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ETF-Grundlagen: Was ist das? Wie funktioniert das?
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Morning Briefing — Spezialfolge
ETF-Grundlagen: Was ist das? Wie funktioniert das?
Kapitel

Was Ist Ein Etf

Also, fangen wir ganz vorne an. E T F steht für Exchange Traded Fund. Auf Deutsch würde man sagen, das ist ein börsengehandelter Indexfonds. Klingt kompliziert, ist es aber überhaupt nicht, wenn man es einmal verstanden hat.

Stell dir das Ganze am besten so vor: Ein E T F ist wie ein großer Korb voller verschiedener Aktien. Wenn du einen einzigen E T F kaufst, bekommst du mit diesem einen Kauf ganz viele verschiedene Unternehmen auf einmal. Es ist ein bisschen wie bei einer Tüte gemischter Süßigkeiten. Du gehst nicht hin und kaufst zwanzig einzelne Tafeln Schokolade von zwanzig verschiedenen Herstellern, sondern du kaufst einfach eine bunte Mischung, in der schon alles drin ist. Gummibärchen, Schokolade, Bonbons, alles zusammen in einer Packung.

Genauso ist es beim E T F. Anstatt dir mühsam dreißig oder fünfzig oder sogar mehrere hundert einzelne Aktien zusammenzusuchen und jede einzeln zu kaufen, kaufst du einfach einen E T F, und schwupps, hast du alle diese Unternehmen in deinem Portfolio. Das ist unglaublich praktisch und macht die Sache wahnsinnig einfach, gerade wenn du noch am Anfang stehst.

Diese E T Fs werden an der Börse gehandelt, genau wie normale Aktien auch. Du kannst sie während der Börsenöffnungszeiten kaufen und verkaufen. Aber im Gegensatz zu einer einzelnen Aktie, die nur ein Unternehmen repräsentiert, bekommst du eben diesen ganzen Korb voller verschiedener Unternehmen. Das ist der große Unterschied und auch der große Vorteil, wie wir gleich noch sehen werden.

Wie Funktioniert Das Genau

Jetzt fragst du dich vielleicht: Okay, aber wie entscheidet denn jemand, welche Aktien in so einem E T F drin sind? Sehr gute Frage! Und hier wird es richtig interessant.

Ein E T F bildet nämlich einen sogenannten Index nach. Du hast bestimmt schon mal vom D A X gehört, oder vom S und P fünfhundert, oder vom M S C I World. Das sind alles Indizes. Ein Index ist im Grunde eine Liste von Unternehmen nach bestimmten Regeln. Der D A X zum Beispiel listet die vierzig größten deutschen Unternehmen. Der S und P fünfhundert nimmt die fünfhundert größten Unternehmen aus den U S A. Und der M S C I World fasst über eintausendsechshundert Unternehmen aus dreiundzwanzig Industrieländern zusammen.

Ein E T F nimmt sich jetzt so einen Index als Vorlage und kauft einfach genau die Aktien, die in diesem Index drin sind, und zwar in genau der gleichen Gewichtung. Wenn Apple im S und P fünfhundert beispielsweise sieben Prozent ausmacht, dann stecken im entsprechenden E T F auch sieben Prozent Apple. Der E T F folgt dem Index wie ein Schatten.

Und jetzt kommt der Clou: Das passiert alles automatisch. Es sitzt kein teuer bezahlter Fondsmanager in einem schicken Büro und grübelt den ganzen Tag, welche Aktien er kaufen oder verkaufen soll. Nein, der E T F bildet einfach stur den Index nach. Man nennt das auch passives Investieren. Der Fonds versucht nicht, besser zu sein als der Markt oder schlauer als alle anderen. Er bildet einfach den Markt ab. Fertig.

