Das Grundprinzip: Sparen + Staatsgeld
Das Altersvorsorgedepot funktioniert nach einem simplen Mechanismus: Du zahlst monatlich einen Betrag in ein Wertpapierdepot ein. Der Staat ergänzt automatisch eine Zulage. Das kombinierte Kapital wird in ETFs investiert und wächst über Jahrzehnte.
Es gibt drei Quellen, aus denen dein Depot gespeist wird:
- Dein eigener Beitrag — z.B. 100 € im Monat
- Staatliche Zulage — bis zu 540 € Grundzulage + 300 € pro Kind pro Jahr
- Rendite — dein Kapital wächst in ETFs (historisch ca. 7% pro Jahr im MSCI World)
Schritt für Schritt
| Schritt | Was passiert | Wann |
|---|---|---|
| 1. Depot eröffnen | Online bei einem zertifizierten Anbieter (Trade Republic, ING, DKB etc.) | Ab 01.01.2027 |
| 2. Dauerauftrag | Monatlichen Beitrag einrichten (mind. 10 €, optimal 150 €) | Einmalig |
| 3. Zulage beantragen | Einmal den Zulagenantrag ausfüllen — danach automatisch jedes Jahr | Einmalig |
| 4. ETF wählen | Zugelassenen ETF auswählen (z.B. MSCI World, TER unter 1%) | Einmalig |
| 5. Geld wächst | Keine Kapitalertragssteuer während der Ansparphase | 20–40 Jahre |
| 6. Rente ab 67 | Monatliche Auszahlung oder bis zu 30% als Einmalbetrag | Ab Rentenbeginn |
Wie fließt das Geld genau?
Das Geld läuft nicht über den Staat — du hast ein eigenes Depot auf deinen Namen. Die Zulage wird von der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) direkt auf dein Depot überwiesen, sobald dein Anbieter den Antrag eingereicht hat. Das passiert automatisch, du musst nichts weiter tun.
Was passiert mit dem Geld im Depot?
Dein Depot ist in ETFs investiert — das sind börsengehandelte Indexfonds. Sie bilden einen Index wie den MSCI World nach und investieren automatisch in hunderte bis tausende Unternehmen weltweit. Du musst keine Aktien auswählen oder aktiv handeln.
Während der Ansparphase gilt: keine Kapitalertragssteuer, keine Abgeltungssteuer auf Dividenden oder Kursgewinne. Das Geld bleibt vollständig im Depot und wächst weiter.
Wie wird das Geld versteuert?
Beim Rentenbeginn (ab 67) greift die nachgelagerte Besteuerung: Auszahlungen werden mit deinem dann geltenden persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Im Rentenalter ist dieser typischerweise niedriger als im Berufsleben (15–25% statt 30–42%).
Das klingt nach einem Nachteil — ist es aber meistens nicht, weil:
- Während der Ansparphase: 0% Steuer auf Erträge
- Der Zinseszinseffekt arbeitet auf das volle unversteuerte Kapital
- Im Rentenalter: oft deutlich niedrigerer Steuersatz
Rechenbeispiel
Annahme: 35 Jahre alt, 40.000 € Jahreseinkommen, keine Kinder, 150 €/Monat, 7% Rendite, 32 Jahre Laufzeit.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Eigene Einzahlungen gesamt | 57.600 € |
| Staatliche Zulagen gesamt | 17.280 € |
| Steuerersparnis gesamt | ca. 6.400 € |
| Rendite (7% p.a.) | ca. 177.000 € |
| Endkapital mit 67 | ca. 258.000 € |
| Monatliche Zusatzrente (18 Jahre) | ca. 1.080 €/Monat |
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