszinseffekt. Wer sie jetzt opfert, kann sie später nicht nachholen. Ein ETFWas ist ETF?Exchange Traded Fund — ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Aktienindex (z.B. MSCI World) nachbildet. Günstig, breit gestreut, ideal für langfristigen Vermögensaufbau.
Mehr erfahren →-Sparplan mit Dauerauftrag sollte auch in finanziell engen Phasen weiterlaufen — notfalls mit reduzierter Rate. Mehr: Altersvorsorge für Eltern.
5. Depot für Kinder
Wenn die oberen vier Punkte stehen, kann gezielt für die Kinder gespart werden. Ein Junior-Depot ist die wirkungsvollste Methode: Schon 50–100 EUR pro Monat ab Geburt ergeben bei 7 % Rendite bis zum 18. Geburtstag ein Depot von 35.000–70.000 EUR. Das kann Ausbildung, Erstwohnung oder Berufsstart finanzieren. Mehr: Depot für Kinder eröffnen.
Vorsorge-Bausteine für Familien im Überblick
| Baustein | Warum wichtig | Monatliche Kosten ca. | Priorität |
|---|---|---|---|
| Risikolebensversicherung | Familie bei Tod des Hauptverdieners absichern | 15–35 EUR | Sehr hoch |
| Berufsunfähigkeit (BU) | Einkommensausfall bei Krankheit abfangen | 50–120 EUR | Sehr hoch |
| Notgroschen (Tagesgeld) | Liquiditätspuffer für unerwartete Ausgaben | Einmalig aufbauen | Hoch |
| ETF-Sparplan eigene Rente | Langfristiger Vermögensaufbau für Eltern | 100–300 EUR | Hoch |
| AltersvorsorgedepotWas ist Altersvorsorgedepot?Neues staatlich gefördertes ETF-Depot für die Altersvorsorge ab 2026/2027. Ersetzt die Riester-Rente. Mit Grundzulage (max. 540 EUR/Jahr), Sonderausgabenabzug (bis 1.800 EUR/Jahr) und Pfändungsschutz. Mehr erfahren → (ab 2027) |
Staatlich geförderter Rentenbaustein mit Zulage | ab 45 EUR | Hoch |
| Junior-Depot für Kinder | Startkapital für Ausbildung / Berufseinstieg | 50–150 EUR | Mittel |
| Vorsorgevollmacht / Patientenverfügung | Handlungsfähigkeit bei Unfall oder Erkrankung sichern | Einmalig (50–200 EUR Notar) | Mittel |
| Sorgerechtsverfügung | Klären, wer im Todesfall für Kinder sorgt | Kostenlos (schriftlich) | Mittel |
Das Altersvorsorgedepot: Besonders attraktiv für Familien
Ab 2027 gibt es für Familien einen besonderen Anreiz: Die KinderzulageWas ist Kinderzulage?Zusätzliche staatliche Zulage von bis zu 300 EUR pro kindergeldberechtigtem Kind pro Jahr. Wird als 1:1-Matching des Eigenbeitrags gewährt.
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Mehr erfahren → beträgt 300 EUR pro Kind und Jahr. Eine Familie mit zwei Kindern erhält also neben der Grundzulage von 540 EUR noch 600 EUR zusätzliche Förderung — macht 1.140 EUR staatliche Zulagen pro Jahr, bei einem Mindesteigenbeitrag von nur 540 EUR. Die effektive Förderquote ist damit außerordentlich hoch. Mehr zur Förderung für Familien: Die Kinderzulage im Altersvorsorgedepot.
Die Frühstart-Rente, die ab 2026 eingeführt wird, ist ein weiterer Baustein: Kinder zwischen 6 und 18 Jahren erhalten einen staatlichen Zuschuss, wenn für sie Altersvorsorge betrieben wird. Details dazu, sobald die finale Ausgestaltung bekannt ist. Bereits heute lohnt es sich, sich zu informieren: Altersvorsorge für Kinder — was jetzt schon geht.
Rechtliche Absicherung: Was viele Eltern vergessen
Sorgerechtsverfügung
Im Fall des gleichzeitigen Todes beider Elternteile entscheidet das Familiengericht, wer das Kind aufnimmt. Mit einer schriftlichen Sorgerechtsverfügung können Eltern den Wunsch äußern, wer das Kind betreuen soll. Das ist kein Testament, sondern eine formlose, handschriftlich unterzeichnete Erklärung — sie gilt als starkes Indiz für das Gericht.
Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
Wenn ein Elternteil durch Unfall oder Krankheit vorübergehend nicht handlungsfähig ist, kann der andere Elternteil ohne Vorsorgevollmacht viele Dinge nicht erledigen — von Bankgeschäften bis zu medizinischen Entscheidungen. Das Bundesjustizministerium stellt kostenlose Formulare für die Vorsorgevollmacht bereit: Vorsorgevollmacht-Formular (BMJ).
Der häufigste Fehler: Nur für die Kinder sparen
Viele Eltern wollen das Beste für ihre Kinder — und investieren deshalb jeden verfügbaren Euro in das Junior-Depot, während die eigene Altersvorsorge brachliegt. Das ist emotional verständlich, aber mathematisch ein Fehler.
Denn: Kinder können ihre Ausbildung notfalls über BAföG, Stipendien oder einen Studentenjob finanzieren. Sie haben später selbst ein Einkommen. Eltern, die im Alter kein Vermögen aufgebaut haben, sind dagegen auf die gesetzliche Rente und möglicherweise auf staatliche Grundsicherung angewiesen — oder sie sind auf die finanzielle Hilfe ihrer Kinder angewiesen. Das ist genau das, was die meisten Eltern vermeiden wollen.
Der richtige Ansatz: Erst die eigene Altersvorsorge auf eine solide Basis stellen, dann parallel für die Kinder sparen. Nach Kinderbekommen: Altersvorsorge nach der Geburt wieder aufnehmen. Warum es gerade für Frauen besonders wichtig ist, ein eigenes Depot zu führen, erklärt Warum Frauen weniger Rente bekommen. Wie Paare gemeinsam und gleichzeitig eigenständig vorsorgen, zeigt Geld in der Beziehung.
Wie viel braucht deine Familie?
Unser Rechner zeigt dir, was du monatlich investieren solltest — und wie das Altersvorsorgedepot ab 2027 deine Familienvorsorge ergänzt.
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