Und genau deswegen sind E T Fs so günstig. Bei aktiv gemanagten Fonds bezahlst du ein ganzes Team von Analysten und Manager, die ständig Entscheidungen treffen. Das kostet richtig viel Geld, und diese Kosten werden dir als Anleger aufgedrückt. Bei einem E T F brauchst du das alles nicht. Die jährlichen Kosten, die sogenannte T E R, also Total Expense Ratio, liegen bei E T Fs oft bei nur null Komma null fünf bis null Komma fünf Prozent pro Jahr. Bei aktiven Fonds zahlst du dagegen schnell ein bis zwei Prozent oder sogar mehr. Das klingt vielleicht nach kleinen Zahlen, aber über zwanzig oder dreißig Jahre macht das einen riesigen Unterschied bei deiner Rendite aus.

Noch eine technische Kleinigkeit: E T Fs können Indizes auf verschiedene Arten nachbilden. Entweder sie kaufen wirklich physisch alle Aktien, die im Index sind, das nennt man physische Replikation. Oder sie arbeiten mit Tauschgeschäften, das ist dann synthetische Replikation. Für den Anfang musst du das nicht im Detail verstehen. Wichtig ist nur: Am Ende bekommst du die Wertentwicklung des Index, den der E T F abbildet.

Warum Etfs So Beliebt Sind

Okay, jetzt weißt du, was E T Fs sind und wie sie funktionieren. Aber warum reden eigentlich alle davon? Warum sind E T Fs in den letzten Jahren so unglaublich populär geworden? Dafür gibt es mehrere richtig gute Gründe.

Erstens: Risikostreuung. Das Fachwort dafür ist Diversifikation. Wenn du eine einzelne Aktie kaufst, dann hängt dein ganzes Investment an diesem einen Unternehmen. Wenn die Firma pleitegeht oder große Probleme bekommt, ist dein Geld weg. Bei einem E T F hast du aber hunderte oder sogar tausende Unternehmen im Paket. Wenn eines davon schlecht läuft, ist das ärgerlich, aber es zieht nicht dein ganzes Investment runter. Die anderen Unternehmen im Korb gleichen das aus. Du verteilst das Risiko auf ganz viele Schultern. Das ist einer der wichtigsten Grundsätze beim Investieren überhaupt: Leg niemals alle Eier in einen Korb.

Zweitens: Die historische Rendite über lange Zeiträume ist beeindruckend. Natürlich kann niemand in die Zukunft schauen, und vergangene Entwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft, das muss ich an dieser Stelle klar sagen. Aber wenn wir uns ansehen, wie sich breite Aktienindizes über Jahrzehnte entwickelt haben, dann sehen wir durchschnittliche Renditen von etwa sieben bis neun Prozent pro Jahr, je nach Markt und Zeitraum. Ja, es gibt Schwankungen. Ja, es gibt auch schlechte Jahre oder sogar Crashs. Aber über zwanzig, dreißig Jahre hat sich der Aktienmarkt historisch gesehen immer wieder erholt und ist langfristig gestiegen.

Drittens: Die niedrigen Kosten, die ich eben schon erwähnt habe. Jeder Euro, den du an Gebühren sparst, ist ein Euro mehr Rendite für dich. Das summiert sich über die Jahre gewaltig. E T Fs sind einfach extrem kostengünstig im Vergleich zu fast allen anderen Anlageprodukten.

Und viertens: Die unglaubliche Einfachheit. Du musst dich nicht durch Unternehmensbilanzen wühlen. Du musst keine Wirtschaftsberichte studieren. Du musst nicht ständig die Nachrichten verfolgen und überlegen, ob du jetzt kaufen oder verkaufen sollst. Du kaufst einfach regelmäßig deinen E T F und lässt die Zeit für dich arbeiten. Das ist besonders für Einsteiger perfekt. Du kannst mit wenig Vorwissen anfangen und trotzdem sinnvoll am Aktienmarkt investieren.

Noch ein Punkt, der oft unterschätzt wird: E T Fs sind transparent. Du kannst jederzeit genau nachschauen, welche Unternehmen in deinem E T F enthalten sind. Die Zusammensetzung wird täglich veröffentlicht. Du weißt also immer, was du besitzt. Das ist bei vielen anderen Finanzprodukten nicht der Fall.

