ETF-Broker Vergleich 2026
Trade Republic, Scalable, DKB, ING: Was kostet ein ETF-Sparplan wirklich, und worauf kommt es bei der Broker-Wahl an?
Der Broker entscheidet über einen Teil der Rendite — nicht durch die ETF-Kosten (die sind beim Produkt), sondern durch Ordergebühren, Sparplangebühren und den Spread beim Kauf. Wer 30 Jahre spart und pro Kauf 1 % zu viel zahlt, verliert über die Laufzeit erheblich. Hier sind die wichtigsten Broker für ETF-Sparpläne verglichen.
Worauf es wirklich ankommt
Bei der Broker-Wahl für einen langfristigen ETF-Sparplan gibt es klare Prioritäten:
- Sparplangebühren: Am wichtigsten. Wenn du jeden Monat einen Sparplan ausführst, entscheidet die Gebühr pro Ausführung über die Jahreskosten.
- ETF-Auswahl: Hat der Broker die gewünschten ETFs (Vanguard, iShares, Xtrackers) im Sparplan-Angebot?
- Mindestrate: Einige Broker haben Mindestraten von 25-50 EUR.
- Sicherheit und Einlagensicherung: Einlagensicherung bis 100.000 EUR, ETF als Sondervermögen sowieso geschützt.
- Steuerreporting: Automatische Steuerbescheinigung für die Steuererklärung.
Broker im Vergleich (2026)
| Broker | Sparplangebühr | Mindestrate | ETF-Auswahl | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | 1 EUR pro Ausführung | 1 EUR | ~2.000+ ETFs | Einzins auf Cash (3,5 % p.a. 2024) |
| Scalable Capital (Free) | 0,99 EUR pro Ausführung | 1 EUR | ~2.500+ ETFs | Prime-Abo: kostenlose Sparpläne |
| Scalable Capital (Prime) | Kostenlos | 1 EUR | ~2.500+ ETFs | 2,99 EUR/Monat Abo |
| DKB | Kostenlos (kostenlose ETFs) | 25 EUR | Ca. 700 ETFs | Klassische Bank, IBAN-Konto |
| ING | Kostenlos (ausgewählte ETFs) | 1 EUR | Ca. 800 ETFs | Große Auswahl, etablierte Bank |
| Comdirect | 1,5 % (mind. 1,5 EUR) | 25 EUR | Ca. 2.000 ETFs | Volle Bank mit Filial-Option |
| Consorsbank | 1,5 % (mind. 1,5 EUR) | 10 EUR | Ca. 1.800 ETFs | Gut für Einsteiger |
| Justtrade | Kostenlos | 25 EUR | Ca. 1.500 ETFs | Kein Zinskonto |
Was Gebühren über 30 Jahre bedeuten
Ein konkretes Beispiel: 200 EUR Sparrate monatlich, 30 Jahre, 7 % Rendite.
Kostenloser Sparplan (Scalable Prime, 2,99 EUR/Monat Abo): Abo-Kosten 30 Jahre x 12 x 2,99 = ca. 1.076 EUR total. Das ist überschaubar.
Sparplan mit 1,5 % Gebühr (z.B. Comdirect): 200 EUR x 1,5 % = 3 EUR/Monat Gebühr x 360 Monate = 1.080 EUR. Ähnlich — aber mit niedrigerer Basis zum Investieren pro Monat. Das kostet langfristig ca. 5.000-8.000 EUR Endkapital (Zinseszinseffekt der nicht investierten Gebühren).
Faustregel: Alles unter 1 EUR pro Sparplan-Ausführung ist fair. Über 2 % Gebühr für kleine Beträge ist nicht akzeptabel.
Trade Republic vs. Scalable Capital
Die zwei dominierenden Neo-Broker für ETF-Sparpläne in Deutschland:
Trade Republic: Einfachste Benutzeroberfläche, 1 EUR pro Ausführung, Zinsen auf Cash-Guthaben (attraktiv für größere Cash-Positionen), große Sparplanauswahl. Für Einsteiger und Menschen die Einfachheit wollen: klare Empfehlung.