Wie Fängt Man An

So, jetzt hast du hoffentlich ein gutes Grundverständnis. Aber wie fängst du jetzt konkret an? Was sind die ersten Schritte?

Zunächst brauchst du ein Depot bei einem Online-Broker oder bei deiner Bank. Ein Depot ist im Grunde ein Konto für Wertpapiere. Dort werden deine E T Fs dann verwahrt. Die Auswahl ist riesig, und viele Anbieter haben heute sehr günstige oder sogar kostenlose Depots. Informier dich einfach ein bisschen, vergleiche die Angebote. Achte dabei besonders auf die Ordergebühren, also was es kostet, wenn du einen E T F kaufst.

Wenn du dein Depot hast, kannst du einen sogenannten Sparplan einrichten. Das ist meiner Meinung nach die beste Methode für Einsteiger und eigentlich für die meisten Menschen überhaupt. Bei einem Sparplan legst du fest, dass du zum Beispiel jeden Monat fünfzig Euro oder hundert Euro oder zweihundert Euro in einen bestimmten E T F investierst. Das läuft dann automatisch. Das Geld wird von deinem Konto abgebucht, und dafür werden E T F-Anteile gekauft.

Der große Vorteil an dieser Methode: Du kaufst nicht einmal einen großen Betrag zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern du kaufst regelmäßig kleine Beträge über einen langen Zeitraum verteilt. Das hat einen super Effekt, den man Cost-Average-Effekt nennt, oder auf Deutsch Durchschnittskosteneffekt.

Was bedeutet das? Ganz einfach: Wenn die Kurse gerade niedrig sind, bekommst du für deine hundert Euro mehr Anteile. Wenn die Kurse hoch sind, bekommst du weniger Anteile. Aber über die Zeit verteilt sich das. Du kaufst mal teuer, mal günstig, und am Ende hast du einen guten Durchschnittspreis. Du musst also nicht versuchen, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Das kann nämlich sowieso niemand dauerhaft, auch keine Profis. Durch den regelmäßigen Sparplan nimmst du dir diesen Druck komplett raus.

Ganz wichtig ist auch das Thema Anlagehorizont. E T Fs sind nichts für schnelles Geld. Wenn du dein Geld in einem Jahr wieder brauchst, dann sind Aktien und E T Fs nicht das Richtige. Aber wenn du langfristig denkst, wenn du sagst, okay, die nächsten zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre oder länger spare ich für meine Altersvorsorge oder für ein langfristiges Ziel, dann sind E T Fs ideal.

Warum ist der lange Zeitraum so wichtig? Weil Aktienmärkte kurzfristig schwanken. Mal geht es rauf, mal runter. In manchen Jahren verlierst du zwanzig oder dreißig Prozent. Das ist normal und gehört dazu. Aber wenn du langfristig dabei bleibst, wenn du diese Schwankungen einfach aussitzt und nicht in Panik verkaufst, dann hattest du historisch gesehen immer gute Chancen auf eine positive Rendite.

Das erfordert Geduld und auch ein bisschen Nervenstärke. Aber genau hier liegt das Geheimnis: Nicht ständig aufs Depot schauen, nicht bei jedem kleinen Crash gleich alles verkaufen, sondern ruhig bleiben und dem Plan treu bleiben. Buy and hold, sagen die Amerikaner. Kaufen und halten.

Noch ein Tipp: Fang einfach an, auch wenn es nur ein kleiner Betrag ist. Lieber fünfzig Euro im Monat und dafür wirklich durchziehen, als vierhundert Euro planen und dann nach drei Monaten frustriert aufgeben. Die Regelmäßigkeit ist das Allerwichtigste. Und glaub mir, mit der Zeit wirst du sicherer und verstehst immer besser, wie das alles funktioniert.

Hinweis: Alle Inhalte dienen der allgemeinen Information. Keine Anlageberatung, keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Wir liefern Impulse und Denkanstöße — was ihr daraus macht, ist eure Entscheidung.

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