Scalable Capital: Mit Prime-Abo (2,99 EUR/Monat) alle Sparpläne kostenlos. Für aktive Investoren mit mehreren Sparplänen und regelmäßigen Einzel-Orders oft günstiger. Etwas mehr Funktionen als Trade Republic.
Beide: BaFin-reguliert, Einlagensicherung, ETFs als Sondervermögen. Sicherheitstechnisch kein wesentlicher Unterschied.
Klassische Banken als Alternative
DKB und ING bieten kostenlose ETF-Sparpläne auf bestimmte ETFs — ohne Abo und ohne per-Trade-Gebühr. Der Haken: Die kostenlosen ETFs sind begrenzt, und man ist auf die Auswahl des Brokers angewiesen.
Für wen geeignet: Wer ohnehin schon ein Konto bei DKB oder ING hat und nicht extra ein Depot-Konto woanders eröffnen will. Die Kostenstruktur ist fair, die Auswahl ausreichend für Standard-Strategien (MSCI World, FTSE All-World).
Mehrere Broker nötig?
Kurze Antwort: Nein. Ein guter Broker reicht für die Altersvorsorge. Das Verteilen auf mehrere Broker erhöht den administrativen Aufwand (Steuerbescheinigungen, Depot-Management) ohne wesentliche Vorteile bei der Sicherheit (ETF-Sondervermögen ist bereits geschützt).
Ausnahme: Wenn das Tages- oder Festgeld über 100.000 EUR geht — dann macht Einlagensicherung auf mehrere Banken Sinn. Für reine ETF-Depots: irrelevant.
Fazit: Günstig ist gut genug
Für einen langfristigen ETF-Sparplan zur Altersvorsorge genügt ein günstiger Broker. Trade Republic oder Scalable Capital Prime sind die Standard-Empfehlung. Wer keine Lust auf Neo-Broker hat: DKB oder ING als klassische Bank mit kostenlosen Sparplänen sind solide. Entscheidend ist nicht der perfekte Broker — sondern dass man überhaupt anfängt.
Häufige Fragen
Welcher Broker bietet 2026 die besten ETF-Sparpläne?
Für kostenlose ETF-Sparpläne: Trade Republic (0 EUR, ab 1 EUR Rate, LS Exchange) und Scalable Capital Free (0 EUR, ab 1 EUR Rate, gettex) sind die günstigsten. Beide bieten 2.000+ ETFs. Für Einsteiger mit 50-200 EUR/Monat Sparrate ist der Unterschied zwischen beiden minimal. Entscheidend für die langfristige Rendite ist weniger der Broker als die ETF-Kosten (TER).
Worauf kommt es bei der Broker-Wahl wirklich an?
In absteigender Wichtigkeit: 1. Sparplangebühr (0 EUR bei Neobrokern vs. 1,5 % bei manchen Direktbanken). 2. ETF-Auswahl: iShares MSCI World und Vanguard FTSE All-World müssen verfügbar sein. 3. Mindestrate: Für kleine Budgets ab 1 EUR (Neobroker) besser als 25 EUR (Direktbanken). 4. Sicherheit: ETFs sind immer Sondervermögen. 5. Zinsen auf Cash: Trade Republic und Scalable zahlen bis 3-4 % auf Guthaben.
Was kostet ein Depot-Wechsel zu einem günstigeren Broker?
In der Regel nichts. Depotübertragungen sind gesetzlich gebührenfrei — der aufnehmende Broker übernimmt alle Kosten. Dauer: 2–4 Wochen. Steuerlich neutral: Anschaffungskosten werden korrekt übertragen, kein steuerpflichtiger Verkauf. Einzige Ausnahme: Manche Broker berechnen eine Gebühr bei Teilübertragungen — vorher prüfen. Ein Wechsel von 1,5 % zu 0 % Sparplangebühr spart bei 200 EUR/Monat über 30 Jahre mehrere tausend Euro.
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